Indien prüft Kautschukanbau in Ladakh im Streben nach wirtschaftlicher Autarkie
Bearbeitet von: An goldy
Im Februar 2026 hat der Nationale Kautschukrat Indiens ein wegweisendes Forschungsprogramm ins Leben gerufen, um die agronomische Eignung von kautschukliefernden Pflanzen unter den extremen klimatischen Bedingungen von Ladakh zu untersuchen. Diese ressortübergreifende Initiative wird in enger Kooperation mit dem Kautschukforschungsinstitut von Indien (RRII) und dem Himalayan Forest Research Institute (HFRI) durchgeführt. Ziel des Vorhabens ist es, durch kontrollierte Versuchsreihen das Potenzial von Kautschuk als alternative Einkommensquelle für die Landwirte in dieser hochgelegenen Kältewüste zu evaluieren und so neue wirtschaftliche Perspektiven zu eröffnen.
Das HFRI mit Sitz in Shimla agiert unter der Schirmherrschaft des Indian Council of Forestry Research and Education (ICFRE) des Ministeriums für Umwelt und Forsten. Die Zusammenarbeit umfasst eine detaillierte Analyse der Möglichkeiten zum Aufbau einer begleitenden Wertschöpfungskette, obwohl in Ladakh aufgrund der einzigartigen ökologischen Merkmale derzeit kein direkter Anbau stattfindet. Experten des RRII und des HFRI leisten die notwendige technische Unterstützung, wobei sie sich auch mit erheblichen logistischen Hürden auseinandersetzen müssen, wie etwa dem kritisch kurzen Zeitfenster für die Nachernteverarbeitung von Kautschukholz in der Region.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der kommerzielle Kautschukanbau in Indien maßgeblich auf den Iren J. J. Murphy zurückgeht, der die erste Plantage für brasilianische Hevea-Bäume in Kerala gründete. Heute werden in diesem Bundesstaat bis zu 90 % des gesamten Naturkautschuks des Landes produziert, was die enorme regionale Konzentration verdeutlicht. Obwohl Indien zu den weltweit führenden Produzenten gehört, verzeichnet das Land einen stetig steigenden Bedarf an Rohstoffimporten. Die Dringlichkeit, alternative Quellen zu erschließen, ergibt sich aus der riskanten Abhängigkeit von einer einzigen Pflanzenart, den fortschreitenden klimatischen Veränderungen sowie der besorgniserregenden Ausbreitung von Pilzerkrankungen in den traditionellen Anbaugebieten.
Innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft werden jedoch berechtigte Bedenken hinsichtlich einer möglichen Störung des sensiblen Ökosystems von Ladakh durch die Einführung gebietsfremder Arten geäußert. Ökologen weisen mit Nachdruck darauf hin, dass einheimische Baumarten wie Pappeln und Weiden wesentlich besser an die spezifischen Bedingungen des Hochgebirges angepasst sein könnten als exotische Nutzpflanzen. Die Forschungsarbeiten werden daher mit großer Vorsicht fortgesetzt, um sicherzustellen, dass die Initiative im Einklang mit der nationalen Politik zur Stärkung der indischen Selbstversorgung steht. Parallel dazu werden innovative Ansätze wie der hydroponische Anbau von Kautschuk-Löwenzahn, insbesondere der Art Taraxacum kok-saghyz, intensiv untersucht, um die Biomassebildung in den Wurzeln unter kontrollierten Bedingungen zu optimieren.
In der Region Ladakh, die durch eine extrem hohe ökologische Sensibilität gekennzeichnet ist, erfordert jede Einführung neuer Arten eine akribische Bewertung der langfristigen Auswirkungen auf die lokale Biodiversität. Das Projekt stellt somit einen komplexen Balanceakt dar, bei dem die Notwendigkeit der agrarwirtschaftlichen Entwicklung gegen strenge ökologische Imperative abgewogen werden muss. Letztlich zielt die Forschung darauf ab, nachhaltige Wege zu finden, um die wirtschaftliche Resilienz der Region zu stärken, ohne das fragile Gleichgewicht der Natur in dieser einzigartigen Hochgebirgslandschaft zu gefährden.
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Quellen
Greater Kashmir
greaterkashmir
Tyre Trends
Kashmir Despatch
Kashmir Images
onlykashmir.in
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