Zellkultur-Durchbruch bei Tauben ebnet Weg zur Dodo-De-Extinktion
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Das texanische Biotechnologieunternehmen Colossal Biosciences hat einen wesentlichen Meilenstein in seinem Vorhaben zur Wiederbelebung des Dodos, einer Spezies, die vor etwa drei Jahrhunderten ausstarb, erreicht. Dieser Erfolg, der die Machbarkeit der Dodo-Resurrektion untermauert, liegt in der erstmaligen erfolgreichen Kultivierung primärer Keimzellen (PGCs) der Taube begründet. PGCs sind die biologischen Vorläufer von Spermien und Eizellen und somit essenziell für die angestrebte Wiederherstellung der Spezies.
Die genetische Grundlage für das Projekt liefert die Nicobar-Taube, den engsten lebenden Verwandten des Dodos, dessen Referenzgenom das Forschungsteam bereits kartiert hat. Die wissenschaftliche Strategie sieht vor, mit Dodo-Merkmalen modifizierte PGCs in gentechnisch veränderte Hühnerembryonen zu injizieren, die als temporäre Ersatzwirte dienen. Anna Keyte, Director of Avian Species bei Colossal, erläuterte, dass das fast 20 Jahre alte Kulturrezept für Hühner-PGCs bei anderen Vogelarten, selbst bei nahen Verwandten wie Wachteln, nicht funktionierte. Die nun gefundene Lösung für Tauben-PGCs wurde nach dem Testen von über 300 Kombinationen von Wachstumsfaktoren, kleinen Molekülen und Metaboliten entwickelt. Diese kultivierten Zellen wachsen seit über zwei Monaten mit einer Verdopplungsrate von 35 Stunden und migrieren nachweislich in die Gonaden von Ersatzembryonen.
Dr. Beth Shapiro, CSO des Unternehmens, betonte die Wichtigkeit dieses Erfolgs für das Dodo-Projekt und die allgemeine Vogelkonservierung. Die Forschung an den PGCs der Nicobar-Taube lieferte Einblicke in den optimalen Weg für genetische Edits beim Dodo. Parallel dazu hat das Unternehmen einen Schwarm gentechnisch veränderter Hühner etabliert, die als potenzielle Surrogatwirte für Dodos und andere gefährdete Vogelarten fungieren können. CEO Ben Lamm prognostiziert, dass sichtbare Resultate dieses wissenschaftlichen Durchbruchs innerhalb von fünf bis sieben Jahren eintreten könnten.
Colossal Biosciences, 2021 von dem Harvard-Genetiker George Church und dem Unternehmer Ben Lamm gegründet und mit Hauptsitz in Dallas, Texas, treibt diese und weitere Projekte, wie die Wiederbelebung des Tasmanischen Tigers und des Wollhaarmammuts, mit erheblicher finanzieller Unterstützung voran. Seit seiner Gründung im September 2021 hat das Unternehmen über 555 Millionen US-Dollar an Kapital aufgenommen, was zu einer Unternehmensbewertung von 10,32 Milliarden US-Dollar führte. Eine kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde der Serie C, angeführt von TWG Global, brachte 200 Millionen US-Dollar ein und machte das Unternehmen zum „Decacorn“.
Parallel zu den genetischen Arbeiten hat Colossal das Mauritius Dodo Advisory Committee ins Leben gerufen, das sich aus kulturellen, kommerziellen, staatlichen und gemeinschaftlichen Führungspersönlichkeiten von Mauritius zusammensetzt. Dieses Komitee erörtert vierteljährlich die Machbarkeit, Bedenken und Bedürfnisse der Öffentlichkeit hinsichtlich der sicheren Wiedereinführung des Dodos und berät lokale Naturschutzbemühungen. Die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Mauritian Wildlife Foundation zielt darauf ab, kritische Ökosysteme durch die Entfernung invasiver Arten und Wiederbepflanzung wiederherzustellen.
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Quellen
Notiulti
Sciencepost
Colossal's Breakthrough in Dodo De-Extinction: First Pigeon Germ-Cell Culture
Colossal Advances Dodo De-Extinction with Significant, World's First Breakthrough in Pigeon PGCs and Secures an Additional $120M in Funding for Species Expansion - Business Wire
Company Brings the Dodo One Step Closer to De-Extinction — While Its Dire Wolves Continue to Thrive (Exclusive) - People.com
Ben Lamm - Wikipedia
WGS 2026 - World Government Summit
Company Brings the Dodo One Step Closer to De-Extinction — While Its Dire Wolves Continue to Thrive (Exclusive) - People.com
Colossal Biosciences
BREAKTHROUGH: Bringing the Dodo Back from Extinction - YouTube
Highlights From the 2026 TIME100 Davos Dinner - Time Magazine
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