Uganda führt Südliche Breitmaulnashörner im Ajai Wildlife Reserve wieder ein

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Uganda hat einen bedeutenden Erfolg in der Naturschutzarbeit verbucht, indem es die Wiedereinführung des Südlichen Breitmaulnashorns in seinem historischen Lebensraum, dem Ajai Wildlife Reserve, vollzog. Diese Maßnahme markiert die Rückkehr der Spezies in freie Wildbahn, nachdem sie in den 1980er Jahren infolge von Wilderei und politischer Instabilität im Land lokal ausgerottet wurde. Die ursprüngliche Population der in Uganda heimischen Nördlichen Breitmaulnashörner gilt heute als funktionell ausgestorben, weshalb die Wiederansiedlung mit der südlichen Unterart dem Prinzip der „conservation equivalence“ (Erhaltungsgleichwertigkeit) folgt.

Am Mittwoch, dem 8. Januar 2026, wurden vier dieser Tiere vom Ziwa Rhino Sanctuary in das Reservat im Norden Ugandas überführt. Die Uganda Wildlife Authority (UWA) bestätigte die erfolgreiche Verlegung und berichtete, dass die Nashörner wohlbehalten angekommen seien. Das Ziwa Rhino Sanctuary, das im Distrikt Nakasongola liegt, diente als sichere Aufzuchtbasis; die Population dort war dank strenger Sicherheits- und Zuchtprogramme von sechs Gründungstieren bis Ende 2025 auf 49 Exemplare angewachsen. Die UWA plant, in den kommenden Monaten insgesamt 20 Weiße Nashörner im Ajai Wildlife Reserve anzusiedeln, um die Population zu dezentralisieren und die Biodiversität in der West-Nil-Region zu stärken. Die zweite Phase der Umsiedlung, welche die Verlegung von 16 weiteren Tieren umfasst, wird erst nach einer erfolgreichen Überwachungsphase der ersten Gruppe initiiert.

Das Ajai Wildlife Reserve, das offiziell 1965 gegründet wurde und einst ein wichtiger Lebensraum für etwa 60 der damals 80 ugandischen Weißen Nashörner war, wurde umfassend auf die Ankunft vorbereitet. Die Vorbereitungen umfassten die Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen, die Sicherstellung einer adäquaten Wasserversorgung und die Pflege der Weideflächen für die Pflanzenfresser. Die Wiederansiedlung baut auf jahrzehntelanger Arbeit auf, die mit der Gründung des Ziwa Rhino Sanctuary im Jahr 2005 begann, dessen erste sechs Tiere aus der Solio Ranch in Kenia und dem Disney's Animal Kingdom in den USA stammten.

Der UWA-Geschäftsführer Dr. James Musinguzi bezeichnete die Rückkehr der Nashörner als einen Moment des nationalen Stolzes, der einen vitalen Teil des natürlichen Erbes Ugandas wiederherstellt. Die historische Bedeutung dieser Maßnahme für die Region Madi-Okollo und das West-Nil-Gebiet ist immens, da das Nashorn ein lebendiges Symbol für Identität und Geschichte ist. Die Wiederansiedlung soll zudem den Tourismus im Ajai Wildlife Reserve ankurbeln, das historisch neben Nashörnern auch Elefanten und Büffel beherbergte. Lokale Vertreter sehen in dieser Entwicklung ein Potenzial für die junge Bevölkerung, wenngleich Bedenken hinsichtlich der Entschädigung für die elf innerhalb des Reservats ansässigen Familien bestehen. Die Maßnahme stellt somit einen ökologischen und sozioökonomischen Meilenstein für Norduganda dar.

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Quellen

  • Noticias Ambientales

  • SWI swissinfo.ch

  • La Prensa de Lara

  • Diario Lara

  • Watchdog Uganda

  • News

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