ERC Consolidator Grant 2025 für Dalimil Mazac zur Erforschung der Quantenfeldtheorie

Bearbeitet von: Irena I

Am 9. Dezember 2025 gab der Europäische Forschungsrat (ERC) die Bewilligung der Consolidator Grants für das Jahr 2025 bekannt. Diese Initiative zeichnet herausragende Forschende mittlerer Karrierephase für ihre Grundlagenforschung aus. Im Rahmen des EU-Programms Horizon Europe wurden insgesamt 349 Wissenschaftler ausgewählt, die eine Gesamtfinanzierungssumme von 728 Millionen Euro erhalten. Zu den Geförderten zählt Dalimil Mazac, Forscher am Institut de Physique Théorique (IPhT) des CEA-CNRS, der für seine Beiträge zur mathematischen Struktur der Quantenfeldtheorie (QFT) Anerkennung fand.

Mazac, der seit 2025 auch eine Gastprofessur am Institut des Hautes Études Scientifiques (IHES) innehat, ist ein Spezialist der mathematischen Physik, dessen Werk die QFT mit harmonischer Analyse und Zahlentheorie verbindet. Die Quantenfeldtheorie dient als universelles prädiktives Gerüst zur Beschreibung physikalischer Phänomene von der Teilchenphysik bis zur Kosmologie, doch ihre mathematischen Fundamente sind weiterhin nur lückenhaft verstanden. Mazacs bisherige Forschung hat bereits unerwartete Verbindungen zwischen QFT und abstrakten mathematischen Gebieten aufgezeigt, darunter fruchtbare Querverbindungen zur Theorie der L-Funktionen und zum Problem des „sphere packing“.

Sein mit dem ERC Consolidator Grant ausgezeichnetes Projekt trägt den Titel HARMONICON, eine Abkürzung für „Connecting Harmonic Analysis and Conformal Field Theory“. Das Hauptziel von HARMONICON ist die rigorose Entwicklung des mathematischen Rahmens für Konforme Feldtheorien (CFTs), einer wichtigen Klasse von QFTs, die invariant unter Skalenänderungen sind. Ein zentrales Anliegen ist die präzise Bestimmung der Skalierungsexponenten für physikalische Observablen innerhalb dieser CFTs, insbesondere bei komplexen Modellsystemen wie dreidimensionalen Polymeren.

Die Ausschreibung für die ERC Consolidator Grants 2025 war mit 3.121 eingegangenen Anträgen äußerst selektiv, was eine europäische Erfolgsquote von etwa elf Prozent widerspiegelt. Die Förderung sieht in der Regel bis zu 2 Millionen Euro über fünf Jahre vor, mit der Option auf zusätzliche 1 Million Euro. Sie bietet Forschenden mit sieben bis zwölf Jahren Erfahrung nach der Promotion eine Basis zur Konsolidierung ihrer unabhängigen Forschungsgruppe. Die Anerkennung für Mazac, der sein Doktorat am Perimeter Institute for Theoretical Physics erwarb und Postdoc-Stellen in Stony Brook und Princeton absolvierte, unterstreicht die strategische Bedeutung der Grundlagenforschung an der Schnittstelle von Physik und reiner Mathematik für die europäische Forschungslandschaft.

Die Arbeit am IPhT, wo Mazac seit 2023 als permanenter Forscher tätig ist, zielt darauf ab, die tiefere Natur der QFT zu ergründen und damit potenziell neue Wege für die theoretische Physik und die Zahlentheorie zu eröffnen. Die Vergabe dieser Mittel unterstreicht das Engagement des ERC, exzellente Wissenschaftler in Europa zu halten und ihre ambitionierten Forschungsvorhaben zu unterstützen.

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Quellen

  • CEA/CEA

  • NCP Flanders

  • CEA

  • IPhT

  • UKRO

  • IHES

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