Schlafbeginn zwischen 22 und 23 Uhr korreliert mit geringerem Depressionsrisiko bei US-Erwachsenen
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Eine aktuelle psychologische Querschnittsanalyse von Daten des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) für den Zeitraum 2015 bis 2020 belegt eine signifikante Korrelation zwischen dem Zeitpunkt des Schlafbeginns und der Wahrscheinlichkeit depressiver Verstimmungen bei erwachsenen US-Bürgern. Die Untersuchung, an der Forscher um Kunming Bao beteiligt waren, identifizierte das Zeitfenster von 22:00 Uhr bis 23:00 Uhr als den Zeitpunkt, der mit dem geringsten Depressionsrisiko verbunden ist. Erwachsene, deren Einschlafzeit außerhalb dieser spezifischen Spanne lag, wiesen eine statistisch erhöhte Anfälligkeit für depressive Symptome auf.
Konkret zeigten Schlafbeginnzeiten zwischen 20:00 Uhr und 01:00 Uhr deutlich höhere Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten einer Depression im Vergleich zur Referenzgruppe, die innerhalb des optimalen Zeitfensters einschlief. Diese Ergebnisse unterstreichen die zentrale Rolle, die die durch Schlaf-Timing-Gewohnheiten beeinflusste zirkadiane Rhythmusstörung für die Aufrechterhaltung einer stabilen Stimmungslage spielt. Die innere Uhr, gesteuert durch den Nucleus suprachiasmaticus, reguliert zahlreiche physiologische Funktionen, und eine chronische Verschiebung, oft als „sozialer Jetlag“ bezeichnet, kann gesundheitliche Risiken nach sich ziehen.
Die Implikationen für die öffentliche Gesundheit und die klinische Praxis sind weitreichend, da die Forschung präzisere Ansatzpunkte für Präventionsstrategien liefert. Es wird empfohlen, dass künftige Strategien zur psychischen Gesundheitsvorsorge die detaillierte Erfassung des Schlafbeginns als einen fundamentalen präventiven Parameter integrieren. Diese Erkenntnis steht im Einklang mit breiteren Befunden, die eine generelle Assoziation zwischen Schlafproblemen und Depressionen aufzeigen; beispielsweise zeigten Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren, die über Schlafstörungen berichteten, basierend auf älteren NHANES-Daten (2009–2016) eine 4,1-fache höhere Wahrscheinlichkeit für depressive Symptome in den vorangegangenen zwei Wochen.
Die biologische Grundlage für diese zeitliche Präzision liegt in der molekularen Transkriptions-Translations-Rückkopplungsschleife der zirkadianen Uhr, welche physiologische Prozesse über den 24-Stunden-Zyklus synchronisiert. Eine gestörte Synchronisation dieser Rhythmen kann zu einer reduzierten zirkadianen Amplitude führen, was mit einer schlechteren Systemkoordination korreliert. Die aktuelle Analyse, die auf Daten von 6.991 Teilnehmern der NHANES-Kohorte basiert, liefert somit einen neuen, quantifizierbaren Parameter für die Bewertung des mentalen Wohlbefindens in der erwachsenen Bevölkerung der Vereinigten Staaten, indem sie einen engen zeitlichen Rahmen für den Schlafbeginn definiert, der unabhängig von der Gesamtschlafdauer mit einer niedrigeren Depressionsprävalenz assoziiert ist.
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Quellen
Scienmag: Latest Science and Health News
Annals of General Psychiatry
ResearchGate
PMC - NIH
Atlantis Press
Frontiers
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