Internes russisches Memorandum skizziert Wirtschaftsrahmen für Trump-Administration nach Ukraine-Kriegsende
Bearbeitet von: gaya ❤️ one
Ein internes Memorandum der Russischen Föderation, das Anfang 2026 erstellt wurde und Bloomberg vorlag, legt einen detaillierten Rahmen für eine weitreichende wirtschaftliche Kooperation mit einer möglichen US-Regierung unter Präsident Donald Trump dar. Die zentrale Bedingung für eine solche Annäherung ist das Ende des Krieges in der Ukraine. Das Dokument, das unter hochrangigen russischen Amtsträgern zirkulierte, gewährt einen Einblick in die strategische Denkweise Moskaus inmitten anhaltender diplomatischer Bemühungen.
Kernstück des vorgeschlagenen Konzepts ist die mögliche Rückkehr Russlands zu Abwicklungen in US-Dollar, was eine signifikante Abkehr von der seit der Invasion 2022 verfolgten De-Dollarisierungsstrategie bedeuten würde. Das Memorandum identifiziert sieben Schlüsselbereiche für eine wirtschaftliche Angleichung nach einem Friedensschluss. Ein wesentlicher Anreiz für die USA wäre die potenzielle Wiederaufnahme Russlands in das globale Dollar-Abrechnungssystem, insbesondere für Energietransaktionen, was die globale Stellung des Dollars als Reservewährung festigen könnte.
Die geplanten Kooperationsfelder umfassen über Energie und Luftfahrt hinaus weitere Sektoren. Dazu zählen langfristige Lieferverträge für US-Flugzeuge nach Russland sowie die Möglichkeit einer US-Beteiligung an der russischen Flugzeugproduktion. Zudem wird die Förderung fossiler Brennstoffe durch gemeinsame Investitionen in Erdgas und Offshore-Öl priorisiert, gegenüber umweltfreundlicheren Alternativen. Weitere Punkte sind die Rückkehr amerikanischer Unternehmen auf den russischen Verbrauchermarkt unter Vorzugskonditionen, Nuklear-Kooperation mit Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz sowie die gemeinsame Erschließung von Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Nickel und Platin.
Kirill Dmitriev, CEO des Russian Direct Investment Fund (RDIF) und Russlands Sonderbeauftragter für ausländische Investitionen, der seit 2022 sanktioniert ist, wird als Schlüsselfigur in informellen Verhandlungen mit Trump-Verbündeten genannt. Dmitriev traf sich bereits im April 2025 mit Vertretern der Trump-Administration, darunter Steve Witkoff und Jared Kushner, um die Wiederbelebung der Beziehungen zu erörtern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj enthüllte das Dokument als das „Dmitriev-Paket“ und stellte klar, dass die Ukraine keine Vereinbarungen mittragen werde, die ohne ihre aktive Beteiligung zustande kommen. Selenskyj bezifferte den potenziellen Wert der Abkommen auf bis zu 12.000 Milliarden US-Dollar, eine Zahl, die von westlichen Beobachtern angesichts möglicher Spannungen mit europäischen Verbündeten skeptisch gesehen wird.
Die Veröffentlichung wirft Fragen hinsichtlich der Ernsthaftigkeit Russlands bezüglich der für die kommende Woche angesetzten Friedensgespräche auf, obwohl eine offizielle Bestätigung aus Moskau aussteht. Bloomberg analysierte, dass eine Rückkehr zum Dollar die De-Dollarisierungsbemühungen der BRICS-Staaten schwächen und der Trump-Administration einen Erfolg bei der Untergrabung der Moskau-Peking-Achse verschaffen könnte, während die europäische Haltung weiterhin auf Sanktionen zur Schwächung der russischen Wirtschaft basiert.
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Quellen
Deutsche Welle
The Washington Post
Bloomberg Law
Investing.com
WIRED
Reuters
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