Die außer Dienst gestellte NASA-Raumsonde Van Allen Probe A vollzog ihren unkontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am Dienstag, dem 10. März 2026, gegen 19:45 Uhr Eastern Time. Dieses Ereignis beendete die Mission deutlich früher als die ursprüngliche Prognose aus dem Jahr 2019, die einen Wiedereintritt für 2034 vorsah. Das etwa 600 Kilogramm schwere Fahrzeug traf die Atmosphäre innerhalb eines prognostizierten Unsicherheitsfensters von plus/minus 24 Stunden, wie das U.S. Space Force mitteilte.
Offizielle Stellen gaben an, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Trümmerteile einen Menschen verletzen, mit etwa 1 zu 4.200 als extrem gering eingestuft wurde. Diese Risikoeinschätzung ist teilweise darauf zurückzuführen, dass rund 71 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind, was die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls auf besiedelte Gebiete reduziert. Dennoch betonen Experten die zunehmende Notwendigkeit, zukünftige Satelliten so zu konstruieren, dass sie beim Wiedereintritt vollständiger verglühen.
Die im August 2012 gestartete Sonde untersuchte die beiden kosmischen Bänder energiereicher Teilchen der Erde, bekannt als die Van-Allen-Gürtel. Die Mission, die vom Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins University verwaltet wurde, übertraf ihre ursprüngliche zweijährige Designlebensdauer bei Weitem und sammelte bis zur Treibstofferschöpfung im Jahr 2019 kontinuierlich wertvolle Daten. Eine zentrale wissenschaftliche Errungenschaft war die erstmalige Erfassung von Daten, die die Bildung eines transienten dritten Strahlungsgürtels während intensiver Sonnenaktivität belegten.
Der frühe Wiedereintritt wurde auf den unerwartet aktiven aktuellen Sonnenzyklus zurückgeführt, dessen Maximum bereits 2024 erreicht wurde. Diese erhöhte Sonnenaktivität löste heftige Weltraumwetterereignisse aus, welche den atmosphärischen Widerstand auf die Sonde stärker erhöhten, als ursprünglich geschätzt. Die Missionsplaner hatten die Sonde zuvor manövriert, um sicherzustellen, dass der atmosphärische Widerstand sie schließlich zum Absturz bringt, was der NASA-Richtlinie entspricht, Fahrzeuge innerhalb von 25 Jahren nach Missionsende wieder eintreten zu lassen.
Die Untersuchung der Van-Allen-Gürtel ist entscheidend, da diese Zonen energiereicher Teilchen Kommunikations- und Navigationssatelliten sowie Stromnetze auf der Erde bei geomagnetischen Stürmen gefährden können. Die Erkenntnisse der Mission, die Teil des NASA-Programms „Living With a Star“ war, sind für den Betrieb und die Sicherheit zukünftiger Weltraummissionen von Bedeutung, insbesondere angesichts der Projektionen, dass bis 2030 bis zu 50.000 Satelliten die Erde umkreisen könnten.
Das Zwillingsfahrzeug, Van Allen Probe B, wird voraussichtlich bis vor 2030 im Orbit verbleiben. Die ursprüngliche Bezeichnung der Mission lautete Radiation Belt Storm Probes (RBSP), bevor sie zu Ehren des Entdeckers der Gürtel, James Van Allen, umbenannt wurde.
