Wissenschaftliche Meilensteine 2026: Von bemannten Mondflügen bis zur Jagd nach Exoplaneten
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Ein detaillierter Ausblick, veröffentlicht Ende 2025 in der renommierten Fachzeitschrift Nature, skizziert die voraussichtlich bedeutendsten wissenschaftlichen und technologischen Ereignisse des Jahres 2026. Der Fokus dieser Übersicht liegt klar auf den erwarteten Durchbrüchen in der Raumfahrt, der Biomedizin sowie der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz. Diese Zusammenfassung dient als entscheidender Fahrplan zur Beobachtung internationaler Anstrengungen in diesen Schlüsselbereichen.
Die Agenda für die Raumfahrt im Jahr 2026 verspricht historisch zu werden, da die Rückkehr des Menschen zum Mond unmittelbar bevorsteht. Die NASA-Mission Artemis II ist frühestens für den Start am 5. Februar 2026 vom Kennedy Space Center angesetzt. Hierbei kommt die mächtige Space Launch System (SLS)-Rakete zum Einsatz, die das Raumschiff Orion ins All befördern wird. Die vierköpfige Besatzung – bestehend aus Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen – wird einen zehntägigen bemannten Vorbeiflug um den Mond absolvieren. Dies markiert den ersten Flug dieser Art seit dem Jahr 1972. Diese wegweisende Expedition dient primär dazu, die Systeme der Orion-Kapsel unter realen Bedingungen zu testen, bevor die geplante Mondlandung im Rahmen von Artemis III stattfindet.
Parallel zu den amerikanischen Vorhaben plant die Chinesische Nationalraumfahrtbehörde (CNSA) die Erforschung des südlichen Mondpols. Hierfür ist der Start der automatisierten interplanetaren Sonde Chang'e-7 für August 2026 vorgesehen, wobei eine Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 5 zum Einsatz kommt. Das Hauptziel dieser Mission ist die Suche nach Wassereis in permanent beschatteten Kratern – eine Ressource von strategischer Bedeutung für künftige Mondbasen. Chang'e-7 wird zudem Nutzlasten internationaler Partner, darunter Italien, sowie einen Rover und ein kleines Fluggerät zur seismischen Untersuchung mitführen.
Auch die japanische Raumfahrtagentur JAXA leistet ihren Beitrag zur Erforschung des Mars und seiner Monde durch die Mission Martian Moons eXploration (MMX), deren Start ebenfalls für 2026 terminiert ist. MMX wird in enger Kooperation mit NASA, ESA, CNES und DLR durchgeführt. Im Zentrum steht die Untersuchung von Phobos und Deimos, mit dem Ziel, Proben von der Oberfläche des Phobos zu sammeln und diese 2031 zur Erde zurückzubringen. Diese Mission soll entscheidende Aufschlüsse über die Entstehung der Marsmonde liefern. Ergänzend dazu hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die Entsendung des Plato-Teleskops für Dezember 2026 bestätigt, welches mittels einer Ariane-6-Rakete starten soll. Dessen Aufgabe ist die Suche nach erdähnlichen Exoplaneten durch die Beobachtung von über 200.000 hellen Sternen.
Im Gesundheitswesen werden mit Spannung die Ergebnisse der klinischen Studien zum Galleri-Test erwartet. Dieser Flüssigbiopsie-Test dient der Früherkennung von rund 50 verschiedenen Krebsarten. Die Veröffentlichung der PATHFINDER-2-Studienergebnisse wird für die erste Jahreshälfte 2026 prognostiziert, was eine Voraussetzung für die Einreichung des Zulassungsantrags bei der FDA darstellt. Im Bereich der Gentechnik wird 2026 voraussichtlich die Autorisierung für weiterführende klinische Erprobungen von CRISPR-basierten Genom-Editierungsmethoden erfolgen. Im Sektor der Künstlichen Intelligenz zeichnet sich eine Verschiebung ab: Der Fokus verlagert sich weg von den rechenintensiven Großen Sprachmodellen (LLMs) hin zu kompakteren, spezialisierten Modellen, die für die Lösung spezifischer logistischer Probleme optimiert sind.
Ein geophysikalisches Highlight bildet die Fortsetzung des ambitionierten chinesischen Tiefbohrprojekts im Tarim-Becken, welches 2023 begann. Das Ziel ist das Erreichen einer Tiefe von circa elf Kilometern, um Einblicke in den Erdmantel zu gewinnen. Dieses Vorhaben ist in seinem Ehrgeiz vergleichbar mit dem historischen Rekord der Kola-Tiefbohrung, die 12,262 Kilometer erreichte. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass 2026 ein Jahr der Verifizierung komplexer technologischer Plattformen und des Beginns einer neuen Ära sowohl bei der Erforschung des erdnahen Weltraums als auch beim Verständnis der fundamentalen Strukturen unseres eigenen Planeten wird.
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Quellen
ANSA.it
Global Science
BBC Sky at Night Magazine
IF - Academy
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