Bitcoin testet kritische 87.000-Dollar-Marke angesichts von Abflüssen aus Spot-ETFs

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Am 29. Januar 2026 befindet sich der Bitcoin-Kurs in einer entscheidenden Phase und schwankt um die Marke von 87.000 US-Dollar. Dieser Wert liegt gefährlich nah am durchschnittlichen Einstiegspreis für Investoren in Spot-ETFs, der auf 86.600 US-Dollar beziffert wird. Diese Zone, die als realisierter Preis der ETF-Käufer gilt, markiert eine psychologische und strategische Grenze. Hier müssen Marktteilnehmer entscheiden, ob sie Kursrückgänge aussitzen oder ihre Positionen am Break-even-Punkt glattstellen. Es handelt sich um den ersten signifikanten Belastungstest für die Marktstruktur seit der Einführung der Spot-ETFs.

Analysen von CryptoQuant, insbesondere durch den Forschungsleiter Julio Moreno, stufen diesen Bereich als „psychologische Schwelle“ ein. In der Vergangenheit hat das Halten des Kurses über dem realisierten Preis die Überzeugung der Anleger gestärkt und die Kapitalzuflüsse stabilisiert. Ein dauerhaftes Abrutschen unter dieses Niveau würde den Haltern den „Gewinnpuffer“ entziehen und könnte eine Beschleunigung der ETF-Rücknahmen auslösen. Trotz der jüngsten Kapitalabflüsse blieb der realisierte Preis bisher relativ stabil, was darauf hindeutet, dass der Markt in der Lage ist, den Verkaufsdruck von Spekulanten und späteren Marktteilnehmern zu absorbieren.

Der Markt verarbeitet derzeit die Phase nach dem Rekordhoch der kumulierten Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs, das am 10. Oktober 2025 mit 72,6 Milliarden US-Dollar erreicht wurde. Seit diesem Zeitpunkt belaufen sich die Nettoabflüsse auf etwa 6,1 Milliarden US-Dollar, wodurch das verwaltete Gesamtvermögen auf 66,5 Milliarden US-Dollar gesunken ist – ein Rückgang von 8,4 % gegenüber dem Höchststand. Diese Absetzbewegung setzte ein, nachdem Bitcoin sein Allzeithoch von rund 126.200 US-Dollar erreicht hatte, was die institutionelle Nachfrage dämpfte, insbesondere bei jenen, die erst spät im Zyklus eingestiegen waren.

Im breiteren Marktumfeld wiesen Analysten von Bitwise bereits darauf hin, dass das vierte Quartal 2025 trotz schwacher Preise das Ende der „Bärenmarktphase“ markierte, da sich die fundamentalen Daten verbesserten. Diese Diskrepanz zwischen Preis und Fundamentaldaten – einschließlich einer Rekordaktivität in den Netzwerken von Ethereum und Layer-2-Lösungen sowie steigender Umsätze bei Krypto-Unternehmen – wird mit der Situation im ersten Quartal 2023 verglichen, auf die ein zweijähriger Aufschwung folgte. Dennoch gibt es Gegenstimmen: Tom Lee von Fundstrat prognostizierte aufgrund von Zöllen und politischer Unsicherheit Schwierigkeiten für den Großteil des Jahres 2026.

Die aktuelle Preisbewegung um 87.000 US-Dollar stellt die Widerstandsfähigkeit der neuen, durch ETFs geprägten Investorengruppe direkt auf die Probe. Sollte sich der Kurs über dem durchschnittlichen Einstiegsniveau halten, könnte dies die Beibehaltung von Positionen begünstigen. Ein Fall darunter könnte hingegen den Übergang von passiver Akkumulation zu aktiver Distribution einleiten. Vor dem makroökonomischen Hintergrund verhält sich Bitcoin weiterhin wie ein risikoreicher Technologie-Asset und reagiert sensibel auf geopolitische Spannungen, wie etwa die jüngsten US-Zollandrohungen gegenüber Kanada.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die kommenden Tage für die mittelfristige Richtung des Kryptomarktes entscheidend sein werden. Die Interaktion zwischen institutionellen ETF-Haltern und den makroökonomischen Rahmenbedingungen schafft ein volatiles Umfeld. Während fundamentale On-Chain-Daten Optimismus zulassen, mahnen die politischen Unsicherheiten zur Vorsicht. Investoren beobachten nun genau, ob die Unterstützung bei 86.600 US-Dollar hält, um eine neue Phase der Preisstabilität einzuläuten.

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Quellen

  • ForkLog

  • Robinhood

  • CoinMarketCap

  • ForkLog

  • Yellow.com

  • The Block

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