Europol zerschlägt riesiges Kokain-Netzwerk: Schmuggelroute von Südamerika über Spanien nach Island aufgedeckt

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Anfang Februar 2026 gelang den europäischen Sicherheitsbehörden ein entscheidender Schlag gegen das organisierte Verbrechen. Europol gab die Zerschlagung einer weitreichenden transnationalen kriminellen Vereinigung bekannt, die sich auf den großangelegten Schmuggel von Betäubungsmitteln spezialisiert hatte. Die Gruppe operierte über Kontinente hinweg und transportierte Kokain, MDMA, Methamphetamin sowie Ketamin von Südamerika bis nach Island. Als zentraler logistischer Drehpunkt für diese illegalen Geschäfte diente Spanien. Dank einer präzise koordinierten Aktion unter der Leitung von Eurojust in Den Haag konnten insgesamt 24 Verdächtige in fünf verschiedenen Ländern festgenommen werden, was die Effektivität der internationalen justiziellen Zusammenarbeit unterstreicht.

Die Ermittlungen, an denen Polizeikräfte aus Litauen, Spanien und Island unter aktiver Unterstützung von Europol und Eurojust beteiligt waren, legten ein hochkomplexes Logistiksystem offen. Die Kriminellen setzten auf raffinierte Schmuggelmethoden, bei denen Kuriere die Drogen entweder im Reisegepäck versteckten oder die Substanzen – teils in flüssiger Form – in Paketen schluckten. Nach dem Transit über Spanien erfolgte die Verteilung der Ware auf dem isländischen Markt. Die Ermittler schätzen, dass die kriminellen Gewinne aus diesen Aktivitäten die Marke von 4 Millionen Euro überschritten haben. Diese Gelder wurden mutmaßlich durch gezielte Investitionen in Immobilien und andere Vermögenswerte auf litauischem Staatsgebiet gewaschen, um sie in den legalen Wirtschaftskreislauf zu integrieren.

Der Umfang der polizeilichen Maßnahmen war beachtlich: Im Rahmen der Operation wurden insgesamt 41 Durchsuchungen an Wohnsitzen der Verdächtigen durchgeführt. Dabei stellten die Beamten erhebliche Mengen an Rauschgift sicher, darunter mehr als 39 Kilogramm Kokain, 5100 MDMA-Tabletten sowie jeweils ein Kilogramm Ketamin und Methamphetamin. Neben den Drogen wurden auch beträchtliche finanzielle Mittel konfisziert, darunter Bargeld, Krypto-Wallets und diverse elektronische Datenträger. Die Festnahmen verteilten sich über ganz Europa: Elf Personen wurden in Island in Gewahrsam genommen, sechs in Litauen, vier in Spanien, zwei in Belgien und eine weitere Person in Dänemark. Besonders die litauischen Behörden spielten eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung der Geldwäschestrukturen, die eng mit dem lokalen Immobilienmarkt verknüpft waren.

Die erfolgreiche Zerschlagung dieser Gruppierung im Februar 2026 verdeutlicht die stetige Weiterentwicklung des Drogenhandels in Richtung Europa. Bereits im Jahr 2025 wies der isländische Verbindungsbeamte bei Europol auf einen besorgniserregenden Trend hin: Das nach Island geschmuggelte Kokain weist einen immer höheren Reinheitsgrad auf und erreicht die Insel oft in Form von gepressten Blöcken direkt aus Südamerika. Experten führen diese Veränderung auf den Erfolg der Strafverfolgungsbehörden bei der Infiltration verschlüsselter Kommunikationsplattformen wie Encrochat zurück. Deren Entschlüsselung im Jahr 2020 hatte bereits zu massiven Beschlagnahmungen in europäischen Häfen geführt. Europol lieferte in diesem aktuellen Fall die entscheidende analytische Unterstützung, um die Verbindungen zwischen den Verdächtigen zu identifizieren und die gesamte Netzwerkstruktur zu kartieren.

Der am 10. Februar 2026 verkündete Erfolg der Operation ist das Resultat einer beispiellosen länderübergreifenden Koordination. Eurojust nahm hierbei eine zentrale Rolle ein, indem die Behörde einen gemeinsamen Aktionstag organisierte, der den Zugriff in mehreren Jurisdiktionen gleichzeitig ermöglichte. Dieser Fall demonstriert eindrucksvoll die notwendige Reaktion auf Bedrohungen der inneren Sicherheit der Europäischen Union. Er bestätigt erneut, dass das organisierte Verbrechen keine Grenzen kennt und der internationale Drogenhandel nach wie vor dessen lukrativstes und am weitesten verbreitetes Tätigkeitsfeld darstellt. Durch die enge Verzahnung nationaler und europäischer Behörden konnte jedoch bewiesen werden, dass der Rechtsstaat auch gegen global agierende Netzwerke handlungsfähig bleibt.

3 Ansichten

Quellen

  • Reuters

  • The Straits Times

  • Eurojust

  • Europol

  • RÚV.is

  • Gamereactor

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.