Eskalation am Persischen Golf: Iranische Revolutionsgarden drosseln Schifffahrt in der Straße von Hormus
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am 28. Februar 2026 hat das iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) weitreichende Beschränkungen für den maritimen Verkehr in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus eingeleitet. Diese Maßnahme wurde als unmittelbare Reaktion auf großangelegte Militäroperationen deklariert, die von Israel und den Vereinigten Staaten gegen iranische Einrichtungen durchgeführt wurden. Die über UKW-Funk verbreiteten Meldungen über die Sperrung führten faktisch zu einer Lähmung des Schiffsverkehrs auf diesem kritischen Wasserweg, der den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean verbindet.
Die Einschränkungen treffen einen der weltweit wichtigsten Energiekorridore mit voller Härte. Nach aktuellen Daten der US Energy Information Administration (EIA) werden etwa ein Fünftel der weltweiten täglichen Erdöllieferungen sowie rund 20 % der globalen Versorgung mit verflüssigtem Erdgas (LNG) durch die Straße von Hormus transportiert, was einem Volumen von über 306 Millionen Kubikmetern pro Tag entspricht. Die britische Behörde United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) verzeichnete in der Region eine „erhebliche militärische Aktivität“ und gab dringende Warnungen für die Seefahrt heraus, die insbesondere die Risiken elektronischer Störmaßnahmen und Signalüberlagerungen betreffen.
Ebrahim Jabbari, ein hochrangiger Vertreter der Revolutionsgarden, bestätigte die Schließung der Meerenge offiziell. Nahezu zeitgleich wies das US-Verkehrsministerium amerikanische Schiffe an, die Gewässer des Persischen Golfs, des Golfs von Oman sowie des Arabischen Meeres zu verlassen oder einen Sicherheitsabstand von mindestens 30 Seemeilen zu den Einheiten der US-Marine vor der iranischen Küste einzuhalten. Die Reaktion der Finanzmärkte auf die Ankündigung des IRGC erfolgte ohne Verzögerung: Die Öl-Futures an der dezentralen Börse Hyperliquid verzeichneten einen sprunghaften Anstieg von mehr als 5 % und erreichten einen Preis von 71,26 US-Dollar pro Barrel.
Die Verschärfung der Lage in einer Region, in der die Meerenge den einzigen Seeweg für die Exporte aus dem Irak, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran selbst darstellt, löste umgehend internationale Besorgnis über einen globalen Energieschock aus. Marktanalysten hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass eine anhaltende Eskalation der Spannungen im Nahen Osten die Rohölpreise auf ein Niveau von bis zu 100 US-Dollar pro Barrel treiben könnte, was weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft hätte.
Der geopolitische Kontext wird durch die jüngste wirtschaftliche Dynamik des Irans zusätzlich verkompliziert. Im Februar 2026 stiegen die iranischen Ölexporte Berichten zufolge auf 2,2 Millionen Barrel pro Tag an, was einer Steigerung von etwa 50 % gegenüber dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Monate entspricht. Mohsen Rezaee, Sekretär des Schlichtungsrates, erklärte am 1. März, dass die Meerenge für Öltanker „bis auf Weiteres“ passierbar bleibe, unterstrich jedoch mit Nachdruck, dass US-Militärkräfte weiterhin als legitime Ziele für den Iran betrachtet werden. Diese Stellungnahme konnte die anfängliche Marktpanik zwar geringfügig dämpfen, doch die temporäre Blockade verdeutlichte erneut die extreme Anfälligkeit der globalen Logistikketten.
Historisch gesehen war die rund 167 Kilometer lange Straße von Hormus bereits mehrfach Schauplatz intensiver Konflikte, wie etwa während des sogenannten „Tankerkriegs“ in den 1980er Jahren. In der gegenwärtigen Situation verfügen lediglich Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran über Pipelinesysteme, die eine teilweise Umgehung dieses Nadelöhrs ermöglichen würden. Dennoch reichen deren Kapazitäten bei weitem nicht aus, um die gewaltigen Mengen zu kompensieren, die normalerweise den Seeweg passieren, was die strategische Bedeutung dieses Engpasses zementiert.
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Quellen
Deutsche Welle
Sivas Haber Memleket Gazetesi
Haberler
Bloomberght
Medyascope
Ekonomim
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