Kulturzentrum für Pilze in Rio de Janeiro soll globale Innovationen fördern
Bearbeitet von: Olga Samsonova
In Rio de Janeiro, genauer im historischen Viertel Gamboa in der Rua do Livramento, entsteht das „Central dos Cogumelos“, ein Kulturzentrum, das sich der Erforschung und Vermittlung des Potenzials von Pilzen widmet. Das Projekt wird vom gemeinnützigen Verein „Pro Fungi“ vorangetrieben, der sowohl in der Schweiz als auch in Brasilien gegründet wurde. Die Initiatoren, das aus der Schweiz stammende Ehepaar Tomi Streiff und die Irin Jane Hallisey, die seit 13 Jahren in der Metropole leben, haben bereits rund 1,2 Millionen R$ in den Erwerb und die grundlegende Sanierung des historischen Gebäudes investiert.
Die Kernmission des Zentrums umfasst die Vertiefung des Wissens über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Pilzen. Ein zentraler Fokus liegt auf dem ökologischen Nutzen, insbesondere der Mykoremediation, der Fähigkeit von Pilzen, Umweltverschmutzungen wie Erdölrückstände zu dekontaminieren. Darüber hinaus beleuchtet das Zentrum die Rolle der Pilze in der Ernährungswissenschaft, wobei in Brasilien über 400 verschiedene Arten katalogisiert sind. Die geplante multifunktionale Einrichtung wird ein spezialisiertes Restaurant mit Pilz-basiertem Menü, Einzelhandel, Bildungsbereiche für Kurse und Vorträge sowie eine mykologische Bibliothek umfassen.
Die Ausrichtung des Zentrums adressiert auch zukunftsweisende technologische Aspekte. Die Forschung zeigt, dass Pilzmyzel als nachhaltiger Ersatz für konventionelle Materialien wie Styropor, Baumaterialien und Leder entwickelt wird. Das „Central dos Cogumelos“ plant, diese innovativen Anwendungen darzustellen und fördert die Vernetzung von Wissenschaftlern, Künstlern und der Öffentlichkeit zur Erarbeitung von Lösungen für die Klimakrise.
Um die nächsten Entwicklungsphasen, einschließlich der Installation der technischen Infrastruktur und der Innenausstattung des denkmalgeschützten Gebäudes, zu realisieren, wird aktuell eine weitere Finanzierung in Höhe von etwa 4,2 Millionen R$ angestrebt. Während die lokale Pilzproduktion in der Region Serrana primär auf Speisepilze wie Shiitake und Shimeji fokussiert ist, positioniert sich das Kulturzentrum als globale Schnittstelle. Der Verein „Pro Fungi“ beabsichtigt zudem, über das physische Museum hinaus eine virtuelle Plattform zu etablieren, um den Wissensaustausch über Pilze international zwischen Brasilien, der Schweiz und den USA zu fördern.
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Quellen
Tribuna do Sertão
Agência O Globo
Diário do Rio de Janeiro
Diário do Rio de Janeiro
Standvirtual
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