Erfolge des Raine-Island-Projekts stärken Grüne Meeresschildkrötenpopulation

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Umfangreiche Naturschutzbemühungen auf Raine Island, der weltweit größten Brutstätte für Grüne Meeresschildkröten, zeigen signifikante positive Auswirkungen auf die Population. Jüngste Erhebungen Anfang 2026 belegten Tausende von Grünen Meeresschildkröten, was den Erfolg des Raine Island Recovery Project untermauert, das Ende 2025 abgeschlossen wurde. Diese Inselbrutstätte ist von fundamentaler Bedeutung, da sie nahezu 90 Prozent der Grünen Meeresschildkrötenpopulation des nördlichen Great Barrier Reefs versorgt. Raine Island, eine abgelegene Koralleninsel etwa 620 Kilometer nördlich von Cairns, dient seit über tausend Jahren als zentrale Brutstätte und repräsentiert eine der ältesten Kolonien weltweit.

Das Wiederherstellungsprojekt, dessen Finanzierung 2015 begann, umfasste die Neugestaltung der Insel und die Reduzierung von Nestrisiken. Laut der Great Barrier Reef Foundation führte dies über die Jahre zu geschätzten 640.000 zusätzlichen Schlüpflingen. Konkret wurden im Rahmen des Projekts, einer Zusammenarbeit zwischen der Regierung von Queensland, der australischen Bundesregierung, der Great Barrier Reef Marine Park Authority und den Traditional Owners, etwa 40.000 Kubikmeter Sand bewegt und 35.000 Quadratmeter Niststrand neu profiliert. Diese Maßnahmen, deren erste Expeditionen zur Neugestaltung bereits 2014 stattfanden, verdoppelten die Fläche des über der Flutlinie liegenden, nutzbaren Nistlebensraums.

Die Ureinwohner, darunter die Wuthathi und die Meriam Nation (Ugar, Mer, Erub), sind tief in die Maßnahmen involviert, was die kulturelle Bedeutung des Ortes unterstreicht. Ein Teil dieser Beteiligung ist der Einsatz von Satelliten-Tags zur Verfolgung der Migrationsmuster der Tiere nach dem Nisten. Darüber hinaus wurden 1750 Meter maßgeschneiderte, für Schildkröten sichere Zäune an Klippen installiert, um Stürze nistender Weibchen zu verhindern, was zugleich Seevögel schützt. Im Rahmen der letzten wissenschaftlichen Reise im Dezember 2025 wurden fast 20.000 Schildkröten im Ozean und fast 4.000 beim Eierlegen an Land gezählt.

Die gegenwärtige Naturschutzarbeit konzentriert sich auf die Milderung der Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere auf steigende Temperaturen, welche das Geschlechterverhältnis der Schlüpflinge verzerren. Forschungsergebnisse zeigen, dass höhere Bruttemperaturen zu einem Überhang an weiblichen Tieren führen; im nördlichen Great Barrier Reef wurden Berichten zufolge bereits bis zu 99 Prozent weibliche Schlüpflinge festgestellt, was langfristig den Fortbestand der Population gefährdet. Um dem entgegenzuwirken, werden Versuche unternommen, Eierklüfte in schattige Bereiche auf Sir Charles Hardy (Wuthathi National Park) zu verlagern, um durch niedrigere Inkubationstemperaturen die Produktion männlicher Schildkröten zu fördern. Die erfolgreiche Kooperation zwischen Wissenschaft, Regierung, Wirtschaft und den Traditional Owners bei diesem weltweit ersten Naturschutzprogramm hat den Weg für weitere groß angelegte Projekte zum Schutz des Riffs geebnet.

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Quellen

  • Mirage News

  • Department of the Environment, Tourism, Science and Innovation (DETSI), Queensland

  • Murray Watt

  • Ministers | Queensland Parliament

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