Bitcoin-Absturz auf Tiefstand von 2025: Liquidationen in Höhe von 740 Millionen Dollar infolge politischer Instabilität
Bearbeitet von: Yuliya Shumai
Der Kryptowährungsmarkt wurde jüngst von einer massiven Volatilitätswelle erfasst, die den Bitcoin-Kurs auf den tiefsten Stand seit April 2025 drückte. Am Sonntag, dem 1. Februar 2026, rutschte die führende digitale Währung unter die psychologisch wichtige Marke von 75.000 US-Dollar und markierte laut Daten der Börse Coinbase einen Wert von rund 74.500 US-Dollar. Dieser Rückgang entspricht einem Einbruch von über 40 Prozent gegenüber dem historischen Höchststand von mehr als 126.000 US-Dollar. Analysten wie Joe DiPasquale von BitBull Capital führen diese Entwicklung auf signifikante makroökonomische Veränderungen zurück, insbesondere auf den erstarkenden US-Dollar und steigende Realrenditen, was eine deutliche Dominanz der „Risk-Off“-Stimmung signalisiert.
Dieser rapide Preisverfall löste eine Kaskade von Zwangsverkäufen auf den Märkten für digitale Vermögenswerte aus. Bis zum 4. Februar 2026 summierten sich die Liquidationen von Derivaten innerhalb von nur 24 Stunden auf fast 740 Millionen US-Dollar. Experten betonen, dass das Durchbrechen technischer Schlüsselmarken mechanische Stop-Loss-Orders aktivierte, während die geringe Liquidität am Wochenende den Abwärtstrend zusätzlich verschärfte. Mit dem Fall unter die 75.000-Dollar-Marke wurden sämtliche Kursgewinne seit dem Wahlsieg von Donald Trump zunichtegemacht. Im krassen Gegensatz dazu flüchteten Anleger in traditionelle sichere Häfen wie Gold, das in diesem Zeitraum neue historische Rekordwerte erreichte.
Während die Finanzmärkte bebten, zeichnete sich in Washington eine politische Lösung ab, um den teilweisen Regierungsstillstand (Government Shutdown) zu beenden, der vom 31. Januar bis zum 3. Februar 2026 angedauert hatte. Ein parteiübergreifender Kompromiss sichert nun die Finanzierung der meisten Bundesbehörden bis zum 30. September 2026. Eine Ausnahme bildet das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS), dessen Mittel lediglich bis zum 13. Februar 2026 bewilligt wurden, was die Debatte über die künftige Einwanderungspolitik weiterhin offenlässt. Trotz dieser vorübergehenden Einigung blieb eine stabilisierende Wirkung auf die hochriskanten Märkte für Kryptowerte aus.
Benjamin Cowen, Analyst bei Into The Cryptoverse, betrachtet die aktuelle Preisbewegung im Kontext des vierjährigen US-Wahlzyklus und mahnt zur Vorsicht. Da der aktuelle Zyklus im vierten Quartal 2025 seinen Höhepunkt erreichte, entspreche die jetzige Phase dem historischen Muster eines beginnenden Bärenmarktes. Cowen prognostiziert, dass ein endgültiger Boden erst im Oktober 2026 erreicht werden könnte, auch wenn kurzfristige Erholungsphasen durchaus möglich sind. Verstärkt wird diese pessimistische Einschätzung durch den Bruch des realisierten Marktwerts von 80.700 US-Dollar – ein technisches Niveau, das laut Alex Thorn von Galaxy erstmals seit Oktober 2023 unterschritten wurde und auf eine strukturelle Schwäche des Assets hindeutet.
Abseits der direkten Marktturbulenzen sorgte Nvidia-CEO Jensen Huang am 3. Februar 2026 für Klarheit bezüglich der Investitionspläne seines Unternehmens. Er wies Spekulationen zurück, wonach Nvidia beabsichtige, die geplanten Investitionen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu streichen. Huang präzisierte, dass es sich nicht um eine einmalige Vereinbarung handele, sondern Nvidia sich „schrittweise“ an kommenden Finanzierungsrunden von OpenAI beteiligen werde. Diese Klarstellung erfolgte vor dem Hintergrund eines Kursrückgangs der Nvidia-Aktie um 3,4 Prozent am selben Dienstag und diente dazu, die Besorgnis über die Art der Geschäfte innerhalb des Sektors der künstlichen Intelligenz zu dämpfen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kombination aus technischem Verkaufsdruck, politischer Ungewissheit in den USA und einer Neubewertung globaler Wachstumsfaktoren den Kryptosektor in eine defensive Position gedrängt hat. Während institutionelle Akteure die langfristigen Auswirkungen der US-Haushaltspolitik abwägen, bleibt die Volatilität das bestimmende Merkmal des Marktes. Anleger beobachten nun genau, ob die aktuellen Unterstützungsebenen halten oder ob die von Experten befürchtete längere Korrekturphase tatsächlich bis tief in das Jahr 2026 hinein andauern wird.
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Quellen
CoinDesk
Bittime
Market Analysis and Key Developments
Forbes
Cointelegraph
The Washington Post
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