Nachweis von PFAS-Belastung bei Meeressäugern in Neuseeland bestätigt

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Noch nie dagewesene Werte von Forever-Chemicals (PFAS) bei Delfinen und Walen festgestellt

Eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung hat die weitreichende Kontamination von Meeressäugern in neuseeländischen Gewässern mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, besser bekannt als PFAS oder „Ewigkeitschemikalien“, zweifelsfrei bestätigt. Die Forschung analysierte Lebergewebe von insgesamt 127 gestrandeten Walen und Delfinen, die 16 verschiedenen Zahnwalarten angehörten. Diese Proben umfassten auch den endemischen Hector-Delfin sowie drei Arten von Schnabelwalen, was die erste globale Bewertung der PFAS-Exposition für diese letztgenannte Gruppe darstellt.

Wissenschaftler haben Alarm geschlagen wegen toxischer Forever-Chemikalien, nachdem sie 127 Wale und Delfine analysiert hatten.

Diese Ergebnisse stellen die ökologische Annahme in Frage, dass abgelegene und tiefer gelegene Meereslebensräume als sichere Zufluchtsorte vor diesen persistenten, menschengemachten Schadstoffen dienen könnten. Vielmehr deuten sie auf eine durchgängige Sättigung der Ozeane hin. Die Federführung bei dieser trans-Tasmanischen Kooperation lag bei Forschern der Te Kunenga ki Pūrehuroa Massey University. Beteiligt waren zudem die University of Wollongong, die University of Technology Sydney, das Australian Museum und die University of Auckland. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, inwieweit der primäre Lebensraum eines Tieres die Anreicherung dieser Verbindungen beeinflusst. Diese Substanzen stammen ursprünglich aus Produkten wie antihaftbeschichtetem Kochgeschirr und Feuerlöschschaum, die seit den 1950er Jahren verwendet werden.

Entgegen den anfänglichen Erwartungen stellte das Forscherteam fest, dass der Lebensraum lediglich einen geringen Einflussfaktor auf die Konzentrationsniveaus der PFAS darstellte. Biologische Merkmale erwiesen sich stattdessen als wesentlich aussagekräftigere Bestimmungsgrößen für die Schadstoffbelastung. Insbesondere männliche Tiere und langlebige Spitzenprädatoren wiesen durchweg die höchsten Schadstoffmengen auf. Die unterschiedlichen Akkumulationsraten werden durch biologische Prozesse gesteuert. Weibchen zeigen dabei tendenziell niedrigere Konzentrationen, da sie diese lipophilen Verbindungen während der Laktation an ihren Nachwuchs weitergeben.

PFAS sind synthetische Stoffe, die sich der natürlichen Zersetzung widersetzen und sich in proteinreichen Organen wie der Leber anreichern. Dort können sie potenziell endokrine, immunologische und reproduktive Systeme stören. Dr. Katharina Peters vom Marine Vertebrate Ecology Lab der University of Wollongong sowie Dr. Frédérik Saltré von der University of Technology Sydney betonten, dass diese Indikatorarten eine tiefgreifende Bedrohung für die gesamte marine Biodiversität signalisieren. Die Studie liefert Belege dafür, dass kein Bereich des Ozeans – weder Küstennähe noch Tiefseezonen – von dieser Verschmutzung verschont geblieben ist. Dies verschärft die ohnehin schon durch den Klimawandel verursachten Belastungen für gefährdete Meerespopulationen.

Dr. Shan Yi, Umwelt- und Chemiebiotechnologe an der University of Auckland, bestätigte die Präsenz von PFAS über eine Vielzahl von Spezies hinweg. Er merkte jedoch an, dass die genauen langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit dieser Populationen weiterhin einer detaillierteren Modellierung und Forschung bedürfen. Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, den Zusammenhang zwischen den festgestellten Expositionsniveaus und spezifischen negativen Gesundheitseffekten besser zu verstehen. Nur so können Risikobewertungen für einzelne Wale und ganze Populationen adäquat durchgeführt werden.

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Quellen

  • idw - Informationsdienst Wissenschaft e.V.

  • KOMPAS.com

  • idw - Innovations- und Forschungsmeldungen

  • idw - Innovations- und Forschungsmeldungen

  • Nature Ecology & Evolution

  • idw - Innovations- und Forschungsmeldungen

  • iDiv

  • Euronews

  • University of Wollongong

  • Caliber.az

  • Sinar Daily

  • Earth.com

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