Neurokognitive Stärkung durch freiwilligen Nahrungsverzicht: Selbstregulation im Fokus

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die moderne Psychologie betrachtet religiöse Fastenformen, wie den islamischen Fastenmonat Ramadan, zunehmend als einen signifikanten Prozess der Selbstregulation. Dieser bewusste Verzicht auf Nahrungsaufnahme über definierte Zeiträume stabilisiert nachweislich die Stimmungslage und verbessert die Impulskontrolle des Individuums. Darüber hinaus fördert diese Praxis eine tiefere Verankerung des persönlichen Lebenssinns, was für die psychische Stabilität von Bedeutung ist.

Psychiater charakterisieren das Fasten als eine Form der psychologischen Entgiftung, die eine tiefgreifende Reorganisation etablierter Denkmuster und emotionaler Gewohnheiten impliziert. Diese Disziplin trainiert die Fähigkeit, mit aufkommendem Unbehagen umzugehen, ohne unmittelbar und impulsiv zu reagieren. Erfolgreiches Widerstehen gegen unmittelbare Gelüste führt zu einer erhöhten neuronalen Aktivität im präfrontalen Kortex (PFC), jener Hirnregion, die als primäres emotionales Bremssystem fungiert. Der PFC ist essenziell für exekutive Funktionen wie Planung und Entscheidungsfindung.

Die gesteigerte Aktivität im PFC reduziert spontane, unüberlegte Reaktionen und kultiviert stattdessen Geduld sowie die Fähigkeit zu wohlüberlegten Antworten. Diese Selbstkontrolle wirkt sich positiv auf das Belohnungssystem aus, indem sie die langfristige Zielverfolgung gegenüber der kurzfristigen Dopamin-Ausschüttung priorisiert. Zudem wird durch die Nahrungsrestriktion die Konzentration des Neurotransmitters Serotonin im extrazellulären Raum erhöht, was zur Reduktion von Stress- und Angstreaktionen beiträgt.

Über die individuelle kognitive Stärkung hinaus stärken gemeinschaftliche Rituale, die das Fasten begleiten, die emotionalen Bindungen und das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit, welche als wichtige Schutzfaktoren für die mentale Gesundheit gelten. Die historische Anwendung des Fastens zur Therapie geistiger und körperlicher Leiden reicht bis in die Zeit des Hippokrates im vierten Jahrhundert vor Christus zurück. Neurobiologische Effekte umfassen die Anregung der Bildung neuer Nervenzellen und die Stärkung der Synapsen, gefördert durch die Produktion des Proteins BDNF bei kognitiven Herausforderungen.

Die bewusste Reduktion der Kalorienzufuhr um 20 bis 30 Prozent kann nachweislich die Menge bestimmter Entzündungsmarker im Blut senken, was das Risiko für entzündliche und neurologische Erkrankungen mindert. Die durch Fasten trainierte Fähigkeit zur Selbstkontrolle kann auf andere Lebensbereiche übertragen werden, was zu mehr Präsenz und bewussteren Entscheidungen im Alltag führt.

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Quellen

  • Liputan 6

  • Info Nasional

  • Bloomberg Technoz

  • detikHealth

  • Hello Sehat

  • Hello Sehat

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