Argentinien führt Riesenotter nach Jahrzehnten der Abwesenheit in Feuchtgebiete zurück

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Argentinien hat einen bedeutenden Erfolg im Naturschutz verbucht: Der Riesenotter (Pteronura brasiliensis), eine Art, die auf nationaler Ebene als ausgestorben galt, wurde erfolgreich in die Wildnis zurückgeführt. Am 30. Juni 2025 wurden vier Exemplare dieser Spezies, die eine Familieneinheit bilden, im Iberá Grand Park in der Provinz Corrientes freigelassen. Dies markiert den ersten Fall, in dem Argentinien ein lokal ausgerottetes Säugetier in dieser Form wieder ansiedelt. Die letzte Sichtung einer Riesenotter-Familie in Argentinien erfolgte im Jahr 1986, bevor die Art infolge von Wilderei und Zerstörung ihres aquatischen Lebensraums national als ausgestorben eingestuft wurde.

Diese Wiedereinführung ist das Ergebnis einer achtjährigen Anstrengung unter der Leitung der Rewilding Argentina Foundation, die 2010 von argentinischen Naturschützern gegründet wurde. Die Organisation verfolgt die „Rewilding“-Strategie, die die aktive Wiederherstellung von Ökosystemen durch die Rückführung lokal ausgestorbener Tierarten beinhaltet. Wichtige Kollaborateure waren die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), welche die Bereitstellung der Tiere über ihre Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP) koordinierte, sowie verschiedene internationale Zoos, die die vier Exemplare zur Verfügung stellten. Die freigelassene Gruppe umfasste das Paar Nima und Coco sowie deren Nachkommen Pirú und Kyra, die Ende 2024 bereits im Iberá-Gebiet geboren wurden.

Der Riesenotter, lokal auch als „lobo gargantilla“ bekannt, ist der primäre aquatische Spitzenprädator in den Feuchtgebieten und somit eine Schlüsselart für die ökologische Integrität. Mit einer Länge von bis zu 1,8 Metern und einem Gewicht von annähernd 33 Kilogramm reguliert er die Fischpopulationen, die den Großteil seiner Ernährung ausmachen, und trägt zur Gewässergesundheit bei. Das Iberá Grand Park, das sich über 756.000 geschützte Hektar erstreckt, bietet mit seinen Nahrungsquellen und dem hohen Schutzstatus ein optimales Umfeld für die Etablierung der Population.

Die Rewilding Argentina Foundation, die jährlich rund drei Millionen US-Dollar für die Naturrestaurierung aufwendet, setzt diese Bemühungen über das Iberá-Gebiet hinaus fort. Aktuell werden ähnliche Wiederansiedlungspläne für den El Impenetrable National Park in der Provinz Chaco vorangetrieben, wo kürzlich acht weitere Riesenotter für eine zukünftige Freilassung in den Bermejo-Fluss bereitgestellt wurden. Diese regionalen Projekte zielen darauf ab, isolierte Populationen über verschiedene geografische Bereiche hinweg zu vernetzen, was für das langfristige Überleben der Art essenziell ist. Die Organisation hat durch Landkäufe und Ökosystem-Wiederherstellung bereits zur Schaffung oder Erweiterung von sechs Nationalparks in Argentinien beigetragen.

Die erfolgreiche Rückkehr des Riesenotters in Iberá, einem Gebiet, aus dem er durch menschliches Eingreifen verdrängt wurde, dient als Modell für ähnliche Wiederherstellungsstrategien weltweit. Die Strategie der „sanften Freilassung“ (soft release) wurde angewandt, um den Tieren eine maximale Anpassung zu ermöglichen, begleitet von aktiven Überwachungsprotokollen. Die Wiederansiedlung ist Teil eines umfassenderen Programms, das bereits die erfolgreiche Rückkehr anderer ikonischer Arten wie Jaguar, Großer Ameisenbär und Pampashirsch in die Iberá-Feuchtgebiete umfasste. Solche Projekte, die auch den Ökotourismus zur Stärkung der lokalen Wirtschaft fördern, untermauern die Vision einer nachhaltigen Entwicklung, die die Natur priorisiert.

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Quellen

  • Todo Noticias

  • Diario Huarpe

  • Infobae

  • El Cronista

  • La Nación

  • La Nación

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