ESA plant 65 Starts für 2026: Fokus auf Wissenschaft, Autonomie und Erdbeobachtung

Bearbeitet von: Uliana S.

Das Jahr 2026 wird eines der am stärksten von Aufgaben geprägten und strategisch wichtigsten Jahre in der Geschichte von ЕКА sein.

Das Europäische Raumfahrtagentur (ESA) blickt mit dem Jahr 2026 einem der arbeitsreichsten Zeitabschnitte seiner Geschichte entgegen. Dies spiegelt eine strategische Neuausrichtung der europäischen Raumfahrtpolitik wider. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher hat vier zentrale Säulen für die zukünftige Entwicklung definiert: Wissenschaft, Nachhaltigkeit, Sicherheit und die Erforschung des Weltraums. Im Rahmen dieser ambitionierten Agenda strebt die Agentur für 2026 insgesamt 65 Missionen an. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber den 46 Starts dar, die für das Jahr 2025 prognostiziert werden.

Die finanzielle Basis für dieses umfangreiche Programm ist solide. Das Gesamtbudget der ESA für 2026 beläuft sich auf 8,26 Milliarden Euro. Besonders hervorzuheben ist die Gewichtung der Erdbeobachtung: Rund 30 Prozent dieser Mittel, was 2,4 Milliarden Euro entspricht, sind für Programme zur Überwachung unseres Planeten und des Klimas reserviert. Diese massive Zuweisung unterstreicht die hohe Priorität, die Europa dem Schutz der Erde beimisst, ein wichtiger Pfeiler der neuen Strategie.

Die wissenschaftliche Agenda für 2026 ist gespickt mit internationalen Kooperationen. Ein Leuchtturmprojekt ist SMILE (Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer), eine Gemeinschaftsentwicklung mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS). SMILE soll erstmals ein umfassendes Bild davon liefern, wie die Erde auf die Ströme des Sonnenwinds reagiert. Der Start dieses Vorhabens ist für das Zeitfenster vom 8. April bis zum 7. Mai 2026 angesetzt. Als Trägerrakete dient eine Vega-C, die vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana abheben soll. Diese Mission führt das Erbe der 24-jährigen Cluster-Mission fort und zielt darauf ab, unser Verständnis der Weltraumwetterphänomene zu vertiefen.

Ein weiteres Highlight im Kalender ist die Ankunft der gemeinsamen ESA/JAXA-Mission BepiColombo am Merkur. Nach ihrem Start im Jahr 2018 wird die Sonde im November 2026 nach einer komplexen Abfolge von Gravitationsmanövern endlich in die Umlaufbahn des Planeten eintreten. Darüber hinaus wird der Oktober 2026 voraussichtlich die erste große Datenfreigabe des Weltraumteleskops Euclid mit sich bringen, was die astronomische Forschung vorantreiben dürfte.

Ein entscheidender Schritt zur Sicherung der europäischen Souveränität im Weltraum ist der Jungfernflug der Ariane 64. Diese stärkste Variante der neuen europäischen Trägerrakete wird mit vier Feststoffboostern ausgestattet sein. Der geplante Start im Jahr 2026 soll eine Ladung von Breitband-Internet-Satelliten für das Megakonstellation Project Kuiper von Amazon in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Der kommerzielle Betreiber Arianespace plant, im Laufe des Jahres 2026 zwischen sechs und acht Starts mit der Ariane 6 durchzuführen, um das Startvolumen nach der Außerdienststellung der Ariane 5 wieder aufzufüllen. Die Ariane 64 misst stolze 63 Meter in der Höhe und bringt es beim Start auf eine Masse von 860 Tonnen.

Im Bereich des planetaren Schutzes steht die Ankunft der HERA-Sonde beim Asteroidensystem Didymos im Dezember 2026 an. HERA wird die Auswirkungen des kinetischen Einschlags der NASA-Sonde DART auf den Mond Dimorphos detailliert untersuchen. Dies dient der Validierung europäischer und internationaler Strategien zur Abwehr potenzieller Weltraumgefahren. Parallel dazu ist der Flug der ESA-Astronautin Sophie Adenot zur Internationalen Raumstation (ISS) im Rahmen der Epsilon-Mission für März 2026 vorgesehen. Die erfolgreiche Bewältigung dieses dichten Programms, das sowohl wissenschaftliche Durchbrüche als auch kritische Infrastrukturstarts umfasst, demonstriert die beachtliche operative und technische Leistungsfähigkeit der Agentur im Einklang mit der ESA-Strategie bis 2040.

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Quellen

  • MVS Noticias

  • Notimérica

  • SPACE & DEFENSE

  • European Space Agency

  • ECOticias.com

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