Neurowissenschaftliche Belege: Hunde differenzieren zwischen menschlichen Stimmen und Sprachen

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle Forschungsergebnisse belegen die Fähigkeit von Haushunden, menschliche Stimmen von anderen Schallquellen zu trennen und zu verarbeiten. Forscher der Eötvös Loránd Universität (ELTE) in Budapest nutzten bildgebende Verfahren, um die kognitiven Mechanismen hinter dieser Unterscheidung zu analysieren. Die Erkenntnisse belegen die tief verwurzelte kommunikative Bindung, die sich über Jahrtausende der Koexistenz zwischen Caniden und Menschen entwickelt hat.

Die Studien zeigen, dass Hunde vokale Äußerungen von Menschen und Artgenossen in unterschiedlichen neuronalen Arealen kodieren. Dies deutet auf eine spezialisierte Verarbeitung hin, die über die bloße akustische Wahrnehmung hinausgeht und die soziale Relevanz der Quelle berücksichtigt. Der Einsatz von Elektroenzephalographie (EEG) und funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) lieferte den Nachweis für diese Verarbeitungstrennung. Hirnaktivitätsmuster von Hunden zeigen eine klare Divergenz, wenn sie menschliche Sprache im Vergleich zu Hundebellen hören. Forscher der ELTE, darunter Attila Andics und Kollegen, untersuchten die Hirnaktivität von Hunden und Menschen gleichzeitig, indem sie fast 200 verschiedene Laute vorspielten, um die neuronalen Korrelate der Stimmwahrnehmung zu kartieren.

Ein zentraler Befund ist die verbesserte Erkennungsleistung der Hunde, wenn sie die Stimme ihrer primären Bezugsperson hören. Diese Fähigkeit wird auf die höhere Frequenz und Intensität der vokalen Interaktionen mit dieser spezifischen Person zurückgeführt, was eine neuronale Präferenz durch Erfahrung schafft. Darüber hinaus konnten Studien nachweisen, dass Hunde den emotionalen Gehalt in menschlichen Lauten – wie Freude oder Kummer – anhand der Intonation erkennen können. Dies deutet auf eine parallele Verarbeitung emotionaler Botschaften im Gehirn hin, ähnlich wie beim Menschen.

Bemerkenswerterweise erstreckt sich diese kognitive Leistung auch auf die Unterscheidung verschiedener Sprachen. Eine Arbeit, an der Laura V. Cuaya als Erstautorin beteiligt war, zeigte, dass Hunde unterschiedliche Aktivitätsmuster im primären auditorischen Kortex aufweisen, wenn sie zwischen zwei Sprachen unterscheiden, die sie von ihren Besitzern gehört haben – beispielsweise Spanisch und Ungarisch. Dies ist ein Nachweis dafür, dass ein Nicht-Säugetierhirn zwei Sprachen differenzieren kann. Die Forscher stellten fest, dass Hunde zwar zwischen Sprache und Nicht-Sprache unterscheiden können, der zugrundeliegende Mechanismus jedoch möglicherweise in der Detektion der Natürlichkeit des Klangs liegt, anstatt einer spezifischen Abstimmung auf Sprache wie beim Menschen.

Eine separate Untersuchung der ELTE-Ethologen, an der über 700 Hundebesitzer teilnahmen, klassifizierte die Mensch-Hund-Beziehung als eine Mischung aus Eltern-Kind-Bindung und bester Freundschaft, gekennzeichnet durch Zuneigung und Vertrauen. Die Fähigkeit, die Stimme des Besitzers zu erkennen, selbst wenn Geruch und Sicht ausgeschlossen sind, wurde in einem Versteckspiel getestet, bei dem Hunde ihren Besitzer in 82% der Fälle anhand der Stimme identifizierten, selbst im Vergleich zu Stimmen von 14 verschiedenen Fremden. Diese Ergebnisse unterstreichen die evolutionäre Anpassung des Hundes an das anthropogene Umfeld und die gegenseitige Beeinflussung in der Kommunikation.

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Quellen

  • El Universal

  • 88.9 Noticias

  • Grupo Marmor

  • KCH FM

  • PubMed

  • TUN

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