Gezielte Gedächtnisreaktivierung induziert luzides Träumen und beeinflusst Problemlösung
Bearbeitet von: Elena HealthEnergy
Eine aktuelle Forschungsarbeit stellt ein Protokoll zur gezielten Auslösung des luziden Träumens vor, also des Bewusstseins, sich inmitten eines Traumes zu befinden. Die Untersuchung liefert empirische Belege, welche spezifische Hirnzustände während des Schlafes mit subjektiven bewussten Erfahrungen verknüpfen, was Implikationen für das Verständnis der menschlichen Kognition und möglicherweise für die Therapie von Albträumen eröffnet.
Forscher der Northwestern University, unter der Leitung von Karen R. Konkoly und Ken Paller, etablierten ein Verfahren, das es Probanden ermöglichte, ihre Träume während der REM-Schlafphase bewusst zu beeinflussen. Die Studie, publiziert in der Fachzeitschrift Neuroscience of Consciousness, verfolgte einen unvoreingenommenen Ansatz, um den physischen Zustand des Schlafes mit der subjektiven Erlebniswelt zu korrelieren. Das Experiment umfasste 20 Teilnehmer, die bereits über die Fähigkeit verfügten, luzide Träume zu erleben.
Vor dem Schlafengehen wurden die Versuchspersonen in eine Sequenz von vier klar unterscheidbaren visuellen Hinweisen eingewiesen, wobei jeder Hinweis mit einem spezifischen motorischen Signal verknüpft wurde. Während der REM-Phase präsentierten die Wissenschaftler diese spezifischen Hinweise auditiv. Die Teilnehmer erhielten die klare Anweisung, bei Wahrnehmung des korrespondierenden Tons im Traum eine vorher vereinbarte Augenbewegungssequenz auszuführen. Mittels elektrophysiologischer Messungen überwachte das Forschungsteam, dass die Teilnehmer die Augenbewegungssignale tatsächlich im Schlaf generierten, was die Reaktion aus dem Traumzustand bestätigte.
Die Resultate zeigten eine signifikante Beeinflussung der Trauminhalte: 75 Prozent der Teilnehmer berichteten, über Informationen geträumt zu haben, die mit den dargebotenen Hinweisen in Verbindung standen. Die Erfolgsquote der intendierten Handlung lag bei 42 Prozent für Hinweise-ausgelöste Träume, was eine Steigerung gegenüber der Basislinie von 17 Prozent bei nicht durch Hinweise ausgelösten Träumen darstellt. Speziell die Gruppe, die explizit zur luziden Trauminduktion angeleitet wurde, verzeichnete eine Steigerung der Erfolgsquote von 20 auf 40 Prozent.
Die angewandte Technik der Gezielten Gedächtnisreaktivierung (TMR) aktiviert Erinnerungen während des Schlafes, um Informationen ohne die Ablenkungen des Wachzustands zu verarbeiten. Die Forschung bestätigt, dass die aktive Auseinandersetzung während der REM-Phase die Gedächtniskonsolidierung und bewusste Steuerung erleichtert. Die Fähigkeit, Träume gezielt zu beeinflussen, eröffnet Wege für therapeutische Interventionen bei psychischen Erkrankungen, die in Traumerlebnissen verwurzelt sind, wie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Ken Paller, der leitende Autor, betonte, dass das Verständnis der kreativen Denkprozesse im Schlaf helfen könnte, globale Herausforderungen zu lösen. Interessanterweise zeigten Puzzles, die in nicht-luziden Träumen auftauchten, höhere Lösungsraten als jene in luziden Träumen, was darauf hindeutet, dass unstrukturierte Traumphasen die freie Assoziation möglicherweise besser fördern.
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Quellen
Techgear.gr
Tech Explorist
Northwestern Now
Quad News
Earth.com
Dust Systems
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