Die Lage im Süden der USA verschlimmert sich nach mehreren Tagen Eis, frostigen Temperaturen und weit verbreiteten Stromausfällen.
Anhaltende Extremkälte legt Stromnetze im Süden der USA lahm
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Am 30. Januar 2026 hält eine gefährliche Kältewelle den Süden der Vereinigten Staaten weiterhin in ihrem eisigen Griff, was die Situation für zahlreiche Gemeinden, die mit langanhaltenden Stromausfällen kämpfen, massiv erschwert. In kritischen Regionen von Mississippi und Tennessee treten die Bewohner bereits in ihren sechsten aufeinanderfolgenden Tag ohne Netzstrom ein, nachdem Mitte Januar ein schwerer Eissturm über das Land gezogen war. Arktische Luftmassen ließen die Temperaturen in Ballungsräumen wie Nashville in den zweistelligen Fahrenheit-Bereich sinken, was die unmittelbare Gefahr von Unterkühlungen für Menschen ohne funktionierende Innenraumheizung drastisch erhöht.
400,000 immer noch ohne Strom, 4 Tage nachdem der Wintersturm den Süden bedeckte, die schlimmste seit 1994.
Medizinische Experten äußern sich besorgt über die gesundheitlichen Auswirkungen der anhaltenden Kälteexposition und betonen, dass selbst Personen mit guter körperlicher Verfassung nach mehreren Tagen ohne Schutz vor den Elementen anfällig für kältebedingte Erkrankungen werden. Dr. Hans House, Professor für Notfallmedizin an der University of Iowa, erklärte, dass der menschliche Organismus Kälte zwar kurzzeitig trotzen kann, die Dauerhaftigkeit dieses Wetterereignisses jedoch ein ernstes Problem darstellt. Dies könne in schweren Fällen zu Erfrierungen, geistiger Verwirrung und letztlich zu Herz-Kreislauf- oder Lungenversagen führen.
Als Reaktion auf die sich zuspitzende Krise wurden Einheiten der Nationalgarde entsandt, um die umfangreichen Sturmschäden zu beseitigen und die Verteilung lebensnotwendiger Güter zu koordinieren. Dazu gehören vorbereitete Mahlzeiten und Materialien zur Wärmedämmung für Bürger, die von der Außenwelt abgeschnitten sind. In Mississippi wies Gouverneur Tate Reeves darauf hin, dass der Sturm schwere Schäden an mindestens 14 Wohnhäusern und 20 öffentlichen Straßen verursacht hat, was ihn zum schlimmsten Eisereignis im Bundesstaat seit 1994 macht. Hal Ferrell, der Bürgermeister von Batesville, berichtete zudem von Engpässen bei Generatoren für Notunterkünfte und vereisten Autobahnen, die Lieferungen für die 7.400 Einwohner ohne Strom behindern.
Der Zeitplan für die vollständige Wiederherstellung der Elektrizitätsversorgung bleibt höchst ungewiss, insbesondere in den dünner besiedelten ländlichen Gebieten, da die Energieversorger bisher keine verbindlichen Termine nennen konnten. Zum Höhepunkt der Störungen waren landesweit mehr als eine Million Kunden ohne Strom, wobei zeitweise etwa 250.000 Betroffene in Tennessee und über 150.000 in Mississippi gemeldet wurden. Der Nashville Electric Service gab bekannt, dass seine Trupps bis Mittwochnachmittag die Versorgung für über 123.000 Kunden wiederherstellen konnten, obwohl in ihrem Versorgungsgebiet noch rund 107.000 Ausfälle sowie Berichte über mehr als 300 beschädigte Strommasten vorlagen.
Das extreme Wettersystem wird direkt mit einer erheblichen Anzahl von Todesfällen in den betroffenen Bundesstaaten in Verbindung gebracht. Die dokumentierten Ursachen umfassen sowohl Erfrierungstode als auch Kohlenmonoxidvergiftungen, die durch den unsachgemäßen Gebrauch alternativer Heizgeräte verursacht wurden. Landesweit wird die Zahl der wetterbedingten Todesopfer in einem Gebiet von Texas bis New Jersey auf bis zu 60 geschätzt, wobei etwa die Hälfte dieser Fälle auf Tennessee, Mississippi und Louisiana entfällt. Die gefährliche Nutzung von brennstoffbetriebenen Geräten wie Holzkohlegrills oder Generatoren in Innenräumen bleibt während solcher Stromausfälle eine der Hauptursachen für tödliche Vergiftungen.
Meteorologische Prognosen deuten darauf hin, dass die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bis in die ersten Tage des Februars anhalten werden, was das Potenzial für weitere erhebliche Schneefälle in den Carolinas und Virginia birgt. Der National Weather Service hatte zuvor gewarnt, dass das Sturmsystem lokal katastrophale Eisansammlungen verursachen könnte, was zu langwierigen Stromunterbrechungen und extrem gefährlichen Reisebedingungen in einem weiten Gebiet von den südlichen Rocky Mountains bis nach Neuengland führen würde. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA hatte bereits im Vorfeld Ressourcen wie über 300 Generatoren und 7 Millionen Mahlzeiten an Bundesstandorten bereitgestellt, um die Anfragen der 12 gleichzeitig betroffenen Bundesstaaten zu unterstützen.
Quellen
WPLG
KTAR News
CTV News
CBS News
Tennessee Lookout
The Guardian
U.S. News & World Report
Bitter cold grips the eastern U.S. as winter storm deaths rise and power outages linger
Hans R. House, MD - University of Iowa - Department of Emergency Medicine
Zheng Ben Ma, MD, MHCM - Department of Emergency Medicine - University of Washington
Freddie O'Connell - Ballotpedia
Dozens confirmed dead as extreme cold continues to grip large part of U.S. - CBS News
