Autonomer KI-Agent „Aika“ von UGM-Student soll Zugang zu psychischer Versorgung verbessern

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in die psychologische Betreuung gewinnt an Bedeutung, um bestehende Ungleichheiten beim Zugang zu professioneller Unterstützung zu mildern. In Deutschland beispielsweise warten psychisch erkrankte Menschen oft vier bis sechs Monate auf einen Therapieplatz, was die Suche nach Alternativen befeuert. Vor diesem Hintergrund konzipierte Giga Hidjrika Aura Adkhy, ein Informationstechnologie-Student der Universitas Gadjah Mada (UGM), mit „UGM-AICare (Aika)“ eine KI-basierte Lösung.

Die Initialzündung für Aika entstand im Jahr 2024 während eines Austauschprogramms an der University of Liverpool in England. Dort beobachtete Adkhy, wie Kommilitonen unkompliziert mobilbasierte psychologische Dienste in Anspruch nahmen. Dieser Kontrast zur Situation in Indonesien, wo das Verhältnis zwischen Bedarf und Verfügbarkeit menschlicher Psychologen als unausgewogen beschrieben wird, motivierte die Entwicklung. Aika ist als autonomer KI-Agent konzipiert, der sich von reaktiven Chatbots unterscheidet, indem er selbstständig Ziele verstehen und Aktionsschritte planen kann.

Die Kernfunktionalität von Aika imitiert den initialen Beurteilungsprozess eines Psychologen durch eine Textkonversation, wobei der Agent aktiv die Beschwerden des Nutzers analysiert. Bei leichten psychischen Belastungen bietet das System eigenständige Selbsthilfeanleitungen, wie Atemtechniken oder die Empfehlung ausreichender Ruhepausen. Entscheidend für die Sicherheit ist die Funktion, Nutzer bei Bedarf unverzüglich an qualifizierte menschliche Psychologen weiterzuleiten, um eine frühzeitige professionelle Intervention zu gewährleisten. Dies unterstreicht den Anspruch, dass spezialisierte KI-Systeme eine Ergänzung und kein Ersatz für die menschliche psychotherapeutische Behandlung darstellen.

Die technologische Ausrichtung als autonomer Agent, der auf modernen KI-Modellen basiert, erlaubt es Aika, kontinuierlich aus Interaktionen zu lernen und die Vorgehensweise anzupassen. Für diese Innovation erhielt Adkhy den ersten Platz in der Kategorie „Play Track“ beim internationalen EDU Chain Hackathon im Jahr 2025, dessen Preispool für die Gewinner insgesamt 250.000 US-Dollar betrug. Adkhy plant, UGM-AICare über den Kreis der UGM-Studierenden hinaus für die breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um den Zugang zu angemessener psychischer Unterstützung weltweit zu erleichtern.

Zukünftige Entwicklungen sehen eine Integration mit Telegram zur Bildung von Support-Gruppen und die Nutzung von E-Mail-Erinnerungen zur Nachverfolgung nach Konsultationen vor. Die KI fungiert als niedrigschwellige, anonyme und jederzeit verfügbare erste Anlaufstelle, die psychologische Barrieren wie Scham oder Zögern abbaut. Der globale Markt für KI im Bereich der psychischen Gesundheit wird bis 2034 voraussichtlich ein Volumen von 12,7 Milliarden US-Dollar erreichen, was die Relevanz solcher Entwicklungen bestätigt.

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Quellen

  • Tribun Jogja

  • Inspiratif, Mahasiswa UGM Bikin Inovasi Layanan Psikologi Berbasis AI

  • Inovasi Mahasiswa UGM untuk Kesehatan Mental Raih Pengakuan Internasional

  • AI Summit 2026 UGM: AI Berpotensi Perluas Akses untuk Penyandang Disabilitas

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