Südafrika nach zweijährigen Reformen offiziell von der FATF-Grauen Liste gestrichen
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am 24. Oktober 2025 wurde Südafrika offiziell aus dem Kreis jener Jurisdiktionen entlassen, die einer verstärkten Beobachtung durch die Financial Action Task Force (FATF) unterliegen. Diese auf der Plenarsitzung der FATF in Paris bekannt gegebene Entscheidung ist das Ergebnis eines intensiven, zweijährigen Reformprozesses. Dieser Zyklus war darauf ausgerichtet, die nationalen Systeme zur Bekämpfung von Geldwäsche (Anti-Money Laundering, AML) und Terrorismusfinanzierung (Counter-Financing of Terrorism, CFT) nachhaltig zu stärken.
Die Aufnahme des Landes in die sogenannte „graue Liste“ erfolgte im Februar 2023, nachdem die internationalen Prüfer erhebliche Defizite in den Mechanismen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgestellt hatten. Das Nationale Schatzamt (National Treasury Department) Südafrikas berichtete nun von einem substanziellen Erfolg: Das Land hat sämtliche 22 Punkte des vereinbarten Aktionsplans erfüllt und dabei neun Aufwertungen in der Bewertung seiner Fortschritte erzielt.
Die zentralen Verbesserungen umfassen eine deutliche Steigerung der Effizienz bei der Bearbeitung von Ersuchen um gegenseitige Rechtshilfe. Des Weiteren wurde eine risikobasierte Aufsicht für nicht-finanzielle Unternehmen und Berufe implementiert. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Entwicklung und Verabschiedung einer umfassenden nationalen Strategie zur effektiven Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung. Diese Maßnahmen belegen die Entschlossenheit der Regierung, die globalen Standards vollumfänglich zu erfüllen.
Die Wirtschaft nahm diese positive Entwicklung mit großer Erleichterung und Optimismus auf. Der renommierte Ökonom Dawie Roodt kommentierte, die Streichung von der Liste werde „die Aussichten für Investoren aufhellen und die Geschäftsabwicklung mit Südafrika erheblich vereinfachen“. Dies impliziert eine potenzielle Senkung der Transaktionskosten. Die Listung in der Grauzone ist typischerweise mit einem Rückgang der Kapitalzuflüsse verbunden, der in den Anfangsphasen Schätzungen zufolge bis zu 7,6% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen kann. Die nun erfolgte Entfernung beseitigt diese regulatorische Barriere und sendet ein starkes Signal erhöhter Transparenz an internationale Partner.
Dieser Erfolg Südafrikas fällt mit der gleichzeitigen Streichung von Nigeria, Mosambik und Burkina Faso zusammen, was auf eine allgemeine Tendenz zur Harmonisierung der Finanzstandards in der Region hindeutet. Für Südafrika, dessen ursprüngliche Listung teilweise auf die Nachwirkungen der Ära der „Staatsvereinnahmung“ zurückzuführen war, ist die Wiederherstellung des Vertrauens in die Integrität der Finanzinstitutionen von immenser Wichtigkeit. Experten betonen, dass dies nicht nur ein Erfolg in puncto Compliance ist, sondern auch das Vertrauen der Anleger nachhaltig stärkt. Dies erleichtert grenzüberschreitende Geschäfte und den Zugang zu internationalem Kapital. Der erfolgreiche Abschluss der Reformen ebnet den Weg für neue Möglichkeiten zur Anziehung direkter ausländischer Investitionen und trägt zur Senkung der Kosten für den Schuldendienst bei.
Quellen
IOL
National Treasury on FATF greylisting progress
South Africa struggles to get off the FATF grey list
South Africa's Greylisting Journey | Where Are We, Exactly?
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