Trumps Erwartete Entscheidung zur Neubewertung von Marihuana
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Es wird erwartet, dass der US-Präsident Donald Trump im Dezember 2025 ein Exekutivdekret unterzeichnen wird. Dieses Dekret würde die Bundesbehörden anweisen, Marihuana vom Schedule I in Schedule III des Controlled Substances Act umzustufen. Dieser administrative Schritt stellt eine signifikante Wende dar. Er würde Cannabis im Rahmen der Bundesgesetzgebung formell als Substanz mit anerkanntem medizinischem Nutzen anerkennen. Damit würde es auf eine Stufe mit bestimmten verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Codein-haltigen Präparaten und Ketamin gestellt.
Diese Initiative soll den Überprüfungsprozess abschließen, der bereits 2023 von der Justizbehörde der Biden-Administration ins Leben gerufen wurde. Allerdings geriet dieser Prozess beim Drug Enforcement Administration (DEA) ins Stocken, da eine eingehende Prüfung erforderlich war. Durch Trumps erwarteten Erlass könnten nun administrative Anhörungen umgangen werden, die seit Januar ausgesetzt waren. Dies würde den Weg für eine schnellere Umsetzung ebnen.
Ein zentrales Ergebnis dieser Neubewertung ist die mögliche Aufhebung der Beschränkungen durch Abschnitt 280E des Internal Revenue Code. Dieser Abschnitt legt derzeit für Cannabis-Unternehmen strafende Steuerbedingungen auf. Aufgrund dieser Vorschrift dürfen Geschäfte, die im Rahmen der Gesetze der Bundesstaaten legal sind, gewöhnliche Betriebsausgaben nicht absetzen. Dies führt zu extrem hohen effektiven Steuersätzen, die 70 Prozent oder mehr erreichen können. In manchen Fällen mit einem Bruttogewinn von 1,4 Millionen US-Dollar stieg die effektive Steuerlast sogar auf bis zu 98 Prozent an. Der Wechsel zu Schedule III würde diese Belastung beseitigen und eine erhebliche steuerliche Entlastung bringen. Dies hat bereits zu Kursgewinnen bei Cannabis-Unternehmen geführt; einige verzeichneten am Freitag Zuwächse zwischen 10 und 35 Prozent.
An der Umklassifizierung sind mehrere Schlüsselakteure beteiligt, darunter Präsident Trump selbst, das Justizministerium, das Gesundheits- und Sozialministerium (HHS) sowie die DEA. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem DEA-Administrator Terrence Cole. Berichten zufolge steht er der Umklassifizierung skeptisch gegenüber. Er hatte zuvor angekündigt, dem Thema nach Konsultationen mit dem Agenturpersonal eine „gründliche Prüfung“ zukommen zu lassen. Obwohl Cole die Umklassifizierung nach seiner Ernennung nicht zu seinen acht obersten Prioritäten zählte, weckte seine Ernennung neue Hoffnungen auf einen Fortschritt in diesem Verfahren.
Es muss jedoch betont werden, dass eine Statusänderung weder eine vollständige bundesweite Legalisierung noch eine Entkriminalisierung von Cannabis zur Folge hätte. Die Regelungen der einzelnen Bundesstaaten blieben weiterhin in Kraft. Ebenso dürften Hürden für das Bankwesen bestehen bleiben, solange keine umfassendere Bundesreform erfolgt. Branchenführer äußern Bedenken, dass die Verschiebung in Schedule III Unternehmen neuen bundesstaatlichen Pharmazeutikagesetzen aussetzen könnte. Dies könnte theoretisch Pharma-Giganten die Tür öffnen, den Markt mit synthetischem THC zu dominieren. Zudem sind reformkritische Organisationen wie Smart Approaches to Marijuana bereit, die Neubewertung gerichtlich anzufechten.
Die öffentliche Unterstützung für die Legalisierung von Marihuana in den USA bleibt zwar hoch, hat aber leicht nachgelassen. Eine Gallup-Umfrage Ende 2025 zeigte, dass 64 Prozent der erwachsenen Amerikaner die Legalisierung befürworten. Dies liegt unter den Werten von 68 bis 70 Prozent aus den Jahren 2020 bis 2024. Besonders auffällig ist der Rückgang der Zustimmung bei Republikanern: Sie sank im Jahr 2025 auf 40 Prozent, verglichen mit 53 Prozent im Jahr 2024, was den niedrigsten Stand dieser Gruppe seit einem Jahrzehnt darstellt. Parallel zu diesen regulatorischen Entwicklungen zielen Gesetzesinitiativen wie der „Marihuana 1-zu-3-Gesetz“ (H.R. 4963) ebenfalls auf eine Umstufung in Schedule III ab.
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Quellen
FinanzNachrichten.de
MJBizDaily
The Washington Post
CBS News
Cato at Liberty Blog
Bloomberg News
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