Regelmäßige Bewegung halbiert Sterberisiko bei Frauen mittleren Alters
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Eine auf einer Langzeitbeobachtung basierende wissenschaftliche Untersuchung belegt, dass Frauen in der Lebensmitte durch konsequente körperliche Aktivität ihr Risiko eines vorzeitigen Todes signifikant reduzieren können. Die Forschung, publiziert in der Fachzeitschrift PLOS Medicine, analysierte Daten von über 11.000 australischen Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren über einen Zeitraum von 23 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass Teilnehmerinnen, die wöchentlich die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Richtlinien für moderate bis hochintensive Bewegung erfüllten, eine Senkung des allgemeinen Mortalitätsrisikos um 50 Prozent verzeichneten.
Die spezifische Reduktion der Todesursachen innerhalb dieser aktiven Kohorte unterstreicht die tiefgreifende Wirkung des Lebensstils. Konkret sank die Sterblichkeitsrate durch kardiovaskuläre Erkrankungen um die Hälfte, während die Mortalität im Zusammenhang mit Krebserkrankungen bei diesen Frauen um 65 Prozent zurückging. Forscher der Universität Sydney, darunter Studienleiter Binh Nguyen, heben hervor, dass die Aufrechterhaltung eines aktiven Lebensstils in der mittleren Lebensphase einen substanziellen Schutzmechanismus gegen ein verfrühtes Ableben darstellt. Diese Erkenntnisse positionieren Bewegung als einen der wichtigsten modifizierbaren Faktoren, der die genetische Prädisposition für Langlebigkeit beeinflussen kann.
Die von der WHO festgelegten Mindeststandards sehen für Erwachsene wöchentlich mindestens 150 Minuten aerobische Aktivität von moderater bis hoher Intensität vor, was umgerechnet etwa 22 Minuten pro Tag entspricht. Die WHO betont, dass für die Gesundheit jede Form der Bewegung zählt, wobei die meisten Erwachsenen weltweit diese Mindestanforderung nicht erfüllen, was jährlich zu über fünf Millionen vermeidbaren Todesfällen führen könnte. Für Senioren ab 65 Jahren empfiehlt die Organisation zusätzlich an mindestens drei Tagen pro Woche Übungen zur Stärkung von Gleichgewicht und Koordination, ergänzt durch Krafttraining für alle Hauptmuskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche.
Die Daten der australischen Kohorte belegen, dass die konsequente Einhaltung dieser Empfehlungen über einen langen Zeitraum hinweg einen klaren Unterschied bewirkt. Nur 5,3 Prozent der Frauen, die das wöchentliche Pensum von 150 Minuten regelmäßig erreichten, verstarben während des Beobachtungszeitraums von 1996 bis 2019, verglichen mit 10,4 Prozent in der inaktiven Gruppe. Unabhängige Studien, wie eine aus Großbritannien, deuten darauf hin, dass die kumulierte wöchentliche Dosis der entscheidende Faktor für die allgemeine Mortalitätsreduktion sein könnte, da auch sogenannte „Weekend Warriors“ ähnliche Risikosenkungen erzielen.
Die präventive Wirkung erstreckt sich auf verschiedene Krankheitsbilder. Im Bereich der Onkologie zeigen Erkenntnisse, dass regelmäßige Aktivität bei Brustkrebspatientinnen nach der Diagnose das Rückfallrisiko um bis zu 41 Prozent senken kann, wobei der Nutzen bereits ab 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche nachweisbar ist. Die Forscher der Langzeitstudie sehen in diesen Ergebnissen eine starke Grundlage für öffentliche Gesundheitskampagnen, um insbesondere Frauen in der Lebensmitte zu ermutigen, diese nachweislich lebensverlängernde Gewohnheit zu etablieren.
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Quellen
Thanh Niên
Báo Thanh Niên
World Health Organization (WHO)
Gazeta Express
Báo Sức khỏe & Đời sống
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