Einheimische Frauen leiten Schneeleoparden-Überwachung im Spiti-Tal
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Im abgelegenen Spiti-Tal in Indien etabliert sich ein gemeinschaftsbasiertes Schutzmodell, bei dem einheimische Frauen die Verantwortung für die Überwachung des scheuen Schneeleoparden, des sogenannten „Geistes der Berge“, übernehmen. Diese Entwicklung ist von Bedeutung für das empfindliche Ökosystem des Himalayas, da die Großkatze historisch oft als Bedrohung für die Viehbestände der Bergbauern galt. Die Initiative stellt eine Verschiebung in der lokalen Naturschutzphilosophie dar, indem sie die Gemeinschaft direkt in die wissenschaftliche Datenerfassung einbindet.
Eine Gruppe von knapp einem Dutzend Frauen, die sich unter dem Namen „Shenmo“ formiert haben, arbeitet eng mit der Forstbehörde von Himachal Pradesh zusammen, um die Populationen dieser schwer fassbaren Raubtiere zu verfolgen und zu dokumentieren. Diese Frauen sind essenziell für die laufenden Biodiversitätsüberwachungen in der Region, die kürzlich als Cold Desert Biosphere Reserve anerkannt wurde. Das Cold Desert Biosphere Reserve, das sich über etwa 7.770 Quadratkilometer im Trans-Himalaya erstreckt, wurde im Jahr 2009 als Indiens erstes Hochgebirgs-Kaltwüsten-Reservat ausgewiesen und ist nun Teil des UNESCO-Netzwerks der Biosphärenreservate.
Die anfallenden Aufgaben sind physisch anspruchsvoll und erfordern Märsche in Höhenlagen von über 14.000 Fuß während der Wintermonate, um die Standorte der Überwachungskameras zu inspizieren. Die Mitglieder der Gruppe „Shenmo“ wurden geschult, um spezielle Kamerafallen für Populationserhebungen zu installieren und instand zu halten, was eine direkte Beteiligung an der wissenschaftlichen Methodik bedeutet. Darüber hinaus erlernen die Frauen die Analyse der gesammelten Bilddaten mithilfe spezialisierter Software, wodurch sich ihre Rolle von Gemeindemitgliedern zu aktiven Naturschutzpraktikerinnen wandelt.
Die Frauen, die ursprünglich durch saisonale Einkommensmöglichkeiten motiviert wurden, bekunden mittlerweile eine tief verwurzelte Verpflichtung zum Schutz der Spezies, die einst Gegenstand ihrer Furcht war. Das Cold Desert Biosphere Reserve, das sich über den Distrikt Lahaul-Spiti erstreckt, umfasst geschützte Gebiete wie den Pin Valley Nationalpark und das Kibber Wildlife Sanctuary und ist bekannt für seine windgepeitschten Hochebenen und Gletschertäler. Die Fauna des Reservats umfasst neben dem Schneeleoparden auch den Himalaya-Wolf und den Himalaya-Ibex. Die lokale Bevölkerung, die dort rund 12.000 Menschen umfasst, lebt primär von Agro-Pastoralismus sowie der Haltung von Yak und Ziege. Die Arbeit der „Shenmo“-Gruppe trägt direkt zur Erhaltung dieser seltenen Arten bei und dient als Modell für nachhaltige Entwicklung in extremen Höhenlagen.
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Quellen
BBC
BBC News India
Yahoo News Canada
The Logical Indian
Mongabay-India
Jokta Academy
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