Bank of Japan hebt Leitzins auf Dreidekadenhoch an und beeinflusst globale Kryptomärkte
Autor: gaya ❤️ one
Die Bank von Japan (BOJ) hat die erwartete geldpolitische Anpassung vollzogen und den wichtigsten kurzfristigen Zinssatz um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Mit dieser Maßnahme erreicht der Leitzins in Japan den höchsten Stand seit rund drei Jahrzehnten, genauer gesagt seit 1995. Dies signalisiert eine deutliche Abkehr von der langjährigen Ära der extrem lockeren Geldpolitik des Landes. Der Beschluss, der nach einer Anhebung im Januar 2025 die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr darstellt, fand die einstimmige Zustimmung des geldpolitischen Ausschusses. Dies deutet auf ein wachsendes Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung hin, obgleich gewisse strukturelle Schwächen weiterhin bestehen.
BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda betonte, dass die Erreichung dieses 30-Jahres-Hochs des Zinssatzes für sich genommen keine überragende Bedeutung habe. Entscheidend sei vielmehr die genaue Beobachtung der nachfolgenden Auswirkungen dieser Anpassung. Die unmittelbare Reaktion der Märkte zeigte eine Abwertung des japanischen Yen, der gegenüber dem US-Dollar die Marke von 156 durchbrach. Dies lässt darauf schließen, dass die Zinserhöhung bereits vor der offiziellen Bekanntgabe in den Handelsaktivitäten weitgehend eingepreist war. Die BOJ signalisierte ferner, dass zukünftige Straffungen von der tatsächlichen Entwicklung der Wirtschafts- und Preisprognosen abhängen werden. Gleichzeitig bekräftigte die Zentralbank, dass die realen Zinssätze voraussichtlich weiterhin deutlich negativ bleiben müssten, um akkommodierende Finanzbedingungen für die Wirtschaft zu gewährleisten.
Diese Neuausrichtung der Politik hat weitreichende Konsequenzen für globale Risikoanlagen, insbesondere für Bitcoin, da die Gefahr einer Auflösung des massiven Yen-Carry-Trades besteht. Über Jahre hinweg nutzten Investoren die nahezu zinslosen Finanzierungen in Yen, um in höher rentierliche Anlagen in anderen Währungen zu investieren – ein Vorgang, der erhebliche globale Liquidität in den Markt pumpte. Steigende japanische Zinsen drohen diesen Kapitalfluss umzukehren, was potenziell zu einer Stärkung des Dollars, erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten und Abwärtsdruck auf Kryptowährungen führen könnte. Historisch betrachtet reagierte Bitcoin empfindlich auf frühere Zinserhöhungen der BOJ: Nach den letzten drei Anhebungen verzeichnete die Kryptowährung Rückgänge zwischen 23 und 31 Prozent, wobei der Einbruch nach der Erhöhung im Januar 2025 bei beachtlichen 31 Prozent lag.
Trotz dieser historischen Muster erlebte der Kryptosektor zunächst eine Gegenbewegung. Bitcoin stieg von etwa 86.000 US-Dollar auf Kurse nahe 87.000 US-Dollar, und die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes überschritt kurzzeitig die Marke von 3 Billionen US-Dollar. Diese zunächst kontraintuitive Entwicklung wird darauf zurückgeführt, dass die Zinserhöhung bereits vollständig im Kurs enthalten war und vorherige Verkäufe schwache Positionen bereinigt hatten. Zudem untermauerte die Bestätigung der BOJ, dass die Realzinsen negativ bleiben, die Risikobereitschaft. Zusätzliche Unterstützung für Risikoanlagen lieferte die am Vortag veröffentlichten, moderateren US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI), welche die Sorgen hinsichtlich der BOJ-Maßnahme etwas dämpften. Die kurzfristige Richtung des Marktes hängt nun maßgeblich von der Aktivität institutioneller Händler nach der Eröffnung der US-Börsen ab.
Die Entscheidung der BOJ fällt zeitgleich mit dem Plan der Zentralbank, Exchange Traded Funds (ETFs) im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar zu veräußern, was die Marktdynamik zusätzlich beeinflussen könnte. Für die Zukunft prognostiziert die BOJ, dass die Kerninflationsrate unter dem Ziel von 2 Prozent bis zur ersten Hälfte des Fiskaljahres 2026 verharren wird, bevor sie allmählich anzieht. Ökonometrische Modelle deuten darauf hin, dass der japanische Zinssatz im Jahr 2026 möglicherweise in Richtung 1,00 Prozent tendieren könnte.
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Quellen
web3ru research
Bank of Japan
Forbes
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