Studie bestätigt tiefe, sichere Bindungen zwischen Katzen und ihren Besitzern
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Wissenschaftliche Untersuchungen haben die lang gehegte Annahme entkräftet, dass Katzen aufgrund ihrer vermeintlich unabhängigen Natur keine tiefgehenden emotionalen Bindungen zu Menschen aufbauen können. Eine Studie der Oregon State University (OSU) lieferte empirische Belege dafür, dass die Verbindung zwischen Hauskatzen und ihren Bezugspersonen tiefgreifend ist und Muster aufweist, die denen zwischen Hunden und menschlichen Säuglingen ähneln.
Die Forschung unter der Leitung von Kristyn Vitale vom Human-Animal Interaction Lab der OSU setzte den sogenannten „Secure Base Test“ ein, eine Methode, die ursprünglich zur Bewertung der Bindung bei Kindern und Hunden entwickelt wurde. Die Untersuchung analysierte das Verhalten der Katzen in einer unbekannten Umgebung, die in drei Phasen unterteilt war: eine zweiminütige Interaktion mit dem Besitzer, gefolgt von einer zweiminütigen Trennung und einer abschließenden Wiedervereinigung. Die Ergebnisse zeigten, dass eine signifikante Mehrheit der getesteten Tiere eine sichere Bindung manifestierte.
Konkret wiesen 64,3 % der 70 klassifizierbaren Kätzchen eine sichere Bindung auf, während 35,7 % unsicher gebunden waren. Bei 38 älteren erwachsenen Katzen waren die Verteilungen mit 65,8 % sicheren und 34,2 % unsicheren Bindungen nahezu identisch. Sicher gebundene Tiere nutzten ihre Besitzer als sichere Basis, um die fremde Umgebung zu erkunden, was ein Indikator für Vertrauen ist. Bei der Wiedervereinigung suchten diese Tiere aktiv den Trost ihrer Bezugsperson, was darauf hindeutet, dass der Mensch in Stresssituationen eine primäre Quelle der Geborgenheit darstellt.
Im Gegensatz dazu zeigten unsicher gebundene Katzen Anzeichen von Stress wie Schwanzzucken oder Lippenlecken und verhielten sich entweder vermeidend oder klammernd. Die Forscher, zu deren Team auch Monique Udell und Alexandra Behnke gehörten, kategorisierten diese Bindungsstile erfolgreich und stellten fest, dass die festgestellten Proportionen erstaunlich genau den 65 % sicherer Bindungen entsprechen, die typischerweise bei menschlichen Säuglingen beobachtet werden. Diese Fähigkeit zur Bindung wird als biologisch relevantes Verhalten eingestuft, das den Prozess der Domestizierung überdauert hat.
Zusätzliche Analysen zeigten, dass sechs Wochen Sozialisierungstraining die etablierten Bindungsprozentsätze nicht signifikant veränderten, was auf eine relative Stabilität des einmal etablierten Bindungsstils hindeutet. Die Ergebnisse legen nahe, dass die soziale Flexibilität von Katzen bisher unterschätzt wurde. Ergänzende Forschung deutet darauf hin, dass unsicher gebundene Katzen anfälliger für problematisches Verhalten sein können, während sicher gebundene Katzen nach der Interaktion mit ihren Besitzern einen Anstieg des Bindungshormons Oxytocin zeigten. Diese wissenschaftliche Fundierung untermauert die Rolle des Besitzers als Ankerpunkt für das emotionale Gleichgewicht des Tieres.
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Quellen
Olhar Digital - O futuro passa primeiro aqui
Universo Digital
Canal do Pet
IA MonitorNews
Oregon State University
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