Mexiko eröffnet künstliches Riff in Sonora mit versenktem Marineschiff

Bearbeitet von: An goldy

Am 1. Februar 2026 wurde in der Bucht von San Carlos im mexikanischen Bundesstaat Sonora das Unterwassermuseum des Sonora Artificial Reef System (SAAS) offiziell eingeweiht. Die feierliche Zeremonie, die unter der Leitung von Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stattfand, markierte einen Meilenstein für den regionalen Umweltschutz. Ein zentraler Bestandteil der Eröffnung war die kontrollierte Versenkung des ehemaligen Marineschiffs „Corrientes“, das nun auf dem Meeresgrund als neues Refugium für eine Vielzahl von Meeresbewohnern dient und den Grundstein für ein wachsendes Ökosystem legt.

Dieses ambitionierte Projekt gilt als eines der größten Vorhaben seiner Art in ganz Lateinamerika und sieht die strategische Platzierung von insgesamt vierzehn ausgemusterten Artefakten der Marine vor. Neben Schiffen umfasst die Planung auch die Integration eines Flugzeugs und eines Hubschraubers, um eine vielfältige Struktur für das künstliche Riff zu schaffen. Das SAAS-Projekt, das sich in der Nähe des markanten Berges Tetakawi befindet, verfolgt das Ziel, die maritime Umwelt nachhaltig zu schützen und gleichzeitig den Ökotourismus in der Region zu fördern. Dies eröffnet den Küstengemeinden neue wirtschaftliche Perspektiven durch verantwortungsvolles Tauchen und gezielte ökologische Bildungsangebote.

Die Initiative nahm bereits im März 2022 mit der Versenkung des ehemaligen Schiffes „Santos“ (PO-106) ihren Anfang. Seither konnten Experten bereits signifikante ökologische Fortschritte dokumentieren, da sich zahlreiche Fischarten und wirbellose Tiere an den neuen Strukturen angesiedelt haben. Bis zum Tag der offiziellen Einweihung wurden bereits zehn der geplanten fünfzehn Objekte erfolgreich im Meer positioniert. Die Liste der versenkten Einheiten ist beeindruckend und umfasst folgende Meilensteine:

  • Das Schiff „Santos“, versenkt am 3. März 2022.
  • Die „Suchiate“ (BI-05), die am 15. März 2024 den Meeresgrund erreichte.
  • Die „El Tanín“ (30. März 2025) sowie die „De La Fuente“ (PC-208, 12. April 2025).
  • Zusätzlich befinden sich bereits ein Hubschrauber, ein Flugzeugrumpf, ein Amphibienfahrzeug und drei Einheiten der Marineartillerie unter Wasser.

Die Errichtung künstlicher Riffe unter Verwendung von ausgemusterten Schiffen ist eine international bewährte Praxis, um Meeresökosysteme zu regenerieren, die durch den globalen Klimawandel und die intensive Überfischung stark unter Druck geraten sind. Projekte wie das SAAS sind darauf ausgelegt, natürliche Korallenriffe zu entlasten und einen Beitrag zur Kohlenstoffbindung im Ozean zu leisten. Ein kritischer Erfolgsfaktor ist dabei die gründliche Reinigung der Wracks von sämtlichen Schadstoffen vor der Versenkung. Diese strengen Umweltauflagen sind unerlässlich, um die langfristige Sicherheit der marinen Flora und Fauna sowie der Taucher zu garantieren.

Durch das SAAS-Projekt positioniert sich der Bundesstaat Sonora als erstklassiges Ziel für Tauchsport und ökologisch orientierten Tourismus in Lateinamerika. Mexiko knüpft damit an erfolgreiche Erfahrungen aus anderen Landesteilen an, in denen ähnliche Projekte nachweislich zur Stärkung lokaler Unternehmen und zur Attraktivitätssteigerung für internationale Besucher beigetragen haben. Über den wirtschaftlichen Aspekt hinaus wird die ökologische Aufklärung in den Küstenzonen als zentrales Instrument betrachtet, um die lokalen Gemeinschaften bei der Anpassung an Umweltveränderungen zu unterstützen und ein tieferes Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen.

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Quellen

  • El Heraldo de M�xico

  • Vanguardia

  • ContraRéplica - Noticias

  • El Imparcial

  • MVS Noticias

  • El Sol de Hermosillo | Noticias Locales, Policiacas, sobre México, Sonora y el Mundo

  • El Heraldo de México

  • Proyecto Puente

  • Uniradio Informa

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