G7-Finanzminister erörtern Preisuntergrenzen zur Diversifizierung kritischer Mineralien

Bearbeitet von: gaya ❤️ one

Die Finanzminister der Gruppe der Sieben (G7) sowie Vertreter wichtiger Partnerstaaten trafen sich am Montag, dem 12. Januar 2026, in Washington, um Strategien zur Verringerung der globalen Abhängigkeit von der Volksrepublik China bei kritischen Mineralien zu beraten. Im Zentrum der Agenda stand die Diskussion markteingreifender Instrumente, insbesondere der Einführung einer koordinierten Preisuntergrenze für Seltene Erden, um die Wettbewerbsfähigkeit nicht-chinesischer Produktionsstätten zu stärken.

An dem Treffen nahmen die G7-Mitglieder Japan, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada und die USA teil, ergänzt durch Australien, Mexiko, Südkorea und Indien. Diese Staaten repräsentieren zusammen 60% des weltweiten Bedarfs an diesen strategisch wichtigen Rohstoffen. Die Initiative zur Diversifizierung der Lieferketten wurde maßgeblich von US-Finanzminister Scott K.H. Bessent vorangetrieben, der seit dem G7-Gipfel im Juni 2025 auf eine solche Zusammenkunft gedrängt hatte, um der wahrgenommenen Trägheit entgegenzuwirken. Bessent betonte die Notwendigkeit, eine „umsichtige Risikominderung statt Abkopplung“ von China zu verfolgen und Versorgungsmängel zu beheben, die als hochgradig konzentriert und anfällig für Störungen gelten.

Die Dringlichkeit der Gespräche wurde durch jüngste geopolitische Spannungen, insbesondere durch chinesische Exportkontrollen für Dual-Use-Güter Anfang Januar 2026, die gezielt Lieferungen nach Japan betrafen, verstärkt. Japan, vertreten durch Finanzministerin Satsuki Katayama, präsentierte einen mehrstufigen politischen Ansatz, der breite Zustimmung fand. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Märkte auf Basis von Standards wie der Achtung von Arbeitsbedingungen und Menschenrechten zu schaffen, was die Debatte über reine Marktmechanismen hinaus erweitert.

Die Dominanz Chinas in der Verarbeitung kritischer Mineralien, die laut Internationaler Energieagentur zwischen 47 % und 87 % für verschiedene Elemente ausmacht, bildet den Kern der strategischen Sorge. Die Diskussion um Preisuntergrenzen soll Investitionen in alternative Förder- und Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas wirtschaftlich tragfähig machen, da die Gewinnung kapitalintensiv ist und strengen Umweltauflagen unterliegt. Die USA hatten bereits im Vorjahr einen solchen Mindestpreis in einem Vertrag über inländische Seltene Erden festgelegt.

Im Kontext dieser internationalen Bemühungen startete Japan am selben Montag ein weltweit erstmaliges Tiefseeprojekt vor der Insel Minamitori zur Gewinnung Seltener Erden aus 6.000 Metern Tiefe. Die japanische Regierung investierte seit 2018 rund 40 Milliarden Yen in dieses Vorhaben, mit dem Ziel, im Februar 2027 einen größeren Förderversuch zu starten, falls der aktuelle Test erfolgreich verläuft. Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil merkte nach den Beratungen an, dass viele Aspekte der Preisuntergrenze noch ungelöst seien und weitere Abstimmungen auf Ebene der Außen- und Energieminister notwendig seien, wobei er vor der Bildung einer expliziten Anti-China-Koalition warnte. Die Nichtabgabe einer gemeinsamen Erklärung signalisiert, dass zwar Einigkeit über die Notwendigkeit der Risikoreduzierung besteht, die konkreten, potenziell marktverzerrenden Lösungen jedoch weiterhin Verhandlungssache sind.

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Quellen

  • AsiaOne

  • Reuters

  • vertexaisearch.cloud.google.com

  • U.S. Department of the Treasury

  • Discovery Alert

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