Bitcoin-Korrektur im Schatten der Fed-Nominierung von Kevin Warsh und sinkender On-Chain-Aktivität

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Am 2. Februar 2026 zeigte der Kryptowährungsmarkt deutliche Anzeichen einer tiefgreifenden Korrektur, als der Bitcoin-Kurs unter wichtige On-Chain-Indikatoren fiel. Diese Entwicklung veranlasste zahlreiche Marktanalysten zu Warnungen vor einem möglichen Übergang in eine strukturelle Bärenmarktphase. Der signifikante Rückgang, bei dem der Preis des digitalen Assets unter die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar rutschte, fiel zeitlich mit einschneidenden politischen Ereignissen in Washington zusammen: US-Präsident Donald Trump nominierte Kevin Warsh für den Posten des Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed). Warsh soll damit die Nachfolge von Jerome Powell antreten, dessen Amtszeit im kommenden Mai offiziell endet.

Analysten der Plattform CryptoQuant, insbesondere der Experte Crazzyblockk, betonen in ihren Berichten, dass ein dauerhafter Aufenthalt des Kurses unter dem realisierten Preis der Halter-Kohorte, die Bitcoin seit 12 bis 18 Monaten besitzt, ein kritisches Signal darstellt. Historisch gesehen markiert ein solches Unterschreiten oft den Wechsel von einem gewöhnlichen Marktrücksetzer hin zu einem langwierigen Abwärtstrend. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Vermögenswert bei etwa 77.534 US-Dollar, was einem Minus von 1,8 % gegenüber dem Vortag entspricht. Die technische Analyse deutet aktuell auf einen Test kritischer Unterstützungsniveaus im Bereich von 74.000 bis 74.500 US-Dollar hin, was den Tiefstständen des Jahres 2025 entspricht. Das Niveau von 74.500 US-Dollar wird laut QCP Capital als besonders signifikant eingestuft, da es exakt mit den Vorjahrestiefs korreliert.

Die unmittelbare Marktreaktion auf die Nominierung von Kevin Warsh, der von weiten Teilen der Finanzwelt als Signal für eine deutlich straffere Geldpolitik interpretiert wird, löste massive Verwerfungen aus. Warsh, der bereits in den Jahren von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve war, gilt als eine Persönlichkeit, die eine konsequente Reduzierung der Zentralbankbilanz anstrebt. Diese Personalentscheidung erschütterte den bisherigen Marktkonsens, der fest auf einer Lockerung der Fed-Politik und aggressiven Zinssenkungen basierte. In der Folge kam es zu einer raschen Neubewertung von Risiko-Assets und massiven Liquidationen von gehebelten Kreditpositionen, die ein Gesamtvolumen von über 2,5 Milliarden US-Dollar überschritten.

Aktuelle On-Chain-Daten untermauern zudem das Bild eines schwindenden Interesses und einer sinkenden Liquidität im gesamten Sektor. Der CryptoQuant-Analyst Darkfost wies in diesem Zusammenhang auf ein strukturelles Liquiditätsdefizit hin: Nachdem der Gesamtwert der Stablecoins seit dem Jahr 2023 um beeindruckende 140 Milliarden US-Dollar gestiegen war, kehrte sich dieser Aufwärtstrend im Dezember erstmals in einen spürbaren Abfluss um. Auch das Tempo der Bitcoin-Akkumulation hat sich in den letzten 30 Tagen merklich verlangsamt. Während im Oktober die Nettozuflüsse von Stablecoins noch über 9,7 Milliarden US-Dollar lagen, ist seit November ein deutlicher Nettoabfluss zu beobachten, der unter anderem den Abzug von mehr als 4 Milliarden US-Dollar von den Krypto-Börsen umfasst.

Alex Thorn, Analyst bei Galaxy Digital, hatte bereits zuvor angemerkt, dass sich mittlerweile rund 46 % des gesamten Bitcoin-Angebots in der Zone nicht realisierter Verluste befinden. Diese Situation könnte zusätzlichen Abwärtstdruck erzeugen, falls das Narrativ von Bitcoin als Schutz gegen die Inflation weiter an Kraft verliert. In der Vergangenheit ging ein Durchbruch des realisierten Preises für die Gruppe der 12- bis 18-monatigen Halter, wie beispielsweise im Jahr 2022, einem massiven Markteinbruch voraus. Die Experten sind sich weitgehend einig, dass eine Phase der Konsolidierung und ein erhöhtes Abwärtsrisiko so lange zu erwarten sind, bis der Spotpreis das Niveau des realisierten Preises zurückerobert und das Akkumulationsmomentum nachhaltig zurückkehrt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kombination aus politischer Unsicherheit durch die Neubesetzung der Fed-Spitze und schwächelnden On-Chain-Metriken den Kryptomarkt in eine defensive Haltung gezwungen hat. Investoren beobachten nun mit großer Aufmerksamkeit, ob die Unterstützungslinie bei 74.000 US-Dollar hält oder ob die strukturelle Schwäche zu weiteren Panikverkäufen führt. Die kommenden Wochen bis zum tatsächlichen Amtswechsel im Mai dürften für die langfristige Preisgestaltung von entscheidender Bedeutung sein, da der Markt versucht, die künftige geldpolitische Ausrichtung unter der Führung von Kevin Warsh vollständig einzupreisen.

5 Ansichten

Quellen

  • ForkLog

  • CCN.com

  • bloomingbit

  • ForkLog

  • Mitrade

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.