Wolf in British Columbia zeigt komplexes Werkzeugverhalten beim Bergen einer Krabbenfalle

Bearbeitet von: Olga Samsonova

In den abgelegenen Regionen von British Columbia, Kanada, wurden jüngst Videoaufnahmen eines wilden Wolfes gemacht, die in der Wissenschaft für Aufsehen sorgen. Dieses Verhalten könnte die erste dokumentierte Nutzung von Werkzeugen durch ein Mitglied der Canidae-Familie darstellen. Die Beobachtung, die im Fachjournal Ecology and Evolution veröffentlicht wurde, hat eine lebhafte Debatte über die genauen Grenzen der Definition von Werkzeuggebrauch in der Wildtierethologie ausgelöst.

Die Aufnahmen stammen von Bewegungssensorkameras, die vom indigenen Volk der Heiltsuk im Rahmen ihres Umweltmanagementprogramms installiert wurden. Dieses Programm dient der Überwachung und Eindämmung des invasiven Europäischen Grünen Krabben. Die Szene, die die Kameras einfingen, zeigte eine komplexe Handlungsabfolge, die der Wolf in weniger als drei Minuten vollzog. Das Tier schwamm zu einem an der versenkten Falle befestigten Schwimmer, zog die daran befestigte Leine an Land und öffnete anschließend den Behälter, um an den Köder zu gelangen. Forscher, darunter der Ökologe Kyle Artelle von der State University of New York, beschrieben diese Abfolge nicht als bloße aggressive Jagd, sondern als eine „durchdachte Inszenierung“.

Wissenschaftler, die eng mit dem Heiltsuk Tribal Council zusammenarbeiten, hatten die Kameras aufgestellt, nachdem sie bemerkt hatten, dass die Fallen für den Europäischen Grünen Krabben regelmäßig beschädigt und geleert wurden. Dieser Krabben stellt eine erhebliche Gefahr dar, da er heimische wirbellose Tiere dezimiert und die Lebensräume von Lachsen und Heringen zerstört. Zunächst gerieten Otter in Verdacht, doch die im Mai 2024 installierten Kameras enthüllten den wahren Übeltäter. Später wurde ein ähnliches Verhalten auch bei einem zweiten Wolf beobachtet, was darauf hindeutet, dass diese Fähigkeit innerhalb des Rudels erlernt worden sein könnte.

Die Komplexität des beobachteten Verhaltens liegt in der vermuteten kausalen Schlussfolgerung des Wolfes: Der Schwimmer ist mit der Leine verbunden, und die Leine führt zur Falle, was es dem Tier ermöglichte, das unter Wasser verborgene Objekt zu bergen. Obwohl Werkzeuggebrauch oft mit einem hohen Maß an Intelligenz assoziiert wird, betonen die Forscher, dass die Fähigkeit zur Werkzeugnutzung eine eigenständige kognitive Kompetenz darstellen kann. Diese neue Erkenntnis stellt etablierte Vorstellungen über die kognitiven Fähigkeiten von Caniden in Frage.

Das Volk der Heiltsuk, dessen Geschichte tief in der Zentralen Küstenregion von British Columbia verwurzelt ist, legt Wert darauf, dass ihre Abteilung für Integriertes Ressourcenmanagement (HIRMD) die Forschung in ihrem Territorium aktiv begleitet. Das Verhalten des Wolfes, der vom Menschen geschaffene Vorrichtungen zur Bekämpfung einer invasiven Art nutzt, ist ein Paradebeispiel für Anpassung, die sowohl auf angeborenen Fähigkeiten als auch auf spezifischem Lernen in der jeweiligen Umwelt beruht. Es zeigt, wie schnell sich Wildtiere auf neue Gegebenheiten einstellen können, selbst wenn dies den Umgang mit Artefakten erfordert.

Quellen

  • RT en Español

  • thetimes.gr

  • El Confidencial

  • Infobae

  • Yahoo Noticias

  • El Diario

  • Panamericana TV

  • Science News

  • CBC News

  • Victoria Times Colonist

  • Bilyonaryo

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