Indien nimmt iranische Rohölimporte wieder auf; Iran lockert Hormus-Beschränkungen für Irak

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Das indische Ministerium für Erdöl und Erdgas hat bestätigt, dass indische Raffinerien ihre Rohölanforderungen, einschließlich Lieferungen aus dem Iran, gesichert haben. Diese Transaktionen stellen die erste bestätigte Beschaffung iranischen Rohöls seit Mai 2019 dar und signalisieren eine signifikante Anpassung in Neu-Delhis Energiepolitik. Die Wiederaufnahme erfolgt im Kontext einer temporären Ausnahmegenehmigung der USA für iranisches Öl, das sich bereits auf See befand, um globale Energieengpässe infolge jüngster maritimer Störungen im Nahen Osten abzumildern.

Gleichzeitig dementierte das Ministerium Gerüchte über bestehende Zahlungshürden und bestätigte die Ankunft von 44.000 Tonnen iranischem Flüssiggas (LPG) im westindischen Hafen von Mangalore am Mittwoch. Diese Entwicklung markiert eine vorübergehende Kehrtwende in der siebenjährigen Unterbrechung des Rohölaustauschs mit dem Iran, der vor 2019 traditionell etwa 10 Prozent des indischen Ölbedarfs deckte. Indien, als drittgrößter Rohölimporteur der Welt, sieht sich erheblichen Herausforderungen durch Verkehrseinschränkungen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ausgesetzt, die durch die jüngste Eskalation im Persischen Golf faktisch beeinträchtigt ist. Die indischen Unternehmen nutzen ihre Flexibilität, um Öl aus über 40 Ländern zu beziehen, wobei aktuelle Entscheidungen auf kommerziellen Erwägungen basieren.

Parallel zu diesen Handelsentwicklungen hat die iranische Führung eine spezifische geopolitische Maßnahme ergriffen: Militärische Funktionäre im Iran verkündeten die Befreiung des Iraks von navigationsbezogenen Einschränkungen in der Straße von Hormus. Diese selektive Lockerung betrifft irakische Ölexporte, die stark von dieser Wasserstraße abhängen, und könnte den Exportdruck auf Bagdad mindern, während die internationalen Spannungen hoch bleiben. Die Ankündigung erfolgte zeitgleich mit der Verschiebung einer Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über einen Resolutionsentwurf zum Schutz des kommerziellen Schiffsverkehrs.

Die diplomatische und militärische Lage spitzt sich weiter zu, da Berichten zufolge US-Präsident Donald Trump dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gestellt hat, verbunden mit der Androhung schwerwiegender Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Diese Eskalation der Spannungen, die seit Ende Februar 2026 zu einem signifikanten Anstieg der Brent-Rohölpreise geführt hat, steht im Kontrast zur iranischen Ausnahmeregelung für den regionalen Verbündeten Irak. Die Preisvolatilität ist bemerkenswert; der Brent-Rohölpreis stieg seit Ende Februar 2026 um über 60 Prozent und notierte zuletzt bei 113,52 US-Dollar pro Barrel, was auf die faktische Sperrung der Straße von Hormus zurückzuführen ist, durch die täglich rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert werden.

Historische Vergleiche mahnen zur Vorsicht: Das OPEC-Embargo von 1973 führte zu einem Preisanstieg von 300 Prozent, und die iranische Revolution von 1979 bewirkte eine Verdoppelung der Preise. Im Gegensatz zu früheren Krisen ist die aktuelle Störung durch die Blockade der Straße von Hormus, der einzigen Seeverbindung zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Meer, nicht einfach durch Umleitungen zu kompensieren. Die USA hatten bereits 2018 versucht, Indien zum Stopp iranischer Importe zu bewegen, wobei Neu-Delhi damals signalisierte, dass ein Wegfall russischer, iranischer und venezolanischer Quellen die globalen Preise unkontrollierbar steigen lassen würde. Die aktuelle Situation wird durch den Versuch des Irans verschärft, die Kontrolle über den Geldfluss durch die Erhebung von Mautgebühren in Rial zu behalten, um US-Sanktionen zu umgehen. Dieses Geflecht aus Handelsentscheidungen, Sanktionsanpassungen und militärischen Drohungen definiert die aktuelle Dynamik auf den internationalen Energiemärkten neu.

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Quellen

  • H Kαθημερινή

  • Politika

  • Valor Econômico

  • The National

  • Deccan Herald

  • Bloomberg

  • The Hindu

  • The Indian Express

  • The Hindu

  • Reuters

  • The National

  • India Today

  • The Economic Times

  • Notícias ao Minuto

  • Brasil 247

  • Opera Mundi

  • Agência Brasil

  • UOL Notícias

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