Spanische Forscher erzielen partielle Sehverbesserung nach kortikaler Mikrostimulation

Bearbeitet von: Elena HealthEnergy

Spanische Wissenschaftler meldeten im Jahr 2026 einen signifikanten Befund in der Neurorehabilitation: Ein Patient, der infolge einer irreversiblen Schädigung des Sehnervs vollständig erblindet war, erlangte nach einer klinischen Studie teilweise sein natürliches Sehvermögen zurück. Diese Entwicklung ist von Bedeutung, da sie ein Potenzial zur Wiederherstellung des Sehens in Fällen aufzeigt, die bislang als aussichtslos galten, und eine unerwartete Neuroplastizität im erwachsenen Gehirn Jahre nach einer schweren Verletzung belegt.

Die zentrale Beobachtung dieser Forschung ist, dass eine elektrische Stimulation, die ursprünglich zur Evaluierung einer kortikalen Sehprothese konzipiert war, unbeabsichtigt die spontane Erholung des natürlichen Sehvermögens bei einem Probanden auslöste, der seit über drei Jahren blind war. Die Forscher des Bereichs Bioingenieurwesen, Biomaterialien und Nanomedizin des CIBER (CIBER-BBN) führten die Studie in Kooperation mit der Universidad Miguel Hernández de Elche (UMH) in Alicante durch. Das ursprüngliche Ziel des Experiments bestand darin, künstliche visuelle Wahrnehmungen, sogenannte Phosphene, zu erzeugen. Der Proband litt an einer bilateralen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (AION), einer Schädigung des Sehnervs durch Sauerstoffmangel.

Interessanterweise begann der Freiwillige bereits zwei Tage nach der Operation, während seines Krankenhausaufenthalts, Lichter und Bewegungen wahrzunehmen. Er konnte die Positionen der Arme von Forschern beschreiben und „sich bewegende Schatten“ unterscheiden. Diese visuelle Besserung trat spontan ein und hielt nachhaltig an, selbst nachdem das intrakortikale Implantat physisch entfernt wurde. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Brain Communications veröffentlicht und deuten darauf hin, dass das erwachsene Gehirn über eine größere Regenerationsfähigkeit verfügt, als traditionell angenommen.

Dr. Eduardo Fernández Jover, der leitende Forscher, hob hervor, dass die Wiederherstellung des natürlichen Sehvermögens nicht das primäre Ziel der Intervention gewesen sei. Der Patient absolvierte ein tägliches visuelles Training zur Bewertung der Lichtwahrnehmung und zunehmend komplexerer Aufgaben. Obwohl die Sehschärfe im Laufe der Zeit leicht abnahm, wird der Erfolg als wichtiger technischer Triumph gewertet. Die AION, insbesondere die nicht-arteriitische Form, die den Patienten betraf, kann zu einem irreversiblen Verlust retinaler Ganglienzellen führen. Die Fähigkeit des erwachsenen Gehirns, nach einer derartigen Beeinträchtigung eine funktionelle Wiederherstellung zu zeigen, stellt einen signifikanten Befund dar und eröffnet neue Perspektiven für zukünftige, möglicherweise nicht-chirurgische Therapieansätze, die auf den Prinzipien der Neuroplastizität basieren.

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Quellen

  • NEXpanama

  • SinEmbargo MX

  • CIBER-BBN

  • Faro de Vigo

  • EFE

  • LaSexta

  • El Debate

  • GeneOnline News

  • EurekAlert!

  • BIOENGINEER.ORG

  • iSanidad

  • Onda Cero

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