Ethereum-Erholung auf 2.100 US-Dollar: Vitalik Buterin setzt neuen Fokus auf L1-Skalierung

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Die Kryptowährung Ether (ETH) verzeichnete am Montag, den 10. Februar 2026, eine bemerkenswerte Teilerholung und kletterte zurück auf die Marke von 2.100 US-Dollar. Dieser Aufschwung folgte auf eine turbulente Phase, in der der Kurs innerhalb von nur neun Tagen um massive 43 % eingebrochen war. Am vorangegangenen Freitag markierte der Vermögenswert mit 1.750 US-Dollar seinen tiefsten Stand seit April 2025, bevor eine Erholung um 22 % einsetzte. Trotz dieser technischen Gegenbewegung bleibt die Stimmung unter den Anlegern eher verhalten. Dies spiegelt sich deutlich in den Derivatemärkten wider: Die monatlichen ETH-Futures wurden lediglich mit einer Prämie von 3 % gehandelt, was deutlich unter der neutralen Schwelle von 5 % liegt.

Ein wesentlicher Faktor, der die Marktteilnehmer beunruhigt, ist die veränderte Angebotsdynamik von ETH. Der einst gefeierte deflationäre Mechanismus scheint an Kraft zu verlieren, was bei vielen Investoren für Enttäuschung sorgt. In den letzten 30 Tagen erreichte die jährliche Wachstumsrate des gesamten Ether-Angebots 0,8 %. Dies steht in krassem Gegensatz zur Situation vor einem Jahr, als die Inflation nahezu bei Null lag. Diese Entwicklung ist primär auf eine gesunkene Nachfrage nach Datenverarbeitung auf der Basisebene zurückzuführen, was wiederum die Menge der durch Transaktionsgebühren verbrannten Token erheblich reduzierte.

Inmitten dieser Marktvolatilität hat Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin eine Argumentation vorgelegt, die die langfristige Entwicklungsstrategie des Netzwerks grundlegend erschüttern könnte. Buterin stellte den bisherigen Fokus auf die Layer-2-zentrierte Roadmap (L2) infrage. Er verwies dabei insbesondere auf die Schwierigkeiten, eine echte Dezentralisierung über aktuelle L2-Lösungen zu erreichen. Viele dieser Netzwerke sind nach wie vor auf potenziell unsichere Multi-Signatur-Bridges angewiesen. Laut Daten von L2Beat hatten bis Anfang 2026 die meisten der über 50 großen L2-Netzwerke noch nicht einmal die zweite Stufe der Dezentralisierung erreicht, was Buterins Skepsis untermauert.

Als Konsequenz schlug Buterin vor, die Prioritäten wieder stärker auf die Skalierung der Basisebene (L1) zu verlagern. Die L1-Ebene habe sich als leistungsfähiger erwiesen als ursprünglich prognostiziert und verarbeitet derzeit 20 bis 30 Transaktionen pro Sekunde bei Gebühren von unter 2 Gwei. Diese Effizienz stellt die Rolle von L2-Lösungen als primäre Skalierungswerkzeuge, die oft als „Branded Shards“ von Ethereum bezeichnet wurden, in ein neues Licht. Nach Buterins Ansicht sollten sich L2-Projekte künftig darauf konzentrieren, einen einzigartigen Mehrwert zu bieten – etwa durch verbesserte Privatsphäre, Transaktionssequenzierung mit geringer Latenz oder spezialisierte virtuelle Maschinen –, anstatt lediglich den Durchsatz zu erhöhen.

Diese Neuausrichtung löste in der L2-Community sofortige Reaktionen aus. Steven Goldfeder, Mitbegründer von Arbitrum, betonte, dass die Skalierung weiterhin der Kernwert von L2 bleibe. Er warnte davor, dass eine mangelnde Unterstützung von Rollups durch Ethereum dazu führen könnte, dass institutionelle Akteure auf unabhängige L1-Blockchains abwandern. Karl Floersch von der Optimism Foundation begrüßte zwar die Entwicklung eines modularen L2-Stacks zur Unterstützung des „vollen Spektrums der Dezentralisierung“, räumte jedoch ein, dass die zweite Stufe der Dezentralisierung noch nicht vollständig ausgereift sei. Jesse Pollak, Leiter von Base, schloss sich der Meinung an, dass L2-Lösungen mehr sein müssten als nur ein „billiges Ethereum“, bezeichnete die L1-Skalierung jedoch gleichzeitig als einen Sieg für das gesamte Ökosystem.

Während diese architektonischen Debatten die Fachwelt beschäftigen, mahnen die Marktindikatoren weiterhin zur Vorsicht. Technische Kennzahlen wie der MACD und der RSI im Vier-Stunden-Chart deuten lediglich auf eine korrektive Erholung hin, während Indikatoren wie der CMF und der DMI auf einen anhaltenden Kapitalabfluss hindeuten. Mitte Februar 2026 wurde der Markt zudem von makroökonomischen Unsicherheiten belastet. Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Sorge vor dem Platzen einer Investitionsblase im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) verstärkten den Verkaufsdruck und führten zu einer Kaskade von Liquidationen, die die Erholung von Ether zusätzlich erschwerten.

Die kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, ob Ethereum seine Position als führende Smart-Contract-Plattform behaupten kann. Die Verschiebung des Fokus von reiner L2-Skalierung hin zu einer robusteren L1-Basis könnte das Vertrauen langfristiger Investoren stärken, erfordert jedoch eine schnelle technologische Umsetzung. Gleichzeitig muss das Netzwerk beweisen, dass es auch in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld stabil bleibt. Die Diskussionen zwischen den Gründern und den Entwicklern der verschiedenen Layer-Lösungen zeigen, dass Ethereum sich an einem kritischen Wendepunkt seiner technologischen Evolution befindet, an dem Sicherheit und Dezentralisierung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

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Quellen

  • Cointelegraph

  • Bitget News

  • Forex News by FX Leaders

  • CryptoRank

  • Binance Square

  • FXLeaders

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