INTEC-Studierende entwickeln biologisch abbaubaren Kunststoff aus Sargassum-Algen

Bearbeitet von: An goldy

Studierende des renommierten Instituto Tecnológico de Santo Domingo (INTEC) haben mit ihrem zukunftsweisenden Projekt „Plaxa Dominicana“ den ersten Platz beim nationalen Innovationswettbewerb „República de Ideas“ belegt. Ihr Vorhaben konzentriert sich auf die innovative Gewinnung von Milchsäure aus organischen Abfällen, wobei insbesondere die invasiven Sargassum-Algen als primärer Rohstoff genutzt werden. Das Ziel dieses chemischen Prozesses ist die Synthese von Polylactid (PLA), einem vollständig biologisch abbaubaren Polymer, das das Potenzial besitzt, herkömmliche, auf fossilen Brennstoffen basierende Kunststoffe in der Industrie dauerhaft zu ersetzen.

Dieses Projekt reagiert unmittelbar auf die prekäre Umweltsituation in der Dominikanischen Republik, wo die Plastikflut ein kritisches Ausmaß erreicht hat. Jährlich werden im Land schätzungsweise 88.000 Tonnen Kunststoffabfälle produziert, doch die Infrastruktur erlaubt es bisher nur, etwa 25 % dieser Menge effektiv zu verwalten oder zu recyceln. Die Initiative der INTEC-Studierenden liefert hier einen entscheidenden Beitrag zur Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Damit orientiert sich das Projekt strikt an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, insbesondere an Ziel Nr. 12, welches nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster fordert.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen am INTEC unterstreichen, dass Sargassum eine wertvolle Ressource darstellt, deren Nutzen weit über die Produktion von Biokunststoffen hinausgeht. Die Forscher konnten aufzeigen, dass die Algen auch zur Herstellung von landwirtschaftlichen Biostimulanzien und hochwertiger Aktivkohle verwendet werden können. Um diese Erkenntnisse auf globaler Ebene zu validieren, arbeitet das INTEC eng mit dem finnischen Unternehmen Origin By Ocean zusammen. Durch den Export von Algenproben zur weiteren Bioraffination festigt die Universität ihren Ruf als internationaler Partner für ökologische und technologische Innovationen.

Die unkontrollierte Vermehrung von Sargassum-Algen ist längst nicht mehr nur ein ästhetisches Problem, sondern eine existenzielle Bedrohung für die marinen Ökosysteme und die Tourismusindustrie der Karibiknation. Die Umwandlung dieser Algen in PLA-Kunststoff trägt massiv zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei, da der Rohstoff direkt aus dem Meer gewonnen wird, anstatt neue Ressourcen zu verbrauchen. Zudem bietet „Plaxa Dominicana“ einen ökonomischen Rettungsanker für Küstengemeinden und den Hotelsektor. Aktuell müssen einzelne Hotelbetriebe zwischen 30.000 und 70.000 US-Dollar pro Monat aufwenden, um ihre Strandabschnitte von den Algenmassen zu befreien.

Der Wettbewerb „República de Ideas“, bei dem das Projekt ausgezeichnet wurde, ist ein zentraler Baustein der nationalen Strategie „Meta RD 2036“. Diese Vision verfolgt das ehrgeizige Ziel, die Dominikanische Republik bis zum Jahr 2036 in den Status eines voll entwickelten Landes zu heben. Durch die Förderung solcher studentischen Initiativen wird sichergestellt, dass wissenschaftliche Exzellenz direkt in gesellschaftlichen Fortschritt umgemünzt wird.

In diesem Kontext ist das Projekt zur Herstellung von Biokunststoff aus Sargassum ein Paradebeispiel für moderne Problemlösung. Es vereint den Kampf gegen die Plastikverschmutzung mit der Verwertung einer invasiven Spezies und fördert gleichzeitig die technologische Souveränität des Landes. Damit leistet die akademische Gemeinschaft einen unverzichtbaren Beitrag zur Erreichung der langfristigen nationalen Entwicklungsziele und zeigt Wege für eine grünere Zukunft auf.

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Quellen

  • Periódico El Día

  • El día

  • EL NUEVO DIARIO

  • Diario Libre

  • Presidencia de la República Dominicana

  • RC Noticias

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