Portal Space Systems testet Atomic-6 Weltraum-Panzerung mit Starburst-1 Mission 2026
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Die Raumfahrtindustrie sieht sich einer wachsenden Bedrohung durch Mikrometeoriten und Weltraumschrott (MMOD) ausgesetzt, da Satelliten routinemäßig Millionen von unauffindbaren Partikeln ausgesetzt sind, die mit Geschwindigkeiten von über sieben Kilometern pro Sekunde reisen. In diesem kritischen Kontext plant Portal Space Systems die erstmalige operative orbitale Erprobung der fortschrittlichen Trümmerabschirmungstechnologie von Atomic-6. Die Integration der „Atomic-6 Space Armor“-Kacheln in das Raumfahrzeug Starburst-1 markiert einen bedeutenden Schritt von der reinen Bodentestphase hin zur kommerziellen Anwendung unter realen Bedingungen.
Portal Space wählt den Weltraummüll-Schutz 'Space Armor' für die Mission 2026
Der Start der Starburst-1 Mission ist für Oktober 2026 angesetzt und erfolgt im Rahmen der SpaceX Transporter-18 Sammelmission, wobei eine Falcon-9-Rakete von einem noch zu bestimmenden Standort abheben wird. Die primäre Einsatzumgebung für diese Validierung ist die niedrige Erdumlaufbahn (LEO). Portal Space Systems wird vor Ort die Installationsverfahren, die Gesamtleistung und die besten Integrationspraktiken für zukünftige Satellitendesigns bewerten. Neben dem Schutzschild demonstriert Starburst-1 auch Fähigkeiten in den Bereichen Rendezvous- und Nahbetriebsoperationen (RPO) sowie schnelle Neuausrichtung und Orbitalwechsel.
Portal Space Systems wird ein neues MMOD-Schutzsystem bei seiner nächsten Mission testen, was einen ersten operativen Einsatz markiert, da die Risiken durch Trümmer im Low-Earth-Orbit zunehmen.
Trevor Smith, CEO von Atomic-6, äußerte die Hoffnung, dass die Kachel während des Fluges getroffen wird, um die Überlegenheit der Technologie im kommerziellen Einsatz zu beweisen und die Branchenakzeptanz besserer Überlebensmethoden zu demonstrieren. Smith betonte, dass diese Flugerprobung die Space Armor von einem reinen Testobjekt in eine kommerziell nutzbare Lösung überführt. Die Technologie zielt darauf ab, die Nachteile traditioneller metallischer Whipple-Schilde zu überwinden, welche oft mit erhöhter Masse und der Erzeugung von sekundärem Trümmerschutt verbunden sind. Atomic-6 hat in Demonstrationen gezeigt, dass Space Armor einen Projektil mit über 7 km/s stoppen kann, ohne schädliche Sekundärfragmente zu erzeugen, im Gegensatz zu Aluminiumplatten.
Atomic-6 bietet die Space Armor in zwei Hauptvarianten an: „Space Armor Lite“, konzipiert für Einschläge bis zu 3 Millimetern, was über 90 Prozent des Trümmerschutts in LEO abdeckt, und „Space Armor Max“, das Einschläge bis zu 12,5 Millimetern widerstehen kann und für bemannte Systeme geeignet ist. Ein entscheidendes Merkmal ist die RF-Permeabilität der Kacheln, welche die Beeinträchtigung kritischer Kommunikationssysteme verhindert, ein häufiges Problem bei älteren Schutzschichten. Smith hob hervor, dass man nun nicht mehr die Kommunikation opfern müsse, um den Satelliten zu schützen.
Jeff Thornburg, CEO von Portal Space Systems, dessen Hintergrund die Architektur des Raptor-Triebwerks bei SpaceX sowie Tätigkeiten bei Amazon Kuiper und Blue Origin umfasst, sieht in der Integration der Space Armor eine Erweiterung der Fähigkeit, Kunden eine anhaltende Manövrierfähigkeit und längere Betriebszeiten im Orbit zu gewährleisten. Die Ausrichtung von Portal Space Systems auf hochmanövrierfähige Plattformen, die durch das proprietäre Solar-Thermal-Propulsion (STP)-System von Supernova ermöglicht werden, erfordert Schutzlösungen, die leicht und nicht-intrusiv sind, um die hohe Delta-v-Leistung nicht zu beeinträchtigen. Die Fähigkeit, kritische Systeme zu schützen, ohne die Leistung zu mindern, ist zentral für das Geschäftsmodell von Portal, das auf dynamische Weltraumoperationen und Langzeitmanövrierfähigkeit setzt.
Die breitere Relevanz dieser Entwicklung liegt in der Notwendigkeit, das Risiko des Kessler-Syndroms zu mindern, welches durch die zunehmende Dichte an Objekten im Orbit entsteht. Die Einführung von Space Armor in kommerziellen Missionen wie Starburst-1 signalisiert eine schnellere Adaption der Industrie an fortschrittliche Überlebensstrategien. Die ESA schätzt, dass neben den rund 36.000 überwachten Objekten bis zu 130 Millionen Schrottteilchen von unter einem Zentimeter Größe im All kreisen, was die Notwendigkeit robuster, aber leichter Abschirmungen unterstreicht. Die Kommerzialisierung dieser fortschrittlichen Abschirmung durch Partnerschaften wie diese stellt einen wichtigen Meilenstein für die Nachhaltigkeit und Sicherheit zukünftiger Weltraumaktivitäten dar.
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Quellen
SpaceDaily
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