Analyse der Tax Foundation: Trumps Handelspolitik belastet US-Haushalte 2025 mit durchschnittlich 1.000 Dollar
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Eine aktuelle Untersuchung der überparteilichen Denkfabrik Tax Foundation, die am 6. Februar veröffentlicht wurde, zeichnet ein besorgniserregendes Bild der US-Handelspolitik. Den Daten zufolge führten die von der Administration unter Donald Trump eingeführten Zölle im Jahr 2025 zu einer durchschnittlichen Mehrbelastung von 1.000 US-Dollar pro amerikanischem Haushalt. Sollten diese protektionistischen Maßnahmen auch im Jahr 2026 unvermindert fortbestehen, prognostizieren die Experten einen weiteren Anstieg der zusätzlichen Kosten auf bis zu 1.300 Dollar pro Familie, was den finanziellen Druck auf die Bürger erheblich verschärfen würde.
Die Analysten der Tax Foundation hoben hervor, dass diese Zollmaßnahmen die bedeutendste prozentuale Erhöhung der US-Steuerlast im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit dem Jahr 1993 darstellen. Bis zum Jahr 2026 wird erwartet, dass diese Belastung einen Wert von 0,54 Prozent des BIP erreicht. Im Jahr 2025 beliefen sich die von der Regierung eingezogenen Zollgebühren auf insgesamt 264 Milliarden Dollar, wobei die Netto-Steuereinnahmen aus den neu eingeführten Tarifen auf etwa 132 Milliarden Dollar geschätzt werden. Diese statistischen Werte stehen in deutlichem Kontrast zu den wesentlich höheren Zahlen, die vom Weißen Haus kommuniziert wurden, was auf eine signifikante Diskrepanz in der offiziellen Finanzberichterstattung hindeutet.
Die weitreichenden Handelsbarrieren betrafen im vergangenen Jahr rund 67 Prozent aller US-Warenimporte, wobei insbesondere die Preise für Elektronikartikel, Spielzeug, Kraftfahrzeuge und Lebensmittel unter Druck gerieten. Infolgedessen kletterte der durchschnittliche effektive Zollsatz in den Vereinigten Staaten im Jahr 2025 auf etwa 10 Prozent – den höchsten Stand seit 1946. Eine Untersuchung der Federal Reserve Bank of New York stellte zudem fest, dass bis zum August 2025 bis zu 94 Prozent der Importsteuern direkt von US-Unternehmen und privaten Haushalten getragen wurden. Dies widerspricht massiv den politischen Behauptungen, dass die finanzielle Last primär von den exportierenden Partnerländern geschultert werde.
Obwohl die allgemeine jährliche Inflationsrate im Dezember 2025 bei 2,7 Prozent lag, waren in spezifischen Lebensmittelkategorien drastische Preissteigerungen zu verzeichnen. So verteuerte sich Kaffee im Vergleich zum Vorjahr um 33,6 Prozent, während die Preise für Rinderhackfleisch um 19,3 Prozent und für Blattsalat um 16,8 Prozent anstiegen. Diese tarifbedingten Preisänderungen neutralisierten faktisch einen Großteil der wirtschaftlichen Vorteile, die Familien mit mittlerem Einkommen durch frühere Steuersenkungen erfahren hatten. Trotz einer Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed) Ende 2025 verharrte die Inflation über dem angestrebten Zielwert von 2 Prozent, während das Verbrauchervertrauen auf einem historisch niedrigen Niveau stagnierte.
Im Rahmen umfassenderer handelspolitischer Strategien verhängte die Trump-Administration zudem Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Südkorea sowie 20 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union. Die rechtliche Zulässigkeit dieser Maßnahmen, insbesondere die Anwendung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA), ist Gegenstand laufender Gerichtsverfahren, nachdem im November 2025 mündliche Verhandlungen vor dem Obersten Gerichtshof stattfanden. Jeffrey Frankel, Professor an der Harvard University, konstatierte in diesem Zusammenhang, dass die Auswirkungen der Zölle von 2025 sogar die Handelshemmnisse aus Trumps erster Amtszeit sowie den berüchtigten Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 in den Schatten stellen.
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Quellen
Napi.hu
The Virginia Pilot
SupplyChainBrain
Realtor.com
Furniture Today
Peterson Institute for International Economics (PIIE)
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