Irland verstetigt Grundeinkommen für Kulturschaffende: Ein Meilenstein für die Kreativwirtschaft
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am 10. Februar 2026 hat Irland offiziell das Programm „Basic Income for the Arts“ (BIA) als dauerhafte staatliche Maßnahme etabliert. Dieser Beschluss des Kabinetts markiert den entscheidenden Übergang von einer dreijährigen Pilotphase, die im Jahr 2022 ins Leben gerufen wurde, um die negativen Auswirkungen der Pandemie auf den Kultursektor abzufedern. Damit festigt das Land seine Rolle als internationaler Vorreiter in der systematischen staatlichen Künstlerförderung und schafft eine verlässliche Basis für professionell Kreative.
Kulturminister Patrick O’Donovan TD, der sein Amt im Januar 2025 antrat, bezeichnete diesen Schritt als einen historischen Wendepunkt für die irische Kunstszene und die Art und Weise, wie Kreativität gesellschaftlich wertgeschätzt wird. Das Programm sieht wöchentliche Zahlungen in Höhe von 325 Euro vor, die an 2.000 im Wettbewerbsverfahren ausgewählte Kunstschaffende über einen Zeitraum von drei Jahren fließen. Um eine möglichst breite Teilhabe zu gewährleisten, sind Empfänger des Zyklus 2026–2029 von der Bewerbung für die direkt folgende Förderperiode ausgeschlossen, was eine langfristige Fluktuation der Teilnehmer sicherstellen soll.
Der offizielle Bewerbungsprozess für das Jahr 2026 startet im Mai, wobei die ersten Auszahlungen für September 2026 geplant sind und bis September 2029 andauern werden. Nach Ablauf dieser Frist ist eine dreimonatige Übergangsphase mit degressiven Zahlungen vorgesehen, um den Künstlern die Anpassung an die Zeit nach der Förderung zu erleichtern. Bewerber müssen eine aktive, professionelle künstlerische Tätigkeit mit Schwerpunkt in Irland nachweisen. Die Entscheidung für die Verstetigung stützt sich auf eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse von Alma Economics, die belegt, dass jeder investierte Euro einen gesellschaftlichen Mehrwert von 1,39 Euro generiert. Durch höhere Steuereinnahmen und sinkende Sozialausgaben konnten die Nettokosten des Pilotprojekts auf unter 72 Millionen Euro gesenkt werden.
Peter Power, Komponist und Mitglied der National Campaign for the Arts, betonte die positiven Auswirkungen der Förderung: Teilnehmer konnten sich verstärkt ihrer kreativen Arbeit widmen, anstatt ihre Zeit mit fachfremden Jobs zur bloßen Existenzsicherung zu verbringen. Für den Start des Dauerprogramms wurden im Haushalt 2026 Mittel in Höhe von 18,27 Millionen Euro bereitgestellt. Dennoch äußerten aktuelle Stipendiaten Besorgnis über die finanzielle Lücke zwischen dem Ende des Pilotprojekts im Februar 2026 und dem Beginn der neuen Zahlungen im September desselben Jahres.
Das ursprüngliche Pilotprojekt startete 2022 mit 2.000 Künstlern, die aus einem Pool von über 8.000 Bewerbern ausgewählt wurden. Während ähnliche Versuche in Städten wie San Francisco oder New York zeitlich begrenzt blieben, ist die irische Initiative die weltweit erste ihrer Art, die in ein unbefristetes Modell überführt wurde. Die feierliche Bekanntgabe fand im historischen Bewley’s Café in Dublin statt, genauer gesagt im geschichtsträchtigen James Joyce Room, was die kulturelle Bedeutung des Anlasses unterstrich.
Trotz der intensiven Beteiligung des Ministeriums für öffentliche Ausgaben und Reformen an den Finanzverhandlungen signalisierte Minister O’Donovan die Absicht, sowohl die Anzahl der Empfänger als auch die Höhe der Bezüge künftig zu steigern, sofern der Haushalt dies zulässt. Die detaillierten Richtlinien und Auswahlkriterien für die neue Phase sollen im April 2026 veröffentlicht werden, um Transparenz für alle Interessierten zu schaffen und den Weg für die nächste Generation irischer Kunstschaffender zu ebnen.
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Quellen
Reuters
The MU
Irish Examiner
Citizens Information
The Straits Times
Department of Culture, Communications and Sport.
Fine Gael
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