Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy
Selenskyj fordert Putin zu Friedensgesprächen in Kiew auf, lehnt Moskau ab
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 30. Januar 2026 ein öffentliches Ultimatum an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet und diesen direkt zu Friedensverhandlungen in Kiew eingeladen. Diese Initiative bekräftigt die diplomatische Forderung Kiews nach Verhandlungen auf ukrainischem Boden. Selenskyj lehnte Gespräche in Moskau oder dem verbündeten Belarus kategorisch ab, da er Russland als Aggressor und Belarus als dessen Komplizen im andauernden Konflikt betrachtet.
Selenskyj erklärte unmissverständlich: „Ich lade ihn öffentlich ein, wenn er sich traut“, in die ukrainische Hauptstadt zu kommen, um die Gespräche zu führen. Diese Festlegung der Prämissen für ein hochrangiges Treffen rückt die Souveränitätsfrage in den Vordergrund der diplomatischen Bemühungen. Die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche ist für den 1. Februar 2026 angesetzt, nachdem kürzlich Gespräche in Abu Dhabi stattfanden, die von ukrainischer Seite als „positiv und konstruktiv“ bewertet wurden.
Die Ablehnung etablierter Verhandlungsorte signalisiert eine entschlossene Haltung hinsichtlich der eigenen Verhandlungsposition. Die Gespräche in Abu Dhabi, an denen neben der Ukraine und Russland auch die USA beteiligt waren, sahen die ukrainische Delegation unter anderem durch Generalstabschef Andrij Hnatow und den stellvertretenden Chef des Militärgeheimdienstes Wadym Skibizkyj vertreten. Die russische Seite wurde von Igor Kostjukow angeführt. Ein zentraler Knackpunkt in den Verhandlungen bleibt die territoriale Integrität der Ukraine, da russische Forderungen eine Änderung dieser Integrität beinhalten.
Zuvor hatte Präsident Putin einer von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen einwöchigen Feuerpause bis zum 1. Februar zugestimmt, um eine günstige Atmosphäre für die Gespräche zu schaffen, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte. Dies erfolgte im Kontext extremer Kälte in der Ukraine, wo Teile von Kiew tagelang ohne Heizung waren. Selenskyj hatte im Gegenzug eine Einstellung ukrainischer Attacken auf russische Objekte in Aussicht gestellt, falls Russland die Energieinfrastruktur verschont.
Die EU-Außenminister diskutierten am 29. Januar 2026 die diplomatischen Bemühungen, wobei Deutschland zusätzliche finanzielle und defensive Unterstützung für die Ukraine forderte, einschließlich der Umsetzung eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Jahre 2026 und 2027. Die Forderung nach einem Gesprächsort in Kiew unterstreicht Selenskyjs selbstbewusstes Auftreten auf der internationalen Bühne, während die Verhandlungen seit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 weiterhin von Russlands Forderungen nach territorialen Abtretungen und einem Verzicht auf die NATO geprägt sind.
Quellen
Radio Televizija BN
Interfax-Ukraine
UNITED24 Media
Anadolu Agency
AFP via Getty Images
Wikipedia
