Artemis II-Besatzung behebt zweite Störung an Orion-Kapsel: Eisblockade im Abfallentsorgungssystem

Bearbeitet von: Aleksandr Lytviak

Die Artemis II-Besatzung, bestehend aus den NASA-Astronauten Reid Wiseman (Kommandant), Victor Glover (Pilot) und Christina Koch (Missionsspezialistin) sowie dem Spezialisten der Canadian Space Agency (CSA), Jeremy Hansen, sah sich am 3. April 2026 mit einer erneuten technischen Störung an Bord des Orion-Raumschiffs Integrity konfrontiert. Nur wenige Tage nach dem erfolgreichen Start am 1. April 2026 und der Behebung eines ersten Problems mit einem blockierten Toilettenventil am 2. April meldete die Crew eine zweite Komplikation, die diesmal auf eine vermutete Eisblockade in der Flüssigabfall-Entlüftungsleitung des Universal Waste Management Systems (UWMS) hindeutete.

Diese wiederkehrende Fehlfunktion eines kritischen Lebenserhaltungssystems auf der ersten bemannten Mission jenseits des erdnahen Orbits seit Apollo 17 im Jahr 1972 wirft Fragen hinsichtlich der Robustheit der Tiefraum-Hardware auf, da das System für eine zehntägige Flugbahn um den Mond konzipiert wurde. Die Lösung für die vermutete Eisblockade war ein unkonventioneller, aber effektiver Eingriff: Die Bodenkontrolle wies die Besatzung an, das Raumschiff so auszurichten, dass der betroffene Abschnitt der Leitung der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt war, um das Eis aufzutauen. Dieser Ansatz führte teilweise zum Erfolg, da ein Teil des Abfalls erfolgreich in den Weltraum entlüftet werden konnte, was von den Astronauten als „funkelnde Edelsteine“ beobachtet wurde.

Während dieser Phase musste die Crew auf die Collapsible Contingency Urinals (CCUs) für die flüssige Abfallentsorgung zurückgreifen, obwohl die Funktion zur Entsorgung fester Abfälle, wie von Flugleiter Judd Frieling bestätigt, betriebsbereit blieb und die Toilette somit für feste Ausscheidungen nutzbar war. Die Mission, die ihren Mondvorbeiflug für den 6. April plant und deren Wasserung um den 10. oder 11. April 2026 erwartet wird, bleibt laut NASA-Offiziellen im Zeitplan, auch wenn die Vorfälle die inhärenten Schwierigkeiten der Weltraumhygiene unterstreichen.

Das UWMS, das als 23 bis 30 Millionen US-Dollar teures Upgrade konzipiert wurde, um langjährige Beschwerden der Astronauten über die primitiven Systeme der Apollo-Ära zu beheben, steht nun im Fokus der Systemzuverlässigkeit. Debbie Korth, stellvertretende Managerin des Orion-Programms, und John Honeycutt, Vorsitzender des Mission Management Teams, räumten das öffentliche Interesse an den Toilettenproblemen ein und betonten, dass Weltraumtoiletten von Natur aus kompliziert seien und Notfallpläne existierten. Die Tatsache, dass die Crew auch einen Geruch im Badezimmerbereich verfolgte, der als nicht gefährlich eingestuft wurde, deutet auf eine vorübergehende Beeinträchtigung der Wohnlichkeit hin, auch wenn die primären Missionsziele nicht gefährdet sind.

Die Bedeutung dieser technischen Herausforderungen liegt in der Vorbereitung für zukünftige, längere Unternehmungen, insbesondere die bemannte Mondlandung im Rahmen von Artemis IV, die für 2028 angesetzt ist. Die Artemis II-Mission dient als entscheidender Test für Lebenserhaltungssysteme, die für eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond erforderlich sind, was die Zuverlässigkeit jedes einzelnen Bauteils in den Vordergrund rückt. Die erfolgreiche Behebung der beiden unterschiedlichen Pannen – ein Lüfterproblem am 2. April und die Eisblockade am 3. April – durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Besatzung und dem Kontrollzentrum in Houston beweist die Fähigkeit zur Fehlerbehebung unter extremen Bedingungen.

4 Ansichten

Quellen

  • Deutsche Welle

  • Fox News

  • NASA

  • Britannica

  • European Space Agency

  • CBS News

  • The Kenya Times

  • NASA

  • Al Jazeera

  • Space.com

  • BBC Sky at Night Magazine

  • Reuters

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