Psychologische Faktoren bestimmen gelungenes Altern jenseits äußerer Merkmale

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Das Konzept des anmutigen Alterns wird weniger durch äußere Indikatoren wie den Gesundheitszustand oder den Grad des materiellen Wohlstands definiert, sondern vielmehr durch spezifische innere psychologische Haltungen. Im Zentrum dieser Betrachtung steht das achte Stadium der psychosozialen Entwicklung nach Erik Erikson, die Auseinandersetzung mit der Ich-Integrität im Gegensatz zur Verzweiflung, welche die späte Lebensphase prägt. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Krise, die das Akzeptieren des bisher gelebten Lebens inklusive aller unerfüllten Aspekte beinhaltet, führt zur Entwicklung der Weisheit, die sich als angstfreier Blick auf den Tod und die Annahme des geführten Lebens manifestiert.

Kernaspekte eines positiven Alterungsprozesses umfassen die bewusste Akzeptanz unvermeidbarer körperlicher Transformationen und eine Neuausrichtung des Fokus weg von der bloßen Ästhetik hin zu einem tieferen Lebenszweck und dem Beitrag zur Gesellschaft. Selbstakzeptanz bildet hierbei die unverzichtbare Basis für die psychische Stabilität im Alter. Die intrinsische Motivation zur Selbstfürsorge, die Funktionalität über die Angst vor dem Verlust der Jugend stellt, wird durch die Selbstbestimmungstheorie (SDT) untermauert, welche die Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit in den Vordergrund rückt.

Studien zur Motivation älterer Erwachsener zeigen, dass die Qualität der Motivation, also ob Handlungen selbstbestimmt oder kontrolliert erfolgen, die Persistenz und Leistung beeinflusst. Entscheidend ist ebenso die Mentalität, die Anpassungsfähigkeit an neue Lebensumstände ermöglicht, sowie die Pflege tiefgründiger sozialer Bindungen. Längsschnittforschungen identifizierten diese Bindungen als den stärksten Prädiktor für langfristiges Wohlbefinden. Die Harvard Study of Adult Development, die seit 1938 läuft, belegt beispielsweise, dass glückliche, gesunde Beziehungen eine enorme Rolle für das Befinden spielen und soziale Isolation gesundheitlich mit dem Konsum von Zigaretten gleichgesetzt werden kann.

Ältere Erwachsene zeigen laut Dr. Robert Waldinger, dem Leiter der Harvard-Studie, eine erhöhte Fähigkeit, sich von vergangenen Fehlern zu lösen und sich auf gegenwärtige Glücksquellen zu konzentrieren. Die Erreichung der Ich-Integrität, wie sie von Erikson konzipiert wurde, erfordert eine Versöhnung mit den eigenen Lebensentscheidungen und die Entwicklung einer Identität, die über flüchtige Rollen hinausgeht. Diese tiefere Bedeutung wird oft durch die Einstellung und die Fähigkeit zur Sinnfindung im Hier und Jetzt gefunden, was ein zentrales Anliegen der existenziellen Psychologie darstellt.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Pflege positiver Beziehungen und die Minimierung negativer Interaktionen die Stimmung positiv beeinflussen, während freiwillige Tätigkeiten ein Gefühl der Zweckmäßigkeit vermitteln, das eng mit Glück verbunden ist. Die Wahl von Aktivitäten, die Freude bereiten, sei es durch die Wiederaufnahme von Kindheitsinteressen oder durch soziales Engagement, trägt nachweislich zum allgemeinen Glücksempfinden bei. Die Forschung zur SDT bestätigt die Relevanz der Bedürfnisbefriedigung – Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit – für die Aufrechterhaltung der Motivation im Alter, beispielsweise bei der körperlichen Aktivität.

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Quellen

  • JawaPos.com

  • Helpful Professor

  • Forbes

  • Lumen Learning

  • University of Rochester

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