Mütterliches Burnout 2026: Innere Ansprüche als Hauptursache laut Analyse

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die Analyse der psychosozialen Verfassung von Müttern im Jahr 2026 zeigt eine fortwährende Burnout-Krise, deren primäre Triebkraft ein immenser innerer Leistungsanspruch ist, der über die bloße Komplexität der Alltagsorganisation hinausgeht. Diese tiefgreifende Erschöpfung resultiert aus einem gesellschaftlichen Imperativ, der häusliche Pflichten und Kindererziehung über die eigene Selbstfürsorge stellt. Diese Realität steht in scharfem Kontrast zu den häufig idealisierten Darstellungen in sozialen Medien, wodurch die Kluft zwischen medialer Fassade und der tatsächlichen Zeitknappheit vieler Mütter die Situation verschärft.

Die Autorin Diana Al Azem beleuchtet diese Problematik, indem sie das unerreichbare Ideal der sogenannten „Fleximoms“ – Mütter, die scheinbar mühelos Flexibilität, Selbstfürsorge und Empowerment vereinen – der harten Realität des Zeitmangels gegenüberstellt. Al Azem argumentiert dezidiert, dass die zentrale Barriere nicht im überfrachteten Terminkalender liegt, sondern in der inneren Selbstexigenz, dem unerbittlichen Drang, allen Erwartungen gerecht werden zu müssen. Dieser innere Druck wird durch die gesellschaftliche Norm verstärkt, die von Müttern verlangt, stets perfekt zu funktionieren. KKH-Expertin Dr. Aileen Könitz sieht darin ein Warnsignal, da dauerhafter Stress zu chronischer Erschöpfung führen kann.

Die Forschung belegt diesen Druck: Während 2019 etwa 40 Prozent der Mütter dies angaben, stieg dieser Anteil laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der KKH bis zum aktuellen Zeitpunkt auf knapp zwei Drittel (63 Prozent). Knapp zwei Drittel der Mütter fühlen sich demnach durch die Arbeitsbelastung im Haushalt unter Druck gesetzt. Als konstruktive Gegenmaßnahme propagiert Al Azem die Implementierung von „Mikromomenten“ der Selbstfürsorge im Tagesablauf, wie das bewusste Hören der bevorzugten Musik in einer ungestörten Minute. Darüber hinaus wird die Berechtigung mütterlicher Wut anerkannt, ein Gefühl, das oft durch den Zwang zur Aufrechterhaltung einer makellosen Fassade unterdrückt wird, um Schuldgefühle wegen Nichterfüllung idealisierter Elternstandards zu vermeiden.

Effektive Bewältigungsstrategien konzentrieren sich auf den Aufbau von Verbundenheit und Authentizität innerhalb unterstützender Gruppen von Müttern, oft als „Tribes“ bezeichnet. Dieser geteilte Erfahrungsschatz bietet eine Entlastung von der Angst vor Verurteilung und kontert die implizite Annahme, dass die Wiedererlangung der persönlichen Identität dem Wohlergehen der Kinder abträglich sei. Solche Peer-to-Peer-Unterstützungsnetzwerke, die auf gemeinsamen Lebenserfahrungen und Gleichrangigkeit basieren, bieten Rückhalt in Phasen hoher Belastung.

Die zentrale Erkenntnis zur Bewältigung dieser Belastung liegt in der Akzeptanz von Grenzen: Es ist unter bestimmten Umständen akzeptabel, nicht alle gesteckten Ziele zu erreichen. Dies stellt eine Abkehr vom Perfektionismus dar, den Nathalie Klüver als einen der Hauptgründe für das Mutterideal identifiziert. Die KKH-Expertin Dr. Könitz betont, dass die Elternrolle unkündbar sei, im Gegensatz zu einem Beruf, was die Prävention von Burnout umso wichtiger macht und bei der Selbstreflexion der eigenen Bedürfnisse ansetzen muss. Die gesellschaftliche Erwartungshaltung, die Mütter dazu drängt, ständig 120 Prozent zu geben, versetzt sie in einen Zustand permanenter Anspannung, aus dem der Ausweg oft nur durch das bewusste Ablegen des Anspruchs auf Perfektion gefunden werden kann.

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Quellen

  • EL PAÍS

  • Plataforma Editorial

  • Casa del Libro

  • EL PAÍS

  • Magisnet

  • Google Play

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