Genetische Brücken zwischen Mensch und Golden Retriever: Forscher entdecken gemeinsame Wurzeln emotionaler Merkmale

Bearbeitet von: Katerina S.

Wissenschaftler der Universität Cambridge haben eine bemerkenswerte genetische Überschneidung zwischen Golden Retrievern und Menschen aufgedeckt, die spezifische emotionale und verhaltensbezogene Eigenschaften betrifft. Diese wegweisende Forschung, publiziert in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“, liefert erstmals den Nachweis, dass bestimmte Gene, welche das Verhalten von Hunden steuern, auch mit menschlichen Merkmalen wie Ängstlichkeit, Depressionsneigung und Intelligenzniveau korrelieren.

Das Forschungsteam widmete sich der Analyse des genetischen Materials von 1300 Golden Retrievern. Diese genetischen Daten wurden sorgfältig mit Verhaltensbeurteilungen abgeglichen, die von den Besitzern der Hunde mittels detaillierter Fragebögen eingeholt wurden. Dieses Mammutprojekt, bekannt als Golden Retriever Lifetime Study, wurde 2012 mit Unterstützung der Morris Animal Foundation ins Leben gerufen. Über die Jahre hinweg wurden jährlich Fragebögen ausgefüllt, welche 73 unterschiedliche Verhaltensweisen erfassten, die in 14 spezifische Kategorien unterteilt waren. Diese umfangreiche Datensammlung ermöglichte eine verlässliche Vorhersage verschiedener Charaktereigenschaften.

Durch eine umfassende genomweite Assoziationsstudie konnten die Wissenschaftler zwölf Gene identifizieren, die direkt mit den Verhaltensmustern der Hunde in Verbindung stehen. Dazu gehören Aspekte wie die Lernfähigkeit, das Energielevel, die Reaktion auf unbekannte Objekte (Furcht) und Aggressionsverhalten. Der anschließende Vergleich mit menschlichen Genomdaten zeigte, dass genau diese zwölf identifizierten Hundegene auch die Grundlage für menschliche emotionale Zustände und Verhaltensweisen bilden. Dr. Eleanor Raffan, die Leiterin der Untersuchung, betonte, dass diese Ergebnisse eindrücklich belegen, dass beiden Spezies eine gemeinsame genetische Basis für ihr Verhalten zugrunde liegt.

Besondere Aufmerksamkeit erregte das Gen PTPN1. Bei Golden Retrievern wird dieses Gen mit Aggression gegenüber Artgenossen in Verbindung gebracht, während es beim Menschen sowohl mit hoher Intelligenz als auch mit einem erhöhten Risiko für Depressionen assoziiert wird. Ein weiterer Marker, der bei Retrievern auftrat, die zu „unssozialer Angst“ neigen – beispielsweise Angst vor Haushaltsgeräten wie Staubsaugern – korreliert beim Menschen mit erhöhter Reizbarkeit und Sensibilität. Die Forscher, darunter der Erstautor der Studie, Doktorand Enoch Alex, heben hervor, dass die Genetik das Verhalten maßgeblich beeinflusst. Dies bedeutet, dass manche Hunde von Natur aus anfälliger für Stress sind, was fälschlicherweise als bloße „Erziehungsfrage“ abgetan werden könnte.

Ein weiterer wichtiger Befund betrifft das Gen ROMO1, welches die Lernfähigkeit der Golden Retriever bestimmt. Beim Menschen steht dieses Gen im Zusammenhang mit Intelligenzquotienten und emotionaler Empfänglichkeit. Diese Beobachtung untermauert die Notwendigkeit, bei der Erziehung von Haustieren deren emotionalen Zustand zu berücksichtigen. Die Erkenntnis über die genetische Grundlage von Merkmalen wie der Ängstlichkeit bei Retrievern und der generellen Angststörung beim Menschen könnte neue Wege für medikamentöse Behandlungen in der Veterinärmedizin eröffnen. Professor Daniel Mills merkte an, dass die Konzentration auf eine einzige Rasse den genetischen „Hintergrundrauschen“ eliminierte und Hunde somit zu einem wertvollen Modell für die Erforschung menschlicher psychischer Zustände macht.

Quellen

  • RTE.ie

  • www.nationalgeographic.com.es

  • Daily Sabah

  • ФОКУС

  • Popular Science

  • University of Cambridge

  • ScienceBlog.com

  • Ground News

  • India Today Science Desk

  • University of Cambridge

  • PNAS

  • Neuroscience News

  • Nautilus Magazine

  • Daily Sabah

  • Golden retriever and human behaviours are driven by same genes

  • Golden retrievers and human behaviours are driven by same genes, researchers discover

  • GWAS for behavioral traits in golden retrievers identifies genes implicated in human temperament, mental health, and cognition | PNAS

  • Dr Eleanor Raffan announced as a 2025 Springboard awardee by the Academy of Medical Sciences

  • Neuroscience News

  • Earth.com

  • University of Cambridge

  • Popular Science

  • The Laconia Daily Sun

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