Die Widerstandsfähigkeit von Cistanthe longiscapa beflügelt Agrarforschung angesichts der Wasserknappheit

Bearbeitet von: An goldy

Ein beeindruckendes Foto der Pflanze *Cistanthe longiscapa*, die umgangssprachlich als „Guanako-Pfote“ bekannt ist, hat weltweit Aufmerksamkeit erregt. Diese Pflanze gedeiht unter den extremen Bedingungen der chilenischen Atacama-Wüste. Der chilenische Fotograf Eduardo Muñoz sicherte sich mit diesem Schnappschuss eine Veröffentlichung in der spanischsprachigen Ausgabe von National Geographic im Dezember 2025. Dies markiert die zweite Anerkennung für den 27-jährigen Fotografen, der bereits im Jahr 2024 im Rahmen desselben Wettbewerbs „Dein Foto“ eine Auszeichnung erhielt. *Cistanthe longiscapa* zählt zu den prominentesten Vertretern des Phänomens „Blühende Wüste“ und demonstriert eine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit in einer der trockensten Regionen unseres Planeten.

Die wissenschaftliche Relevanz dieser Pflanze ist immens. Ihre Fähigkeit, intensive Dürreperioden und hohe Temperaturen zu überstehen, macht sie zu einem hochinteressanten Forschungsobjekt. Aktuell sind Wissenschaftler der Universidad Andrés Bello damit beschäftigt, die DNA dieser Pflanze zu sequenzieren. Ziel ist es, die spezifischen Gene zu identifizieren, die für die bemerkenswerte Toleranz gegenüber Wasserstress verantwortlich sind. Die Forscher untersuchen insbesondere die metabolische Plastizität der Pflanze. Unter Stressbedingungen – sei es durch Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung oder hohe Salzkonzentration – aktiviert *C. longiscapa* einen speziellen Mechanismus zur Wassereinsparung, bekannt als CAM-Photosynthese. Sobald sich die Umweltbedingungen verbessern, schaltet die Pflanze zurück auf den weiter verbreiteten C3-Photosyntheseweg. Diese bemerkenswerte Flexibilität, kombiniert mit evolutionären Erweiterungen in Genfamilien, die für DNA-Reparatur, Photosynthese und Proteinhomöostase zuständig sind, prädestiniert *C. longiscapa* als ideale Modellpflanze zum Verständnis von Überlebensstrategien unter extremen Umweltbedingungen.

Die in Chile durchgeführten genetischen Untersuchungen haben weitreichende Konsequenzen für die globale Landwirtschaft. Die Wissenschaftler hoffen, die gewonnenen Erkenntnisse nutzen zu können, um widerstandsfähigere Varianten wichtiger Kulturpflanzen wie Weizen, Mais und Soja zu entwickeln. Diese Bemühungen zielen darauf ab, die landwirtschaftliche Produktion angesichts des fortschreitenden globalen Wassermangels, der durch den Klimawandel noch verschärft wird, zukunftssicher zu machen. Chile selbst gehört laut dem World Resources Institute zu den Regionen mit akutem Wasserstress. Prognosen deuten darauf hin, dass die ertragreiche zentrale Region Chiles bis zum Jahr 2050 von extremer Dürre betroffen sein könnte. Es ist also ein Kampf gegen die Zeit.

Zusätzlich zu den Arbeiten der Universidad Andrés Bello haben Studien, an denen auch das Millenium Institute Center for Genome Regulation beteiligt ist, funktionelle Unterschiede innerhalb der Art *C. longiscapa* an drei Standorten mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen aufgedeckt. Diese Unterschiede manifestieren sich beispielsweise in der Akkumulation von Nachtsäure, dem Isotopenverhältnis von Kohlenstoff und dem Grad der Sukkulenz. Diese molekularen Signaturen, die mit den jeweiligen ökologischen Strategien korrelieren, bieten eine reiche Grundlage für weiterführende Forschung zur Pflanzenresistenz. Angesichts der zentralen Rolle Chiles in der globalen Samenproduktion – das Land ist ein führender Exporteur auf der Südhalbkugel – gewinnen biotechnologische Durchbrüche, die auf einheimischer Flora basieren, strategische Bedeutung. César Pizarro Gacitúa, Leiter der Abteilung für Biodiversitätsschutz der Region Atacama bei der chilenischen Forstbehörde CONAF, betont die Notwendigkeit, die gemeinsame Forschung zu intensivieren, um das volle Potenzial dieser einzigartigen Vegetation auszuschöpfen.

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Quellen

  • El Ciudadano

  • tourism.webindia123.com

  • Radio Favorita

  • BioBioChile

  • TVN

  • Meteored Argentina

  • The Citizen

  • Morni - Wikipedia

  • Morni Tourism

  • Floristic diversity assessment and Vegetation analysis of the upper altitudinal ranges of Morni Hills, Panchkula, Haryana, India - Asian Journal of Conservation Biology

  • Morni Hills(Panchkula) | Haryana Government | India

  • Punjab and Haryana HC seeks report on steps taken to protect forest, wildlife in Morni

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