Pädagogischer Gegenentwurf: Lehrerin in Fort Worth setzt auf Handschrift gegen KI

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Im Fort Worth Independent School District (FWISD) verfolgt die Pädagogin Chanea Bond an der Southwest High School einen bemerkenswerten Ansatz im Kampf gegen die Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in ihren Kompositionskursen. Bond setzt auf eine weitgehend analoge Lehrmethodik, um die Abhängigkeit von digitalen Werkzeugen zu minimieren, ein Fokus, der sich bis in das Jahr 2026 erstreckt. Die Methode erfordert von den Schülern, jede Unterrichtsstunde mit dem Führen physischer Tagebücher zu beginnen. Darüber hinaus müssen fast alle Leistungsnachweise handschriftlich erstellt und in physischer Form abgegeben werden, eine direkte Reaktion auf die zunehmende Verfügbarkeit von KI-Tools im Bildungsbereich.

Die Richtlinien des FWISD untermauern Bonds Strategie, indem sie die Nutzung von KI zur Erledigung von Aufgaben explizit als akademische Unehrlichkeit einstufen. Ihr Lehrplan legt Wert auf den Nachweis kognitiver Beteiligung in jeder Phase des Schreibprozesses. Bewertete Schritte wie der handschriftliche Entwurf, die Gliederung, die These und das Literaturverzeichnis fließen in die Gesamtnote ein, da der Weg zur Fertigstellung als ebenso wichtig erachtet wird wie das Endprodukt. Technologie nimmt in Bonds Unterrichtsumfeld eine Ausnahme statt der Regel ein; Schüler tippen Abschlussaufsätze nur dann auf Computern, wenn dokumentierte medizinische Ausnahmeregelungen dies erfordern.

Diese Betonung fundamentaler Fertigkeiten steht im Kontrast zu breiteren nationalen Entwicklungen. Eine Umfrage vom Juli 2025 ergab, dass bereits 61 % der Lehrkräfte KI einsetzten, während Bundesbehörden im Jahr 2025 die KI-Alphabetisierung förderten. Die Divergenz wird im Vergleich zu anderen großen Schulbezirken deutlich: Der Miami-Dade County Public Schools (MDCPS), der drittgrößte Distrikt des Landes, führte bis Ende 2025 den Gemini-Chatbot von Google bei über 100.000 Oberstufenschülern ein, eine der größten KI-Implementierungen an US-Schulen. Zuvor hatte MDCPS Chatbots wegen Betrugsbedenken verboten, vollzog jedoch eine Kehrtwende, um Schüler auf sich entwickelnde Karriereanforderungen vorzubereiten.

Parallel dazu investierte der Bundesstaat New Jersey im Rahmen des Fiskaljahres 2025 signifikant in die KI-Integration. New Jersey stellte 1,5 Millionen US-Dollar für zwei Zuschussprogramme bereit, die bis zum 31. Januar 2026 liefen. Eines dieser Programme, der „Artificial Intelligence Innovation in Education Grant“, unterstützte zehn Schulbezirke bei der Erprobung generativer KI für personalisiertes Lernen und ethische Lehrplangestaltung. Diese staatlichen Initiativen zur Förderung der KI-Kompetenz stehen im direkten Gegensatz zu Bonds Rückbesinnung auf den handschriftlichen Ausdruck als Mittel zur Sicherstellung eigenständigen Denkens.

Die breitere pädagogische Landschaft zeigt eine rasante Zunahme der KI-Nutzung. Ein Bericht des Center for Democracy and Technology vom Oktober 2025 belegte, dass 85 % der Lehrer und 86 % der Schüler im Schuljahr 2024-2025 KI nutzten. Zudem befürchtet ein erheblicher Teil der befragten Hochschulfakultäten, dass die übermäßige Abhängigkeit von generativer KI die Integrität akademischer Abschlüsse negativ beeinflussen wird, wobei 74 % diese Annahme teilen. Lehrerin Bond positioniert sich mit ihrem streng analogen Ansatz als Verfechterin der grundlegenden Fähigkeit zum tiefgründigen Formulieren, bevor sich Schüler vollständig auf automatisierte Prozesse verlassen.

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Quellen

  • KGOU 106.3

  • Fort Worth ISD Superintendent Report

  • Education Week

  • WLRN

  • The White House

  • NJ.gov

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