US-Iran-Atomverhandlungen beginnen in Oman unter internationaler Beobachtung
Bearbeitet von: gaya ❤️ one
Hochrangige Diplomaten der Vereinigten Staaten und des Iran nahmen am Freitag, dem 6. Februar 2026, in Maskat, der Hauptstadt des Oman, hochbrisante Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm auf. Diese Begegnung findet inmitten maximaler internationaler Anspannung statt, insbesondere kurz nachdem im Vormonat landesweite, tödliche Proteste gegen die Regierung im Iran gemeldet wurden. Es handelt sich um das erste direkte diplomatische Treffen zwischen Washington und Teheran seit der zwölf Tage andauernden militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und der Islamischen Republik im Juni des Vorjahres, welche direkte Angriffe auf iranische Nuklearanlagen beinhaltete.
Die Gespräche standen kurz vor dem Scheitern aufgrund eines Streits über den Tagungsort, doch sie wurden nach diplomatischen Bemühungen fortgesetzt, wobei mindestens neun Staaten die USA nachdrücklich zur Fortführung drängten. Die Wahl des Oman als Verhandlungsort, anstelle des ursprünglich vorgesehenen Istanbul in der Türkei, war ein Zugeständnis an Teheran, das die Verhandlungen in einem bilateralen Rahmen und unter Ausschluss regionaler Beobachter sehen wollte, da der Oman als vertrauenswürdiger Vermittler gilt.
Die Delegationen sind hochkarätig besetzt, was auf eine ernsthafte, wenn auch schwierige, Gesprächsbereitschaft hindeutet. Die amerikanische Seite wird von Steve Witkoff, dem Sondergesandten des Weißen Hauses für den Nahen Osten, sowie Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Präsident Trump, angeführt. Iran wird von Außenminister Abbas Araghchi geleitet, der seit August 2024 die primäre Kontaktperson zu den USA darstellt. Vor den Hauptgesprächen führte Araghchi bereits Konsultationen mit dem omanischen Außenminister Sayyid Badr bin Hamad Al Busaidi, der die Rolle des Mediators innehat. Die Anwesenheit von hochrangigen US-Vertretern, einschließlich Admiral Brad Cooper, dem Kommandeur des US-Zentralkommandos, unterstreicht die sicherheitspolitische Dimension der Gespräche.
Die Kernkonfliktlinie der Verhandlungen liegt in der thematischen Abgrenzung. Washingtons erklärte Ziele umfassen Fortschritte beim iranischen Nuklearprogramm, eine Begrenzung der ballistischen Fähigkeiten sowie eine Beendigung der Unterstützung regionaler Stellvertretergruppen. Demgegenüber pocht Iran strikt darauf, dass die Diskussionen ausschließlich die nuklearen Belange behandeln müssen, wobei Themen wie das Raketenarsenal als rote Linie gelten. Berichten zufolge soll Iran jedoch nach Vermittlungsbemühungen nachgegeben und sich bereit erklärt haben, auch das Raketenprogramm und die Unterstützung für militante Gruppen zu erörtern. Die USA verlangen die „Nullung“ der nuklearen Fähigkeiten Irans, während Teheran die Einhaltung von Zusagen und gegenseitigen Respekt als Grundpfeiler einer dauerhaften Einigung ansieht.
Die diplomatische Initiative findet vor dem Hintergrund massiver militärischer Spannungen statt. Seit Ende Januar 2026 hat die US-Streitmacht ihre Präsenz im Nahen Osten durch die Entsendung der Trägerkampfgruppe der USS Abraham Lincoln und zusätzlicher Luft- und Raketenabwehrkräfte verstärkt. Diese militärische Aufrüstung, die auch die Verlegung von F-15E Kampfjets nach Jordanien umfasste, dient laut US-Offiziellen der Abschreckung regionaler Instabilität. Gleichzeitig hat Iran seine militärische Bereitschaft signalisiert, unter anderem durch die Stationierung der Khorramshahr-4-Rakete.
Die anhaltende innenpolitische Instabilität im Iran, resultierend aus den tödlichen Protesten des Vormonats, verschärft die Feindseligkeit zusätzlich und unterstreicht die Verwundbarkeit Teherans. Die nukleare Lage wurde durch die militärischen Auseinandersetzungen im Juni 2025 kompliziert, nach denen Unklarheit über den Verbleib des auf etwa 400 Kilogramm geschätzten auf 60 Prozent angereicherten Urans besteht. Während die USA auf eine vollständige Einstellung der Urananreicherung drängen, hat Iran signalisiert, dass es bereit sei, das Anreicherungsniveau auf 20 Prozent zu reduzieren, falls Washington die Kosten dafür trägt. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bemängelt zudem den fehlenden Zugang zur Verifizierung der Bestände.
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Quellen
Catalunyapress
Arab News
Wikipedia
Axios
Anadolu Agency
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