Weltwirtschaftsforum thematisiert KI-Risiken für Berufseinsteiger
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die jährliche Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF), die vom 19. bis 23. Januar 2026 in Davos stattfand, rückte die zunehmende Auswirkung der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die globale Erwerbsbevölkerung in den Fokus der Diskussionen. Eine zentrale Sorge, die auf dem Treffen laut wurde, betrifft die Kohorte der Berufseinsteiger im Alter von 22 bis 27 Jahren, die durch die rasante Automatisierung marginalisiert werden könnte. Parallel zu den WEF-Beratungen wurde eine Analyse veröffentlicht, die eindringlich davor warnt, dass diese junge Altersgruppe, die primär der Generation Z angehört, mit kumulativen Nachteilen konfrontiert ist.
Diese Generation erlebte bereits durch die COVID-19-Pandemie, welche die schulische Bildung ins Digitale verlagerte, einschneidende Störungen, was sich beispielsweise in Südafrika im Jahr 2020 im Begriff „verlorene Kohorte“ für den Abschlussjahrgang widerspiegelte. Die Prognosen des WEF in Zusammenarbeit mit Bain & Company sehen vor, dass die weltweiten Investitionen in KI-Anwendungen bis zum Jahr 2030 die Marke von 1,5 Billionen US-Dollar erreichen werden. Gleichzeitig warnt Lisa Stevens, Chief Administrative Officer der Aon Corporation, davor, dass durch die Effizienzsteigerung entscheidende frühe Karrierepfade für die 22- bis 27-Jährigen eliminiert werden könnten, was die zukünftige Kompetenzpipeline für das Wirtschaftswachstum schwächen würde.
Stevens merkte an, dass KI mit hoher Geschwindigkeit die Arbeitsweise verändert und bis Ende des Jahrzehnts nahezu 1,1 Milliarden Arbeitsplätze umgestaltet werden könnten. Die Daten aus dem „Future of Jobs Report 2025“ des WEF verdeutlichen das Ausmaß der Verschiebung: Es wird erwartet, dass bis 2030 weltweit 92 Millionen Arbeitsplätze durch Automatisierung wegfallen, denen jedoch ein Nettozuwachs von 78 Millionen neu geschaffenen, technologiegetriebenen Stellen gegenübersteht. Die am stärksten durch Automatisierung gefährdeten Positionen korrelieren direkt mit Einstiegsaufgaben, wie etwa Dateneingabe, einfache Bürotätigkeiten, technische Unterstützung der ersten Stufe und grundlegende Vertriebsfunktionen.
Studien deuten darauf hin, dass in KI-exponierten Berufen die Beschäftigung bei 22- bis 25-Jährigen seit Ende 2022 um etwa 6 Prozent gesunken ist, während ältere Arbeitnehmer in denselben Feldern Zuwächse von 6 bis 9 Prozent verzeichneten. Angesichts dieser Entwicklungen argumentiert Stevens, dass Führungskräfte die Entwicklung von Berufseinsteigern neu strukturieren müssen. Dies beinhaltet die Trennung von routinemäßigen, automatisierbaren Tätigkeiten von jenen Aufgaben, die der eigentlichen Entwicklung dienen. Unternehmen stehen in der Pflicht, Lernagilität, Neugier und Anpassungsfähigkeit explizit zu fördern und zu honorieren, während gleichzeitig die Integration von Unterstützung für die psychische Gesundheit in diese neuen Karrierepfade erfolgen muss.
Ergänzend dazu investiert die Aon Corporation in eigene Programme, wie etwa die Verdoppelung ihrer Investition auf 30 Millionen US-Dollar über die nächsten fünf Jahre, um ein bundesweites Netzwerk von Arbeitgebern für die Schaffung von 10.000 Ausbildungsplätzen in den USA bis 2030 zu leiten. Die Transformation hin zu einer intelligenten Ökonomie erfordert angepasste Kompetenzen, wobei die Nutzung von Talenten als die wichtigste und dringendste Verantwortung betrachtet wird.
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Quellen
ITWeb
World Economic Forum Annual Meeting 2026
Sustainability Magazine
Trading Economics
Aon
World Economic Forum
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