Zentralasiatische Staubstürme erfordern abgestimmte regionale Klimamaßnahmen
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Neue Ergebnisse der atmosphärischen Modellierung, die auf der UNCCD COP16 präsentiert wurden, belegen den kritischen grenzüberschreitenden Charakter von Sand- und Staubstürmen (SDS), welche die zentralasiatische Region beeinträchtigen. Die sechzehnte Konferenz der Vertragsparteien (COP-16) der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung fand vom 2. bis 13. Dezember 2024 in Riad, Saudi-Arabien, statt und diente als wichtige Plattform zur Beschleunigung globaler Bemühungen zur Landwiederherstellung und Dürreresilienz.
Die Forschung, welche das fortschrittliche atmosphärische Modellierungssystem RAMS/ICLAMS nutzt, verdeutlicht, dass die Wiederherstellung der Vegetation von größter Bedeutung ist, da sie in primären Quellgebieten während bestimmter Monate eine Reduzierung der Staubkonzentrationen in der Luft um bis zu 80 % bewirken könnte. Diese wissenschaftlich fundierten Einblicke wurden im Rahmen eines Berichts erarbeitet, der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Usbekistan in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ökologie, Umweltschutz und Klimawandel der Republik Usbekistan initiiert wurde.
Die transnationale Natur des Problems wird durch die Tatsache unterstrichen, dass bis zu 70 % des atmosphärischen Staubes über Usbekistan seinen Ursprung außerhalb der Landesgrenzen hat, was nationale Eindämmungsbemühungen allein unzureichend macht. Nationale Initiativen, wie das usbekische Programm zur Reduzierung von 2024 bis 2028, erfordern daher eine robuste regionale Kooperation und die Etablierung gemeinsamer Frühwarnsysteme. Die UNCCD-Experten weisen darauf hin, dass Sand- und Staubstürme ein erhebliches Hindernis für die nachhaltige Entwicklung darstellen, wobei mindestens 25 % des globalen Problems auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind, wie etwa schlechtes Land- und Wassermanagement.
Die Auswirkungen dieser Phänomene reichen von Ernteausfällen durch Bodenabtragung bis hin zu erheblichen Gesundheitsrisiken, einschließlich Atemwegserkrankungen, wie Sherzod Umarov, der Vertreter der FAO in Usbekistan, betonte. Die wissenschaftliche Analyse, die durch das RAMS/ICLAMS-System gestützt wird, untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Staubquellen, Vegetationsbedeckung und regionalen klimatischen Bedingungen, was für die Entwicklung effektiver Minderungsstrategien unerlässlich ist. Die Internationale Zentrum für Landwirtschaftsforschung in Trockengebieten (ICARDA) erstellte den Bericht im Rahmen des Projekts „FOLUR“.
Die Wiederherstellung der ökologischen Balance in der gesamten Region erfordert gemeinsame Anstrengungen der zentralasiatischen Staaten, was auch die Zusammenarbeit im Rahmen usbekischer nationaler Programme wie „Yashil Makon“ einschließt, welche großflächige Aufforstungsmaßnahmen vorsehen. Die Notwendigkeit einer koordinierten regionalen Aktion wird durch die Tatsache bekräftigt, dass die Intensität, das Ausmaß oder die Dauer von SDS unvorhersehbar werden können, was eine umfassende Risikominderungsstrategie erfordert. Die Notwendigkeit der regionalen Abstimmung spiegelt sich auch in anderen Klimaschutzinitiativen wider, wie den Regionalen Anpassungsstrategien an den Klimawandel (RCCAS), die von den zentralasiatischen Regierungen verabschiedet wurden, um die grenzüberschreitenden Klimarisiken gemeinsam anzugehen.
Angesichts der Tatsache, dass jährlich schätzungsweise zwei Milliarden Tonnen Sand und Staub weltweit in die Atmosphäre gelangen, ist die Fokussierung auf Vegetationswiederherstellung und grenzüberschreitende Partnerschaften, wie sie bei der COP16 hervorgehoben wurden, ein konstruktiver Weg zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften in Zentralasien. Die Intensivierung der Wissenschafts- und Forschungskooperation zwischen Deutschland und zentralasiatischen Partnern, beispielsweise durch das CASIB-Büro, unterstützt ebenfalls die Bewältigung dieser komplexen Umweltprobleme.
13 Ansichten
Quellen
UzDaily.uz
The Independent
Food and Agriculture Organization of the United Nations
Food and Agriculture Organization of the United Nations
ICARDA
PreventionWeb
Engineering News
POLITICS | Politicsweb
sabcnews.com
Polity.org.za
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?
Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
