Größtes Dugong-Habitat Indonesiens in Südwest-Moluccas als globales Ökosystem identifiziert

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Marine Schutzgebiete in den Gewässern Südwest-Moluccas, insbesondere rund um die Inseln Romang und Demar, weisen eine weltweit signifikante Biodiversität auf. Eine wissenschaftliche Expedition im Jahr 2025 belegte exzellente Indikatoren für die Gesundheit des Ökosystems, welche die Präsenz von intakten Korallenriffen, ausgedehnten Seegraswiesen und gesunden Mangrovenbeständen umfassten. Diese Unterwasserlandschaften sind für das marine Leben von fundamentaler Bedeutung, wobei Seegraswiesen als unverzichtbare Lebensräume und Kinderstuben für zahlreiche Meeresbewohner gelten, analog zur Rolle von Mangroven und Riffen.

Die Forschungsreise dokumentierte eine Fülle von Meerestieren, darunter Delfine, Haie, Meeresschildkröten und Wale. Eine herausragende Entdeckung war die Feststellung des größten Dugong-Habitats in ganz Indonesien in der Nähe der Insel Romang, wo insgesamt 32 Exemplare dieser Meeressäuger erfasst wurden. Dugongs, auch Seekühe genannt, sind direkt von diesen Seegraswiesen abhängig, da diese ihre Hauptnahrungsquelle darstellen; die Tiere weiden täglich mehrere Kilogramm Seegras und fördern dadurch einen dichten Wuchs. Dieses Areal erweist sich als ein kritischer Migrationskorridor für mindestens 24 geschützte und gefährdete Meeresarten, was seine internationale Relevanz unterstreicht.

Indonesische Behörden nutzen diese wissenschaftlichen Daten nun als Grundlage für die Entwicklung von Managementrichtlinien für die gesamte Region. Die Bewahrung der Artenvielfalt, wie sie Indonesien als einem der artenreichsten Länder der Erde innewohnt, ist ein zentrales Anliegen, wobei Naturschutzorganisationen wie der NABU sich auch für den Schutz der Meere und Küsten einsetzen. Die angestrebte Naturschutzstrategie zielt darauf ab, den ökologischen Schutz mit den lokalen ökonomischen Interessen in Einklang zu bringen, wobei insbesondere der nachhaltige Tourismus eine Schlüsselrolle spielen soll. Die Regierung plant Finanzierungsmodelle, bei denen der Erfolg der Naturschutzbemühungen direkt die regionale Wirtschaftsentwicklung speisen soll.

Trotz des immensen ökologischen Reichtums ist dieses vitale marine Ökosystem erheblichen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen destruktive Fischereipraktiken, die Plastikverschmutzung – ein Problem, das Indonesien aktiv bekämpft, da bis 2025 voraussichtlich über 250 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gelangen könnten – und sogenannte Geisternetze. Die effektive Sicherung dieses Gebietes erfordert eine koordinierte Verwaltung, die alle relevanten Akteure einbezieht, um die Lebensgrundlagen der Tier- und Pflanzenwelt zu gewährleisten.

Die Bedeutung von Seegraswiesen reicht über den direkten Lebensraum hinaus, da sie eine erhebliche Kapazität zur Kohlenstoffbindung besitzen; sie können Kohlendioxid bis zu 35-mal schneller aufnehmen als tropische Regenwälder und spielen somit eine wichtige Rolle bei der Regulierung des atmosphärischen CO2-Gehalts. Die indonesische Regierung und internationale Partner wie die UNWTO fördern Projekte, um den Tourismussektor nachhaltiger zu gestalten und so Ökosysteme wie diese zu schützen, was die Verknüpfung von Ökologie und Wirtschaft weiter festigt. Die Sicherung der Romang- und Demar-Region ist somit ein exemplarisches Vorhaben für den Erhalt mariner Schlüsselregionen in Südostasien.

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Quellen

  • detik Travel

  • Duta Nusantara Merdeka

  • Berita Terkini Indonesia

  • ANTARA News

  • detikTravel

  • Merdeka.com

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